Indien/Russland — Verzögerung des Transfers des russischen nukleargetriebenen U‑Bootes NERPA

Der Trans­fer des rus­sis­chen nuk­lear­getriebe­nen U‑Bootes NERPA an die indis­che Marine verzögert sich um fast ein halbes Jahr.

Nach­dem die indis­che Marine Ende der 80er Jahre mit der CHAKRA ein nuk­lear­getriebenes U‑Boot der CHAR­LIE-I-Klasse für drei Jahre in Rus­s­land geleast hat­te, began­nen 1996 Ver­hand­lun­gen über ein Leas­ing eines weit­eren nuk­lear­getriebe­nen U‑Bootes. Ende 2001 melde­ten Medi­en Ver­trag­sun­terze­ich­nung mit der rus­sis­chen Rüs­tung­sex­port­be­hörde Rosoboronex­port – offizielle Demen­tis fol­gten auf dem Fuß. Inzwis­chen wird aber auch offiziell kein Hehl mehr daraus gemacht, dass die indis­che Marine in einem 10-jähri­gen Leasingabkom­men die NERPA übernehmen soll.

Marineforum - NERPA (Foto: nn / Internet)
NERPA
Bildquelle: nn / Inter­net

Das ursprünglich zur AKU­LA-I-Klasse gehörende, im Ver­lauf sein­er Fer­tig­stel­lung aber sich­er gehörig mod­i­fizierte Boot war schon Ende 1991 im fer­nöstlichen Kom­so­mol­sk auf Kiel gelegt wor­den; wegen fehlen­der Finanzierung musste der Bau mehrere Jahre unter­brochen wer­den. Ver­mut­lich nach der Eini­gung mit Indi­en wurde dann weit­er gear­beit­et und die NERPA – offiziell noch immer für die rus­sis­che Marine bes­timmt — im Juni 2006 auch zu Wass­er gelassen.

Ihre Indi­en­st­stel­lung war schon für 2008 angekündigt, aber ein schw­er­er Unfall bei Erprobun­gen in See (mit min­destens 20 Toten) machte diese Pla­nung hin­fäl­lig. Erst im Mai 2009 kon­nte die Werft die Repara­turen (für die vorüberge­hend Geld fehlte) abschließen. In der zweit­en Jahreshälfte 2009 wur­den in der Japansee mehrere Serien von Erprobun­gen und Abnah­me­fahrten durchge­führt, nach denen die rus­sis­che Marine am 28. Dezem­ber 2009 die NERPA (K‑152) bei der Paz­i­fik­flotte in Dienst stellte.

Die offizielle Indi­en­st­stel­lung durch die rus­sis­che Marine ist Teil des formellen Ver­fahrens, denn nicht die Werft übergibt das U‑Boot an Indi­en, son­dern die rus­sis­che Marine über­lässt es lei­h­weise. Schon bei den Erprobun­gen im Som­mer 2009 waren indis­che Tech­niker mit von der Par­tie, und seit Sep­tem­ber soll auch schon eine fer­tig aus­ge­bildete indis­che Besatzung das Boot mit gefahren haben. Noch im Feb­ru­ar war offiziell angekündigt wor­den, dass die NERPA im Mai nach Indi­en ver­legen und dort im Juni/Juli von der indis­chen Marine als neue CHAKRA in Dienst gestellt wer­den sollte. Am 1. Juni wurde nun die Indi­en­st­stel­lung für „Okto­ber oder Novem­ber“ angekündigt. Gründe für die Verzögerung wur­den nicht genan­nt. Die Besatzungsaus­bil­dung ist voll­ständig abgeschlossen, ver­mut­lich sollen aber noch einige Waf­fen­sys­te­mer­probun­gen (Waf­fenein­satz unter tak­tis­chen Bedin­gun­gen) durchge­führt wer­den.

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