Russland — Generationswechsel bei Trägerkampfflugzeugen

Bei den vom derzeit einzi­gen rus­sis­chen Flugzeugträger ADMIRAL KUZNETSOV einge­set­zten Kampf­flugzeu­gen kündigt sich ein Gen­er­a­tionswech­sel an.

Früher bestand die trägergestützte fliegende Gruppe neben Hub­schraubern meist noch aus einem Mix ver­schieden­er Kampf­flugzeuge. Dazu gehörten neben Abfangjägern/Jagdbombern Su-27 Flanker und MiG-29 Ful­crum auch Jagdbomber Su-25 Frog­foot. Diese älteren Flugzeug­muster sind heute nicht mehr auf der ADMIRAL KUZNETSOV zu sehen. Schon seit eini­gen Jahren sind Su-33 Flanker Stan­dard­kampf­flugzeug auf dem Flugzeugträger, der bei sein­er Mit­telmeer­reise vor eini­gen Monat­en neben Hub­schraubern offen­bar auch nur noch solche an Bord mit führte.

Marineforum - MiG-29K Fulcrum-D (Foto: Mikoyan)
MiG-29K Ful­crum-D (Foto: Mikoy­an)

Schon 2008 wur­den Pläne zur Beschaf­fung ein­er neuen Gen­er­a­tion von Trägerkampf­flugzeu­gen bekan­nt. Sie soll­ten die um etwa 2016 als ver­al­tet aus dem Flug­be­trieb zu nehmenden Su-33 Flanker erset­zen. Nach erfol­gre­ichen Erprobun­gen ein­er von Indi­en für deren Flugzeugträger VIKRAMADITYA (ex-rus­sis­che ADMIRA GORSHKOV) bestell­ten mod­er­nen Vari­ante der MiG-29K Ful­crum-D auf der ADMIRAL KUZNETSOV wollte man im Sep­tem­ber 2009 bis zu 26 dieser Flugzeuge auch für die eigene Marine bestellen (und so auch dem finanziell angeschla­ge­nen Flugzeugher­steller Mikoy­an helfen). Par­al­lel dazu wur­den allerd­ings auch Pläne bekan­nt, die Dien­stzeit der alten Flanker mit ein­er Kampfw­ert­steigerung und Mod­ernisierung noch ein­mal um zehn Jahre zu ver­längern. Ab 2025 sollte dann ein kom­plett neues Kampf­flugzeug der „5. Gen­er­a­tion“ (Basis: Sukhoi T-50) beschafft wer­den. Im August 2011 hieß es dann auch, die rus­sis­che Marine werde für ihren Flugzeugträger ab 2013 weit­ere 12 (verbesserte) Su-23 Flanker erhal­ten.

Nun scheint die Erneuerung der fliegen­den Kom­po­nente für die ADMIRAL KUZNETSOV in trock­e­nen Tüch­ern. Ende Feb­ru­ar unterze­ich­nete das Vertei­di­gungsmin­is­teri­um mit Mikoy­an einen Ver­trag zur Liefer­ung von ins­ge­samt 24 MiG-29K Ful­crum-D. 20 dieser Flugzeuge sind reine Kampf­flugzeuge, die restlichen vier zweisitzige Train­er der Vari­ante Mig-29KUB. Schon im kom­menden Jahr soll die Liefer­ung begin­nen; das Vorhaben dann bis 2015 abgeschlossen sein.

Ful­crum-D ist die mod­ern­ste, mit u.a. Fang­hak­en und ein­klapp­baren Tragflächen für den Flug­be­trieb auf Flugzeugträgern opti­mierte Vari­ante der noch aus WP-Zeit­en bekan­nten MiG-29. Das Flugzeug deckt das gesamte Ein­satzspek­trum sowohl eines Abfangjägers und als auch eines Jagdbombers ab. Es kann mit Luft-Luft und Luft-Boden Flugkör­pern bestückt wer­den, aber auch laserges­teuerte Bomben abw­er­fen.

Ob neben der Bestel­lung von MiG-29 auch (mod­ernisierten) Su-33 Flanker noch eine Zukun­ft beschert sein wird, ist nicht ganz klar, aber einiges spricht doch dafür. Im August 2011 berichteten rus­sis­che Medi­en näm­lich über Pläne zur Auf­stel­lung min­destens eines weit­eren Kampf­flugzeuggeschwaders bei der Marine. Für die Marine ist nach Abgabe aller landgestützten Flugzeuge an die Luft­waffe die Auf­stel­lung von mit Flugzeugträger-tauglichen Flugzeu­gen aus­gerüsteten Geschwadern die einzige Möglichkeit, noch Kampf­flugzeuge zu betreiben. Nur die jet­zt bestell­ten 24 Ful­crum-D kön­nten den Bedarf der Marine an mod­er­nen Kampf­flugzeu­gen sich­er nicht deck­en (sie wer­den wohl ein Geschwad­er bilden), und daneben sind ja auch Pläne zum Bau neuer Flugzeugträger noch nicht vom Tisch.

In Koop­er­a­tion mit “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen

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