Russland – Multinationale Übung „FRUKUS 2012“


Im Stützpunkt Baltiysk der Baltischen Flotte hat am 25. Juni die multinationale Übung „FRUKUS 2012“ begonnen.

Marineforum -
Schiffe bei FRUKUS 2012 (Foto: US Navy)

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Der Übungsname „FRUKUS“ steht als Kunstname für die Anfangsbuchstaben der teilnehmenden Nationen Frankreich (F), Russland (R), Großbritannien (UK) und USA (US). Die Übungsserie fand ihren Ursprung 1988, als sich zunächst Russland, Großbritannien und die USA zur Übung „RUKUS“ trafen; als sich 2003 Frankreich dem Vorhaben anschloss, wurde daraus dann „FRUKUS“. Die jährlichen Übungen sollen die Marinen einander näher bringen, zum gegenseitigen Verständnis beitragen, insbesondere aber auch ihre Interoperabilität verbessern – letzteres vor allem vor dem Hintergrund zunehmender gemeinsamer Beteiligung an Operationen (z.B. Anti-Piraterie) oder humanitären Hilfseinsätzen. „FRUKUS“ wird von den jeweiligen Marinen im Rotationswechsel ausgerichtet, wobei 2008 das im russischen Wladiwostok geplante Treffen wegen des Georgien-Konfliktes kurzfristig abgesagt wurde. 2010 hatte man sich in Großbritannien getroffen; im letzten Jahr war die US Navy in Norfolk (Virginia) Gastgeber, und in diesem Jahr ist turnusmäßig wieder einmal die russische Marine „dran“.

Die Baltische Flotte stellt mit der Fregatte YAROSLAV MUDRIY (NEUSTRASHIMIY-Klasse) das „Host Ship“; Frankreich schickte den Zerstörer DE GRASSE, Großbritannien den Zerstörer YORK und die US Navy den Kreuzer NORMANDY nach Baltiysk. Dort gab es am Anfang einer ersten zweitägigen Hafenphase am 25 Juni die offizielle Eröffnungsfeier, der Seminare und Besprechungen zur Übungsvorbereitung folgten, die aber auch den Rahmen für diverse soziale und sportliche Veranstaltungen zum gegenseitigen Kennen lernen bildete.

Am 27. Juni liefen die vier Schiffe zur Seephase aus, während der sie von Baltisyk durch die Östliche Ostsee nordwärts in Richtung St. Petersburg verlegten. Auf dem Marsch standen diverse Übungsabschnitte auf der Agenda. So übten die Schiffe gemeinsam die Abwehr von Angriffen von See (kleine Boote, Terrorismusabwehr) und aus der Luft und führten ein gemeinsames Artillerieschießen sowie seemännische Übungen (taktisches Fahren in Formation) und eine „Rettungsoperation zur Hilfeleistung gegenüber einem in einer Notlage befindlichen Schiff“ durch. Wie in den letzten Jahren gehörten daneben auch Maritime Security Operations (Law Enforcement) sowie Erstellung und Abgleich eines gemeinsamen Lagebildes (Domain Awareness) und Hubschrauberoperationen mit gegenseitigen Besuchen der mitgeführten Bordhubschrauber zum Übungsprogramm.

Am 30. Juni lief der Verband dann in St. Petersburg ein, wo “FRUKUS 2012” nach Übungsnachbesprechung, weiteren sozialen Veranstaltungen sowie einem “Open Ship” für die örtliche Bevölkerung am 2. Juli offiziell beendet wird. Im kommenden Jahr dürfte turnusmäßig die französische Marine zur nächsten Übung einladen.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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