Malaysia – Feuer zerstört das Landungsschiff SRI INDERAPURA


Im Oktober 2009 hatte ein Feuer das Landungsschiff SRI INDERAPURA (ex-US NEWPORT-Klasse) im Marinestützpunkt Lumut irreparabel zerstört.

Marineforum - HYANGO BONG (Foto: südkor. Marine)
HYANGO BONG
Bildquelle: südkor. Marine

Die 1970 gebaute und 1995 von der US Navy übernommene SRI INDERAPURA war mit 8.500 ts größtes Schiff der Royal Malaysian Navy (RMN), die in ihrer amphibischen Komponente ansonsten bislang nur über kleinere Landungsfahrzeuge verfügt. Das große Landungsschiff führte nicht nur militärische amphibische Operationen durch, sondern war vornehmlich auch mit reinen Transportaufgaben zwischen den weit auseinander liegenden Teilen des südostasiatischen Landes betraut. Als einziges größeres Schiff der RMN konnte es Material auch abseits von Hafeninfrastruktur unmittelbar an einem Strand be- und entladen. Sein Ausfall war dementsprechend nicht nur aus militärischer Sicht ein herber Verlust.

Zumindest vorübergehend hat man nun offenbar Ersatz gefunden. Schon kurz nach dem Brand hatte Südkorea angeboten, der RMN eines seiner Landungsschiffe vorübergehend zur Verfügung zu stellen. Dies wurde nun vertraglich besiegelt. Für (zunächst) ein Jahr kann die RMN die südkoreanische HYANGRO BONG leihweise nutzen. Das erst knapp zehn Jahre alte, in Südkorea gebaute Landungsschiff der ALLIGATOR-Klasse (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Klasse russischer Landungsschiffe) ist mit 4.200 ts zwar nur halb so groß wie die SRI INDERAPURA, aber wie diese uneingeschränkt zu amphibischen Aufgaben befähigt. Es bietet ebenfalls eine Hubschrauberlandeplattform und führt überdies in Davits vier kleinere Landungsboote mit, die vor einer Küste ohne geeigneten Landestrand zusätzlich Optionen bieten.

Die zeitlich doch sehr befristete Ausleihung der HYANGRO BONG könnte darauf hindeuten, dass die RMN hofft, die schon seit einigen Jahren geplante, aber unter Finanzvorbehalten bisher immer wieder verschobene Beschaffung eines Docklandungsschiffes oder gar Hubschrauberträgers nun beschleunigt zu realisieren. Sicher sind mit der Leihgabe aber auch Hoffungen auf koreanischer Seite verbunden. Vielleicht wird ja nach Ablauf der Leihfirst das südkoreanische Schiff käuflich erworben. Darüber hinaus gibt es vermutlich auch Hoffnung, bei einem derartigen Entgegenkommen den Auftrag zum Bau eines Hubschrauberträgers der DOKDO-Klasse zu erhalten. In der engeren Auswahl soll ein solches Schiff bei der RMN schon stehen – so es denn bezahlbar wird.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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