Libyen — Update Stand 1.Juli 2011

nur mar­itime Aspek­te
Am 27. Juni sichtete der vor der libyschen Küste mit Embar­go­op­er­a­tio­nen betraute britis­che Zer­stör­er LIVERPOOL ein kleineres Wach­boot sowie drei Schlauch­boote, die ger­ade den etwa 20 sm west­lich von Mis­ra­ta gele­ge­nen Hafen von Zliten ver­ließen. Die vier von Gad­dahi-Anhängern ges­teuerten Fahrzeuge soll­ten möglicher­weise Minen leg­en. Mehrere Sal­ven aus dem 114-mm Haupt­geschütz des Zer­stör­er trieben sie in den Hafen zurück.

Marineforum - LIVERPOOL (Foto: Michael Nitz)
LIVERPOOL
Bildquelle: Michael Nitz

Ital­ien hat am 17. Juni mit den libyschen Rebellen ein Abkom­men zur „Eindäm­mung der Flüchtlings­be­we­gun­gen über das Mit­telmeer“ geschlossen. Details wur­den nicht bekan­nt gegeben. Ein vor eini­gen Jahren mit der früheren libyschen Regierung vere­in­bartes ähn­lich­es Abkom­men sah jedoch gemein­same Patrouillen direkt vor der libyschen Küste sowie eine unmit­tel­bare Rück­führung dort aufge­grif­f­en­er Flüchtlinge bzw. ille­galer Migranten nach Libyen vor.

Marineforum - C2-A Greyhound (Foto: US Navy)
C2-A Grey­hound
Bildquelle: US Navy

Die amphibis­che Ein­satz­gruppe der US Navy, mit dem Hub­schrauberträger BATAAN und dem Dock­lan­dungss­chiff WHIDBEY ISLAND, hat die Oper­a­tio­nen vor Libyen für etwa eine Woche unter­brochen und durch die Straße von Gibral­tar vor die spanis­che Süd­west­küste ver­legt. Dort nah­men die Ein­heit­en bis zum 29. Juni am amphibis­chen Manöver „Phi­blex 2011“ der spanis­chen Marine teil. Kon­ser­v­a­tive israelis­che Medi­en hat­ten kurz nach Ablaufen zunächst das Gerücht lanciert, der US Ver­band ver­lege vor die syrische Küste.

Nach zwei Wochen Flug­be­trieb auf dem vor Libyen einge­set­zten franzö­sis­chen Flugzeugträger CHARLES DE GAULLE hat die US Navy — unter Hin­weis auf „drin­gen­den Eigenbe­darf“ – zwei trägergestützte Trans­port­flugzeuge C-2A Grey­hound zurück beordert. Die Flugzeuge hat­ten sich nach Aus­sagen der franzö­sis­chen Marine, die über keine ver­gle­ich­baren Maschi­nen ver­fügt, „im Ein­satz unent­behrlich“ gemacht, hat­ten zahlre­iche Trans­port- und Verbindungs­flüge durchge­führt. U.a. hat­ten einge­flo­gene Ersatzteile die anson­sten drin­gend gebotene Rück­ver­legung ein­er Fre­gat­te nach Toulon unnötig gemacht. Eine Alter­na­tive ist derzeit nicht in Sicht.

An der kanadis­chen Paz­i­fikküste, im Marinestützpunkt Esquimalt, bere­it­et sich die Fre­gat­te VANCOUVER auf eine Ver­legung ins Mit­telmeer vor. Sie soll nach mehrwöchigem Tran­sit Schwest­er­schiff CHARLOTTETOWN im Ein­satz vor Libyen ablösen. Die spanis­che Fre­gat­te MENDEZ NUNEZ hat am 29. Juni mit Ein­laufen in den Heimath­afen ihren Libyenein­satz been­det.

In Koop­er­a­tion mit “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen

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