Nicht nur bei den U-Booten der australischen Marine herrscht chronischer Personalmangel

Zur Zeit kön­nen offen­bar auch die bei­den Minen­jagdboote NORMAN und HAWKESBURY nicht mehr beset­zt wer­den. Aus­tralis­chen Medi­en zufolge mussten bei­de Boote aufgelegt wer­den. Sie gehören zu sechs zwis­chen 1999 und 2002 beschafften, mod­er­nen Booten der HUON-Klasse – Besatzungsstärke jew­eils 36 Mann. Mit ihrer Her­aus­nahme aus dem aktiv­en Dienst muss die aus­tralis­che Marine (vor­erst) auf ein Drit­tel ihrer Minen­ab­wehrkom­po­nente verzicht­en.

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NORMAN (Foto: Michael Nitz)

Schon seit Jahren klagt die aus­tralis­che Marine über Per­son­alschwund. Inzwis­chen gibt es in fast allen Bere­ichen deut­liche Unterbe­set­zung. Grund ist vor allem Konkur­renz durch die boomende Berg­bauin­dus­trie. Ins­beson­dere tech­nis­ches Marineper­son­al erfüllt offen­bar genau die Anforderun­gen der Berg­bau­un­ternehmen. So kann man vor den Marinestützpunk­ten regelmäßig „Head­hunter“ antr­e­f­fen, die Mari­nesol­dat­en mit großzügi­gen Ange­boten abzuwer­ben ver­suchen. Der Aus­sicht, mit deut­lich weniger Arbeit fast das Dop­pelte wie bei der Marine zu ver­di­enen und überdies noch zu Hause bei der Fam­i­lie zu sein, kön­nen viele Seeleute nur schw­er wider­ste­hen.

Schon mehrfach hat­ten Regierun­gen das Per­son­al­prob­lem der fahren­den Flotte als zen­trale Her­aus­forderung beze­ich­net und Pro­gramme zur Attrak­tiv­itätssteigerung angekündigt und auch auf den Weg gebracht, aber alle bish­eri­gen Maß­nah­men haben den Trend zur Abwan­derung nicht brechen kön­nen. Zulet­zt wurde mit Weit­er­verpflich­tung­sprämien gewor­ben, aber eine Ein­malzahlung stößt auf offen­bar auf wenig Res­o­nanz, und dauer­haft hat die Marine „keine Möglichkeit, die Gehäl­ter der Indus­trie zu zahlen“. Auch die erk­lärte Absicht, einige Hil­f­ss­chiffe zumin­d­est teil­weise ziv­il zu beset­zen, ist nur wenig geeignet, das Besatzungs­fehl bei den Kampfein­heit­en zu ver­ringern. Auf der Suche nach weit­eren Alter­na­tiv­en wurde im Dezem­ber eine Del­e­ga­tion nach Großbri­tan­nien geschickt, die Möglichkeit­en zur Rekru­tierung auss­chei­den­der britis­ch­er Sol­dat­en prüfen soll. Zu realen Ergeb­nis­sen dieser Mis­sion gibt es bish­er keine Infor­ma­tio­nen.

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