Russland – Indien


Vor Wladiwostok haben die russische und die indische Marine ihre geplante bilaterale Übung Indra-2007 durchgeführt.

Mehr als zehn Einheiten waren vom 24.-26. April an den Aktivitäten in der „Bucht Peters des Großen“ beteiligt. Die russische Pazifikflotte hatte mit ADMIRAL VINOGRADOV und MARSHAL SHAPOSHNIKOV gleich zwei ihrer Zerstörer der UDALOY-Klasse aufgeboten. Dazu kamen dann noch eine FK-Korvette, ein U-Boot sowie mehrere Minenabwehrfahrzeuge, Hilfsschiffe, Seefernaufklärer IL-38 May, Hubschrauber und schließlich sogar landgestützte Jagdbomber Su-27 Flanker. Die indische Marine nahm mit ihrem derzeit auf Ostasienreise befindlichen Verband an Indra-2007 teil. Zu diesem vom Befehlshaber der indischen Westflotte geführten Verband gehören die Zerstörer MYSORE (DELHI-Klasse), RANJIT und RANA (Typ KASHIN-mod), die Korvette KUTHRA (KHUKRI-Klasse) sowie der Flottenversorger JYOTI.

Indra-2007 (Foto: Xinhua)

Übungsinhalte reichten von wechselseitigen Landungen von Bordhubschraubern über seemännische Manöver und Fernmeldeübungen bis hin zu U-Jagdübungen und einem gemeinsamen Artillerieschießen (Zerstören eines „Terroristenbootes“ sowie Vernichten von in einem Fahrwasser gefundenen Treibminen durch Direktbeschuss). Im Rahmen einer Anti-Terrorübung waren Special Forces an Land zu setzen und Geiseln von einem von Terroristen gekaperten Schiff zu befreien. Abschließender Höhepunkt war schließlich eine SAR-Übung, bei der einem sinkenden Schiff Hilfe zu leisten war.

Indra-2007 ist die dritte bilaterale Übung der russischen und der indischen Marine. 2002 hatte der damalige russische Verteidigungsminister Ivanov solche Übungen angeregt. Ivanov sah darin vor allem wohl auch eine gute Gelegenheit, moderne russische Rüstungsprodukte mit Blick auf einen möglichen Export in der Praxis zu präsentieren. Indien ergriff die sich bietende Chance. Ein Jahr später (2003) wurde erstmals vor Wladiwostok geübt, Indra-2005 fand dann vor der indischen Küste statt. Bilaterale Übungen der Indra-Serie sollen auch künftig mit wechselnden Schauplätzen in zweijährigem Abstand durchgeführt werden. Indra-2009 dürfte demnach wieder vor Indien zu erwarten sein.

Der indische Verband ist mit seinem Besuch in Wladiwostok zugleich am entferntesten Punkt seiner Asienreise angekommen. Zuvor hatte man bereits mit der US-Navy, der chinesischen Volksbereifungsmarine sowie – bei Trilatex-2007 – erstmals gemeinsam mit der US-Navy und der japanischen Marine geübt. Mit Besuchen auf den Philippinen und in Vietnam – jeweils auch mit einem kurzen „Passex“ – geht es nun wieder in Richtung Heimat.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

Marineforum

Alle Informationen entstammen frei zugänglichen Quellen. Bildquelle: Xinhua