Indien – Zerstörer der KOLKATA-Klasse


Bei Mazagon Dockyards (MDL) in Mumbai ist am 1. April der dritte Zerstörer der KOLKATA-Klasse vom Stapel gelaufen.

Marineforum - Stapellauf der CHENNAI (Foto: Mazagon / Rediff)
Stapellauf der CHENNAI
Bildquelle: Mazagon / Rediff

Die von der Ehefrau des Verteidigungsministers getaufte CHENNAI ist das vorerst letzte Schiff dieser Klasse – eine „komplette Eigenentwicklung“, deren Bau im Mai 2000 von der Regierung gebilligt worden war. Derzeit ist noch unklar, ob eine Option auf weitere drei Einheiten wahrgenommen wird. Im September 2003 erfolgte die Kiellegung des Typschiffes KOLKATA, das nach ursprünglicher Planung schon 2007 in Dienst gestellt werden sollte, aber erst 2006 vom Stapel lief. Inzwischen geht man realistischerweise von einer Indienststellung in 2012 aus.

Die Projektnummer 15A der neuen Schiffe zeigt, dass sie in direkter Nachfolge der in den 90-er Jahren ebenfalls bei Mazagon gebauten Zerstörer der DELHI-Klasse (Projekt 15) stehen. Beide Klassen sind mit voll beladen 7.000 ts auch größenmäßig fast identisch, unterscheiden sich aber im Detail. Die neuen Schiffe sollen über ausgeprägtere Stealth-Eigenschaften verfügen und natürlich die zwischenzeitliche technologische Weiterentwicklung reflektieren.

Stolz weist man darauf hin, dass „die meisten Waffensysteme“ aus heimischen Rüstungsbetrieben stammen. So werden sie anstelle der auf der DELHI-Klasse eingerüsteten russischen Seeziel-FK SS-N-25 mit 16 aus einem Senkrechtstartsystem zu verschießenden Seeziel-FK Brahmos bestückt (gemeinsam mit Russland entwickelt, überschallschnell, landzielfähig, Reichweite fast 300 km). Zur Flugabwehr und Luftraumverteidigung waren ursprünglich eigenentwickelte Flugkörper Trishul mit hoher Reichweite vorgesehen. Dieses System wird nach diversen Fehlschlägen aber nicht in Serie produziert. Statt dessen werden die neuen Zerstörer wohl von der im Januar 2006 mit Israel Aircraft Industries vereinbarten gemeinsamen Entwicklung und Beschaffung von Barak-II/NG (Barak New Generation, Reichweite 60km) profitieren.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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