Lettland – Übernahme des zweiten Patrouillenfahrzeugs der SKRUNDRA-Klasse


Am 8. März hat die lettische Riga Shipyard in Kiel das zweite in Deutschland gebaute Patrouillenfahrzeug der SKRUNDRA-Klasse übernommen.

Zur Übernahme hatte die bei Abeking & Rasmussen (A&R) in Lemwerder gebaute CESIS noch unter deutscher Werftflagge am Vortag nach Kiel verlegt. Dort gab es offenbar einige Vorführungen für „geladene Gäste“, vielleicht auch letzte Abnahmefahrten; mindestens drei Mal lief das Fahrzeug kurz in die Kieler Bucht aus. Nun soll der Neubau unter der Flagge der lettischen Riga Shipyard nach Riga überführt werden. Nach (vermutlich) Restarbeiten ist dort dann „im Frühjahr“ die feierliche Indienststellung bei der lettischen Marine geplant.

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CESIS vor Cuxhaven auf dem Weg nach Kiel (Foto: Frank Findler)

2008 hatte A&R von der lettischen Marine den Auftrag zum Bau von fünf 26-m Booten einer Designvariante von in den letzten Jahren bei A&R gebauten SWATH-Lotsentendern und Lotsenstationsschiffen erhalten. SWATH (Small Waterplane Area Twin Hull) ist ein spezielles Doppelrumpfdesign, bei dem die das Schiff tragenden „Verdrängungselemente“ unter der Wasseroberfläche konzentriert sind. SWATH-Schiffe haben damit einen größeren Tiefgang als herkömmliche Schiffe oder auch Katamarane, werden aber – quasi wie U-Boote – weit weniger von Seegang beeinträchtigt. Die außergewöhnliche Seefähigkeit mit der Möglichkeit auch zu ausgedehnten Schlechtwetteroperationen war für die Bestellung durch die lettische Marine ausschlaggebend. Sie will die neuen Boote vor allem in der Überwachung von Hoheitsgewässern und Wirtschaftszonen nutzen sowie bei Bedarf in internationale Operationen einbringen. Auf dem Vorschiff lassen sich überdies kurzfristig Module einrüsten, die einen Einsatz auch zur Minenabwehr oder als Plattform für Taucher erlauben.

Die ersten zwei der fünf Boote wurden bei A&R in Lemwerder gebaut. Nach Überwindung finanzieller Probleme und mit etwas Verspätung wurde Typboot SKRUNDRA im April 2011 in Dienst gestellt; mit der CESIS ist nun das zweite Boot übergeben. Die anderen drei Einheiten entstehen mit deutscher Werfthilfe bei der Riga Shipyards in Lettland. Im November 2010 wurde hier das dritte Boot auf Kiel gelegt; die VIESITE soll laut Plan im August 2012 fertig sein. „Bis 2014“ sollen dann JELGAVA und REZEKNE das Vorhaben abschließen. Die Namen der fünf Neubauten gehen übrigens auf historische Orte im lettischen Freiheitskampf zurück.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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