Russland — Fortschreibung — Der nukleargetriebene FK-Kreuzer PETR VELIKIY In Syrien vor Anker gegangen

Der nuk­lear­getriebene FK-Kreuzer PETR VELIKIY (KIROV-Klasse) ist am 13. April auf der Reede des syrischen Hafens Tar­tus vor Anker gegan­gen. Eine Abor­d­nung des Schiffes besuchte die syrische Haupt­stadt Damaskus; am 14. April besichtigte die gesamte Führungsspitze der syrischen Stre­itkräfte den 26.000-ts Kreuzer. Inzwis­chen hat die PETR VELIKIY ihren Besuch in Tar­tus been­det; am Nach­mit­tag des 16. April soll das Schiff in den Suezkanal ein­ge­laufen sein.

Marineforum - YAROSLAV MUDRIY (Foto: Deutsche Marine)
YAROSLAV MUDRIY
Bildquelle: Deutsche Marine

Die Fre­gat­te YAROSLAV MUDRIY (zweites Schiff der NEUSTRASHIMIY-Klasse) der Baltischen Flotte hat den großen Kreuzer offen­bar nur bis durch die Straße von Gibral­tar begleit­et und sich dann dem von einem Anti-Pira­terieein­satz vor Soma­lia zurück kehren­den Schwest­er­schiff NEUSTRASHIMIY zum gemein­samen Rück­marsch in die Ost­see angeschlossen. Rus­sis­che Medi­en melde­ten am 13. April, bei­de Schiffe wür­den „im Atlantik“ (west­lich der iberischen Hal­binsel oder schon in der Bis­caya) gemein­same Übun­gen durch­führen.

Das Flag­gschiff der rus­sis­chen Schwarzmeer­flotte, der FK-Kreuzer MOSKVA (SLA­VA-Klasse) hat am 13. April die türkischen Meeren­gen passiert und sofort Kurs auf den Suezkanal genom­men. Damit haben sich frühere Ver­mu­tun­gen nicht bestätigt, dass auch die MOSKVA zunächst nach Tar­tus, Syrien, laufen würde, um sich dann von dort aus gemein­sam mit der PETR VELIKIY auf den Weg in den Indik zu machen. Am 16. April hat die MOSKVA den Suezkanal passiert.

Man darf ver­muten, dass – wie bei allen früheren Ver­legun­gen geübte Rou­tine – sowohl PETR VELIKIY als auch MOSKVA nicht als Einzelfahrer unter­wegs sind, son­dern von Hil­f­ss­chif­f­en (Tanker/Versorger, Hochsee­bergeschlep­per) begleit­et wer­den; in den Pressemel­dun­gen der rus­sis­chen Marine find­et sich allerd­ings bish­er kein einziger dies­bezüglich­er Hin­weis.

Die weit­eren Absicht­en der bei­den Großkampf­schiffe sind teil­weise noch unklar. Als sich­er gilt, dass sie zunächst gemein­same Übun­gen mit dem derzeit am Horn von Afri­ka einge­set­zten rus­sis­chen Anti-Pira­terie-Ver­band der Paz­i­fik­flotte um den Zer­stör­er MARSHAL SHAPSHNIKOV durch­führen sollen; danach sind bilat­erale Manöver mit der indis­chen Marine geplant. Auf dem Pro­gramm ste­hen auch Hafenbe­suche in Oman und Goa (Indi­en), wobei allerd­ings unklar ist, wer genau wann und wo ein­laufen soll.

Nach Mel­dun­gen ein­er Inter­net­seite der Nord­flotte sollen PETR VELIKIY und MOSKVA und wohl auch MARSHAL SHAPOSHNIKOV anschließend gemein­sam an der im Som­mer geplanten Großübung VOSTOK-2010 der rus­sis­chen Stre­itkräfte teil­nehmen. Regionaler Schw­er­punkt dieser Übung ist der fer­nöstliche / paz­i­fis­che Raum. Auch wenn derzeit einiges dafür spricht, gibt es bish­er keine wirk­lich ein­deuti­gen Erk­lärun­gen, dass die Schiffe dazu auch „kör­per­lich“ zur Paz­i­fik­flotte nach Vladi­vos­tok ver­legen. In einem über­greifend­en strate­gis­chen Szenario kön­nten sie dur­chaus auch aus dem Indis­chen Ozean her­aus — vorgeschoben in „südlich­er strate­gis­ch­er Rich­tung“ — in VOSTOK-2010 einge­bun­den wer­den, ein Ver­fahren, das auch schon die frühere sow­jetis­che Marine bei strate­gis­chen Großübun­gen gele­gentlich prak­tiziert hat.

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