Rheinmetall mit Großauftrag erfolgreich in Russland

Hochmod­ernes Train­ingszen­trum für das rus­sis­che Heer

Für die nun an der Wol­ga entste­hende Anlage hat sich Rhein­metall gemein­sam mit der rus­sis­chen JSCo Oboron­servis in ein­er strate­gis­chen Part­ner­schaft ver­bun­den. JSCo Oboron­servis ist der Gen­er­alun­ternehmer im Pro­jekt und wird die Anlage kün­ftig für die rus­sis­chen Stre­itkräfte als Betreiber­mod­ell führen. 

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Source: Rhein­metall Defence
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Source: Rhein­metall Defence

Die Aus­bil­dung mit­tels Sim­u­la­tion­stech­nik gewährleis­tet den Stre­itkräften nicht nur eine real­ität­sna­he und effiziente Vor­bere­itung von Trup­pen­teilen in unter­schiedlichen Ein­satzszenar­ien, son­dern auch erhe­bliche Einsparungsef­fek­te durch gerin­geren Mate­r­i­al- und Treib­stof­fver­brauch sowie reduziertem Ver­schleiß an schw­erem Gerät. Nach Schätzun­gen des rus­sis­chen Mil­itärs soll sich die jet­zt beauf­tragte Anlage bere­its nach weni­gen Jahren amor­tisiert haben.

Rhein­metall ist mit der Entwick­lung und Liefer­ung der Live-Gefechtssimulations¬anlage beauf­tragt und wird zudem die Real­isierung aller Gew­erke in Muli­no bis zu deren Inbe­trieb­nahme überwachen und für die Ein­hal­tung der Qual­itäts­stan­dards ver­ant­wortlich sein.

Das hochmod­erne Heere­saus­bil­dungszen­trum in Muli­no ist für die Aus­bil­dung von ver­stärk­ten mech­a­nisierten Infan­terie- und Panzer­bri­gaden konzip­iert. Auf einem Are­al von mehr als 500 Quadratk­ilo­me­tern kön­nen die Kräfte in einem inno­v­a­tiv­en Rota­tion­sprinzip an unter­schiedlich­sten Sta­tion beübt wer­den, wobei jed­er Train­ing­steil­nehmer mit­tels elek­tro­n­is­ch­er Iden­ti­fika­tion von einem Train­ingsaus­bil­dungssys­tem erfasst und während der gesamten mehrwöchi­gen Aus­bil­dung bis zum erfol­gre­ichen Abschluss geführt wird.

Dem in Muli­no erst­mals einge­führten Rota­tion­sprinzip für die zu beüben­den Ver­bände wird ein Ein­gangsqual­i­fika­tionsver­fahren mit­tels prak­tis­chen und the­o­retis­chen Nach­weisen in Form von inno­v­a­tiv­en CBT-Mod­ulen vorgeschal­tet sein. Erst nach Fest­stel­lung der Grundqual­i­fika­tion durch­laufen die Teil­nehmer die weit­eren Sta­tio­nen der Aus­bil­dung, die die Live-Gefechtssim­u­la­tion, das Train­ing in virtuellen Sim­u­la­toren, die Aus­bil­dung von Kom­man­deuren mit­tels kon­struk­tiv­er Sim­u­la­tion, das Scharf­schießen auf mod­er­nen Schießbah­nen wie auch weit­ere prak­tis­che Aus­bil­dung­sein­heit­en bein­hal­ten wird. Ein Novum in Muli­no wird die Ver­net­zung der Live (L), virtuellen (V) und kon­struk­tiv­en © Sim­u­la­tion­san­teile zu einem LVC-Sys­tem sein, die einen neuen Maßstab in der mil­itärischen Aus­bil­dung set­zen wird.

Im Rah­men der Live-Gefechtssim­u­la­tion wer­den die auszu­bilden­den Ver­bände und Ein­heit­en kün­ftig unter Ver­wen­dung von Laser­du­ell­sim­u­la­toren und mod­ern­ster Kom­mu­nika­tion­stech­nik mit ihren Orig­i­nal-Ein­satzgeräten und Gefechts­fahrzeu­gen auf einem Übungs­gelände mit ein­er Fläche von ca. 200 Quadratk­ilo­me­tern üben kön­nen. Der scharfe Schuss wird durch den Ein­satz von augen­sicheren Laser­du­ell­sim­u­la­toren für sämtliche Waf­fen­sys­teme, wie z.B. Hand- und Panz­er­ab­wehrwaf­fen, Bor­d­kanonen von Kampf­panz­ern, Haub­itzen oder Bor­d­maschi­nenkanonen von Schützen­panz­ern, simuliert. 

Nach Abschluss des mehrwöchi­gen Aus­bil­dung­spro­gramms wird jede beübte Brigade über einen ver­gle­ich­baren und zer­ti­fizierten Aus­bil­dungs­stand ver­fü­gen. Hier­mit wird der Zielset­zung der Mil­itär­führung in der Rus­sis­chen Föder­a­tion Rech­nung getra­gen, die Aus­bil­dung jed­er Brigade opti­mal an die Ein­satzre­al­ität anzu­passen.

Realitätsnahe Simulation dank innovativer Technik

Die hochkom­plexe Aus­bil­dung­stech­nik, die von Rhein­metall stetig weit­er­en­twick­elt wurde und die im Gefecht­sübungszen­trum (GÜZ) am Stan­dort Let­zlin­gen seit 2001 betrieben wird, hat sich in der Nutzung durch die Bun­deswehr bestens bewährt.
 
Für das Live-Train­ing wer­den dort sämtliche Übung­steil­nehmer, vom einzel­nen Sol­dat­en bis zum Kampf­panz­er, zu Übungs­be­ginn mit Lasersen­soren und kleinen Daten­funkgeräten aus­ges­tat­tet. 
 
Diese Daten­funkgeräte ver­fü­gen über einen GPS-Satel­liten­empfänger und senden ständig Infor­ma­tio­nen über Posi­tion und Sta­tus eines jeden einzel­nen Übung­steil­nehmers in die Leitungszen­trale. Beim Train­ing von Ein­sätzen im urba­nen Umfeld (sog. MOUT-Szenar­ien: Mil­i­tary Oper­a­tions in Urban Ter­rain) wird selb­st die Posi­tion von Sol­dat­en inner­halb von Gebäu­den mit­tels ein­er speziellen Sen­sorik erfasst. Auch der Beschuss schw­er­er Waf­fen­sys­teme auf Gebäude und die entsprechende Wirkung auf Übung­steil­nehmer inner­halb von Gebäu­den kann simuliert wer­den.
 
Zusät­zlich begleit­en mobile Videoteams eine Übung und über­tra­gen ihre Bilder draht­los in Echtzeit in die Zen­trale. Dort laufen alle Dat­en ein­er Übung inklu­sive des gesamten Trup­pen­sprech­funkverkehrs zusam­men. Auf Com­put­er­ar­beit­splätzen und in Gross­bild­pro­jek­tio­nen wer­den die Posi­tion und der Sta­tus aller Übung­steil­nehmer in ein­er 2D/3D Lagekarte inklu­sive der Videoaufze­ich­nun­gen in Echtzeit dargestellt.
 
Sämtliche Ereignisse der Großübung wer­den elek­tro­n­isch aufgeze­ich­net und für nach­fol­gende Besprechun­gen auf­bere­it­et, um die Ergeb­nisse den Üben­den später in einem orts­festen Audi­to­ri­um oder in mobilen Ein­rich­tun­gen im Übungs­gelände zu präsen­tieren. 
 
Sim­u­la­tion­stech­nik von Rhein­metall leis­tet somit einen entschei­den­den Beitrag zu ein­er fundierten, ein­sat­zori­en­tierten Aus­bil­dung, die den Sol­dat­en die best­mögliche Vor­bere­itung für die Erfül­lung ihres mil­itärischen Auf­trags und damit auch ein hohes Maß an per­sön­lich­er Sicher­heit im Ein­satz gewährt.