Korea


Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel dauern unvermindert an.


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Am 2. Juni meldeten südkoreanische Medien die Vorbereitung weiterer Raketentests. An der Ostküste seien mobile Starter für Küsten-FK in Stellung gebracht worden. Unverändert bereitet der kommunistische Norden offenbar auch den Start einer Langstreckenrakete Taepodong-2 vor (Mitte Juni ?). Derzeit ist allerdings unklar, ob diese an der Ostküste (mit Flugweg über Japan hinweg) gestartet wird, oder erstmals von einem neuen Testgelände an der Ostküste (dann mit Flugrichtung Süden mit Zielgebiet im Pazifik östlich Taiwan).

Japanische und US-amerikanische Aegis-Schiffe sind für beide Varianten in Bereitschaft. Der derzeit noch einzige für Raketenabwehr konzipierte südkoreanische Aegis-Zerstörer SEJONG DAEWAN (KDX-III) kann allerdings nicht zum Einsatz kommen. Ausgerechnet Probleme mit der für Raketenabwehr unerlässlichen Systemsoftware zwingen das erst im Dezember in Dienst gestellte Schiff vorerst an die Werftpier.

Öffentlichkeitswirksam hat die südkoreanische Marine allerdings am 2. Juni ihre neueste FK-Korvette YOON YOUGH HUA ins Gelbe Meer verlegt. Das Boot soll hier nordkoreanischen Provokationen an der umstrittenen Seegrenze – der so genannten Northern Limit Line – begegnen.

Hier hat es am 4. Juni einen ersten Zwischenfall gegeben, als ein nordkoreanisches Patrouillenboot die NLL etwa eine Seemeile tief in südkoreanische Gewässer überschritt. Nach etwa einer Stunde zog sich das Boot aber wieder in eigene Gewässer zurück. Politische Beobachter vermuten, dass Nordkorea mit Blick auf die ungewöhnlich scharfe Kritik seines “Verbündeten” China derzeit (noch) nicht um jeden Preis weiter eskalieren möchte.

Mit besonderer Besorgnis werden in Südkorea amphibische Übungen der nordkoreanischen Marine registriert. Am 1. Juni haben Luftkissenboote an der Westküste die Besetzung einer kleinen Insel geübt. Die zu dieser Jahreszeit so noch nie abgehaltenen Übungen waren von Schießabschnitten mit scharfer Munition begleitet. Berichtet wird auch über eine angebliche Weisung an die am Gelben Meer stationierten nordkoreanischen Einheiten, ihre Munitionsvorräte aufzufüllen und zu verdoppeln. Südkorea befürchtet im Falle einer Lageverschärfung (z.B. weitere UN Sanktionen nach erneutem Langstreckenraketentest) einen provokativen nordkoreanischen Angriff auf eine seiner Insel im Gelben Meer.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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