Russland — Stapellauf des neuen strategischen U-Bootes (SSBN) ALEXANDER NEVSKIY

Am Mor­gen des 30. Novem­ber hat­te die U-Bootwerft Sev­mash den Stapel­lauf des neuen strate­gis­chen U-Bootes (SSBN) ALEXANDER NEVSKIY angekündigt.

Noch am gle­ichen Tag sollte das U-Boot der BOREJ-Klasse in Sevevod­vin­sk (Weißes Meer) aus der Bauhalle aus­gerollt und zu Wass­er gelassen wer­den. Rus­sis­che Medi­en veröf­fentlicht­en auch bere­its Fotos des in der Bauhalle liegen­den, fes­tlich „über die Top­pen geflag­gten“ U-Bootes. Dann wurde über­raschend doch nichts aus der Feier. Sev­mash musste bekan­nt geben, dass der Stapel­lauf „aus tech­nis­chen Grün­den“ ver­schoben wer­den musste. Ein neuer Ter­min stünde noch nicht fest, aber man erwarte ihn „noch im Dezem­ber“.

Nach­trag: Der Stapel­lauf erfol­gte dann tat­säch­lich schon am näch­sten Tag (01. Dezem­ber); dies zu melden, “traut­en” sich rus­sis­che Medi­en aber erst fünf Tage später.

Marineforum - Geschmückte ALEXANDR NEVSKIY wartet auf Stapellauf (Foto: Sevmash)
Geschmück­te ALEXANDR NEVSKIY wartet auf Stapel­lauf
Bildquelle: Sev­mash

Die ALEXANDR NEVSKIY ist zweites U-Boot der neuen BOREJ-Klasse, deren Typ­boot YURI DOLGORUKIY derzeit Erprobun­gen durch­führt. Die neuen SSBN (geplant sind min­destens sieben) sollen alte strate­gis­che U-Boote der diversen DELTA-Klassen ablösen, deren Ersatz zunehmend drängt. Bei Sev­mash befind­et sich mit der VALDIMIR MONOMAKH auch bere­its das dritte Boot im Bau. Etwas Ver­wirrung gibt es um den Bau des vierten Bootes, SVYATITEL NIKOLAI. Nach eige­nen Pressemel­dung hat Sev­mash am 8. Feb­ru­ar mit dem Bau dieses U-Bootes begonnen; in aktuellen Mel­dun­gen zum geplanten Stapel­lauf der ALEXANDR NEVSKIY ist aber nur noch von Baunum­mer drei VALDIMIR MONOMAKH die Rede; das vierte U-Boot wird mit keinem Wort erwäh­nt. Möglicher­weise ist sein Bau erst ein­mal unter­brochen wor­den. Die neuen Boote der BOREJ-Klasse sollen näm­lich mit den neuen strate­gis­chen Flugkör­pern Bula­va bestückt wer­den, und hier scheint angesichts tech­nis­ch­er Prob­leme und fehlgeschla­gen­er Testschüsse wohl erst ein­mal Abwarten ange­sagt. Soll­ten die näch­sten Bula­va-Tests (ein­er ist wohl noch im Dezem­ber geplant) erneut scheit­ern, kön­nte das ganze Pro­gramm über­dacht wer­den – bis hin zum kom­plet­ten Umbau der BOREJ, die im derzeit­i­gen Design nicht mit ein­er anderen Rakete bestückt wer­den kön­nen.

Eine Facette am Rande: Rus­sis­che Medi­en schreiben unter Beru­fung auf offizielle Angaben noch immer von ein­er geplanten Bestück­ung der BOREJ-Boote mit zwölf Bula­va. Tat­säch­lich zeigen Fotos der YURI DOLGORUKIY aber 16 Startschächte, und eini­gen Gerücht­en zufolge sollen ab Baunum­mer vier SVYATITEL NIKOLAI sog­ar 20 Startschächte vorge­se­hen sein.

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