Russland – U-Boot K-407 NOVOMOSKOVSK wieder zu Wasser gelassen


Nach drei Jahren in der Bauhalle hat die Zvezdochka Werft in Severodvinsk Mitte Dezember 2010 das U-Boot K-407 NOVOMOSKOVSK wieder zu Wasser gelassen.
Das zur Nordflotte gehörende nukleargetriebene strategische U-Boot (SSBN) der DELTA-IV-Klasse hatte Mitte 2008 zu einem Mid-Life Upgrade in die Werft verlegt. Hier wird das 1990 in Dienst gestellte U-Boot seitdem grundinstandgesetzt (incl. Neubefüllung der Reaktoren) und zugleich auch modernisiert.

Marineforum - NOVOMOSKOVSK (Foto: russ. Marine)
NOVOMOSKOVSK
Bildquelle: russ. Marine

U.a. sollen die Fähigkeiten zur Ortung feindlicher Schiffe und U-Boote verbessert und der Eigengeräuschpegel weiter reduziert werden. Zur Modernisierung gehört überdies eine Umrüstung auf neue strategische Flugkörper Sineva (RSM-54), eine Variante der bewährten SS-N-23 Skiff.

Alle sechs in den 1980-er Jahren bei der Werft 402 (heute Sevmash) in Severdovinsk am Weißmeer gebauten, getaucht mehr als 18.000 ts verdrängenden DELTA-IV wurden in den letzten Jahren einer solchen Grundinstandsetzung und Modernisierung unterzogen. Zuletzt war am 10. Januar 2010 die KARELIA wieder in den Dienst der Nordflotte zurück gekehrt. Die NOVOMOSKOVSK schließt die Modernisierung der Klasse ab und soll nach nun erst einmal fälligen intensiven Erprobungen in 2012 (fast zwei Jahre später als ursprünglich geplant) wieder operativ einsatzklar werden. Die DELTA-IV sollen nach ihrem Mid-Life Upgrade noch weitere etwa zehn Jahre einsetzbar sein (NOVOMOSKOVSK bis 2021), und das ist auch zwingend erforderlich, bilden sie mit ihren jeweils 16 mitgeführten SS-N-23 doch derzeit das Rückgrat der seegestützten nuklearen Abschreckung Russlands. DELTA-III sind noch einmal zehn Jahre älter als sie und werden auch schon nach und nach aus dem aktiven Dienst genommen.

Ablösung sollen die neuen strategischen U-Boote der BOREJ-Klasse (Typboot YURI DOLGORUKIY) bringen, deren Schicksal allerdings untrennbar mit der Einsatzreife neuer strategischer Flugkörper Bulava verbunden ist. Sollte Bulava nach den zahlreichen Fehlschlägen nicht in die Serienfertigung gehen (weitere Testschüsse im Juli sollen hier die Weichen stellen), müssten die BOREJ für SS-N-23 Sineva umgebaut werden – was allerdings nur nach erheblichen Designveränderungen möglich wäre und den Zulauf der neuen SSBN wohl um einige Jahre verzögern würde.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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