Indien — Stapellauf des dritten und letzten geplanten Zerstörers der KOLKATA-Klasse

Zeit­gle­ich mit dem Stapel­lauf des drit­ten und let­zten geplanten Zer­stör­ers der KOLKATA-Klasse forderte das indis­che Vertei­di­gungsmin­is­teri­um bere­its im April 2009 den Bau weit­er­er Zer­stör­er; im Sep­tem­ber dieses Jahres hat die Regierung nun die Mit­tel für dieses Vorhaben bewil­ligt.

Marineforum - Modell der KOLKATA (Foto: hans Karr)
Mod­ell der KOLKATA
Bildquelle: Hans Karr

2003 hat­te die Mazagon Dock­yards (MDL) in Mum­bai die KOLKATA auf Kiel gelegt. Die Pro­jek­t­beze­ich­nung 15A zeigte die direk­te Nach­folge der in den 1990-er Jahren eben­falls bei MDL gebaut­en Zer­stör­er der DEL­HI-Klasse (Pro­jekt 15). Bei­de Klassen sind mit voll beladen 7.000 ts auch größen­mäßig fast iden­tisch, aber KOLKATA ver­fügt über aus­geprägtere Stealth-Eigen­schaften und reflek­tiert natür­lich auch die tech­nol­o­gis­che Entwick­lung. Typ­schiff KOLKATA sollte eigentlich schon 2007 in Dienst gestellt wer­den; die Fer­tig­stel­lung verzögert sich aber deut­lich. Real­is­tis­cher­weise geht man derzeit von 2012 aus.

Das Vorhaben Pro­jekt 15A bein­hal­tete von Beginn an eine Option auf weit­ere drei Schiffe. Diese Option wird nun wahrgenom­men und sog­ar auf vier Schiffe erweit­ert. Angesichts der Verzögerun­gen beim Bau der KOLKATA-Klasse, der zwis­chen­zeitlichen tech­nol­o­gis­chen For­ten­twick­lung und nicht zulet­zt auch eines weit­er entwick­el­ten oper­a­tiv­en Ein­satzkonzeptes wird es sich bei ihnen allerd­ings nicht mehr um ein bloßes zweites Los der KOLKATA-Klasse han­deln. Die Pro­jek­t­beze­ich­nung 15B lässt zwar erken­nen, dass auch diese Neubaut­en noch in der Nach­folge des ursprünglichen DEL­HI-Designs ste­hen, aber sie stellen über KOLKATA hin­aus gehend eine weit­ere Evo­lu­tion dar.

So sollen sie mit fast 8.000 ts (165m) größer wer­den als die KOLKATA. Als Bewaffnung wer­den landzielfähige Flugkör­p­er (neue Vari­ante von Brah­mos?) genan­nt. Zur Flu­gab­wehr bzw. Luftraumvertei­di­gung sind wohl israelis­che Barak 1 und Barak 2/NG sowie rus­sis­che Näch­st­bere­ichs­flu­gab­wehrsys­teme Kash­tan vorge­se­hen. Radar, Sonar und andere elek­tro­n­is­che Anla­gen sowie das (für Flu­gab­wehrauf­gaben opti­mierte) Gefechts­führungssys­tem sollen sämtlich aus heimis­ch­er Fer­ti­gung kom­men.

Aus­ländis­che Her­steller sollen prak­tisch nur über Lizen­zen für indis­che Fer­ti­gung (z.B. Gas­tur­binen) beteiligt sein. Alle vier Schiffe sollen direkt im Anschluss an die Fer­tig­stel­lung des let­zten Zer­stör­ers der KOLKATA-Klasse (etwa ab 2014) bei MDL gebaut wer­den.

In Koop­er­a­tion mit “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen

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