Iran — Verkündung eines neuen Waffensystems

Kurz vor dem 32. Jahrestag der Islamis­chen Rev­o­lu­tion (11. Feb­ru­ar 1979) hat der Befehlshaber der Rev­o­lu­tion­s­gar­den die Ein­führung eines neuen Waf­fen­sys­tems verkün­det.

Marineforum - ballistischer Seeziel-FK Khalij Fars (Foto: FARS)
bal­lis­tis­ch­er Seeziel-FK Khal­ij Fars
Bildquelle: FARS

Wie BrigGen Moham­mad Ali Jafari am 7. Feb­ru­ar bei ein­er Pressekon­ferenz erk­lärte, habe die „Massen­pro­duk­tion eines intel­li­gen­ten, bal­lis­tis­chen Flugkör­pers zur Bekämp­fung von Seezie­len“ begonnen. Die von Land abge­feuerte „Khal­ij Fars“ fliege ihr Ziel mit mehr als dreifach­er Schallgeschwindigkeit an, könne von Radar nicht ent­deckt wer­den und sei „immun gegen jegliche Abfangver­suche“. Sie habe eine Reich­weite von 300 km und trage eine 650-kg Gefecht­sladung. Experten erken­nen auf veröf­fentlicht­en offiziellen Fotos eine leicht mod­i­fizierte Kurzstreck­en­rakete vom Typ Fateh-110 (ein­stu­fig, Fest­stofftrieb­w­erk). Dieser Flugkör­p­er fol­gt ein­er bal­lis­tis­chen Flug­bahn, ver­lässt dabei auf­grund sein­er rel­a­tiv kurzen Reich­weite aber nicht die Atmo­sphäre.

Ein eben­falls veröf­fentlicht­es offizielles Video (einige Tage auch auf der Inter­net-Plat­tform YouTube zu sehen, inzwis­chen aber dort wieder ent­fer­nt) zeigte die neue Rakete bei einem erfol­gre­ichen Testschuss gegen ein vor der Küste ver­ankertes Schiff. Das Video — so es denn authen­tisch und nicht (wie bei früheren der­ar­ti­gen Pub­lika­tio­nen dur­chaus üblich) mit spezieller Foto-Soft­ware „nach­bear­beit­et“ war — ließ für den Zie­len­dan­flug auf eine optis­che Steuerung (Vide­olink) schließen; ob diese auch durch Radar oder Infrarot unter­stützt wird, ist unklar. Beim Testschuss wurde das Ziel präzise getrof­fen und spek­takulär ver­nichtet. Zur Zie­lent­fer­nung wur­den allerd­ings keine Angaben gemacht, und die Wirk­samkeit gegen ein beweglich­es Ziel in ein­er sich ständig ändern­den tak­tis­chen Lage dürfte sich deut­lich von der gegen ein zuvor genauestens ver­messenes sta­tionäres Ziel unter­schei­den. Gen­er­al Jafaris Behaup­tun­gen zur Unmöglichkeit ein­er Ortung und Bekämp­fung der anfliegen­den Rakete sind als bloße Pro­pa­gan­da zu werten, sollen wohl vornehm­lich auch nur die eigene Bevölkerung begeis­tern. Jedes zur Bal­lis­tic Mis­sile Defence (BMD) befähigte Kriegss­chiff wird sich­er auch die „Khal­ij Fars“ erfassen, ver­fol­gen und effek­tiv abfan­gen kön­nen.

Beze­ich­nen­der­weise erfol­gte die Präsen­ta­tion der „Khal­ij Fars“ nur einen Tag nach­dem Gen­er­al Jafari für den Fall ein­er Bedro­hung des Iran (mal wieder) mit der Sper­rung der Straße von Hor­muz gedro­ht hat­te. In dieser Meerenge sich auf fes­ten Kursen über de fac­to vor­pro­gram­mier­bare Posi­tio­nen rel­a­tiv langsam bewe­gende, große Super­tanker wären sich­er geeignetere Ziele als schnelle, BMD-fähige Kampf­schiffe. Sich­er auch nicht rein zufäl­lig erfol­gt die Verkün­dung der Serien­reife („begonnene Massen­fer­ti­gung“) eines bal­lis­tis­chen Seeziel-FK zeit­nah zu Diskus­sio­nen über ein ähn­lich­es chi­ne­sis­ches Pro­gramm (DF-21), das in den USA offen­bar erhe­bliche Kopf­schmerzen bere­it­et. Hier wird man zumin­d­est psy­chol­o­gisch sehr gern auf­sat­teln wollen.

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