Indien — Neue Studie der indischen Marine

Die Ergeb­nisse ein­er Studie sollen der indis­chen Marine helfen, die Schere zwis­chen ihren Forderun­gen und den Fähigkeit­en der heimis­chen Kriegss­chiff­bau-Indus­trie schließen.
Marinebe­fehlshaber Admi­ral Nir­mal Ver­ma stellte bei der Eröff­nung ein­er Marinerüs­tungsmesse die „Study on Build­ing India’s Navy: Force Require­ments and Indige­nous Capa­bil­i­ty“ vor. Ker­naus­sage ist, dass ent­ge­gen landläu­figer Mei­n­ung die indis­che Indus­trie dur­chaus über Kapaz­itäten und auch Kom­pe­tenz ver­fügt, den Bedarf der Marine an hochw­er­ti­gen, dem derzeit­i­gen Stand der Tech­nolo­gieentsprechen­den Rüs­tung­spro­duk­ten in vollem Umfang zu deck­en. Allerd­ings bedürfe es dazu einiger Änderun­gen.

Unverblümt erk­lärte der Admi­ral, für seine Marine sei schon 1964 eine Flot­ten­stärke von 140 Schif­f­en und U-Booten bewil­ligt wor­den. In mehr als vier Jahrzehn­ten habe man es aber nie geschafft, über mehr als 130 Ein­heit­en hin­aus zu kom­men, und gut 40 Prozent aller Schiffe und U-Boote seien heute obso­let und mit völ­lig ver­al­teten Sys­te­men bestückt. Haupt­grund dafür sei die Dom­i­nanz der staatlich kon­trol­lierten Werften (Pub­lic Sec­tor Ship­yards) wie z.B. Mazagon Dock­yards in Mum­bai oder Gar­den Reach in Kalkut­ta. Die im pri­vat­en Schiff­bau vorhan­de­nen Kapaz­itäten seien von Marineaufträ­gen aus­geschlossen gewe­sen; wirk­liche Auss­chrei­bun­gen habe es nie gegeben. Dies habe schließlich dazu geführt, dass kaum ein Vorhaben der Marine im geforderten Zeitrah­men fer­tig gewor­den sei, und dass man gezwun­gen gewe­sen sei, Schiff­bauaufträge ins Aus­land zu vergeben. Das qua­si Monopol einiger weniger Werften habe überdies die Kosten für die meis­ten Pro­jek­te in die Höhe getrieben.

Marineforum - Fregatte der SHIVALIK-Klasse bei Mazagon im Bau (Foto: MDL)
Fre­gat­te der SHIV­A­LIK-Klasse bei Mazagon im Bau
Bildquelle: MDL

Derzeit beste­ht — so der Admi­ral weit­er — ein jährlich­er Bedarf an sieben Neubaut­en für die Marine und weit­eren fünf für die Küstenwache. Mit Blick auf die „Leis­tun­gen“ der ver­gan­genen Jahrzehnte kön­nten die staatlichen Werften diesen nicht deck­en. An ein­er Ein­bindung der pri­vat­en Werften führe kein Weg vor­bei, und diese stün­den auch bere­it, ihre Kapaz­itäten in die Erfül­lung der Flot­ten­pla­nung einzubrin­gen und selb­st größere Vorhaben durchzuführen (Anmerkung der Redak­tion: im Juli hat gegen hefti­gen Wider­stand der staatlichen Werften die pri­vate Pipa­pav Ship­yard auch bere­its den Auf­trag zum Bau von fünf neuen 2.000 ts Off­shore Patrol Ves­sel für die Marine erhal­ten).

Bei Auss­chöp­fung aller staatlichen und zivilen Kapaz­itäten könne die indis­che Marine sich ohne jeden Zweifel fast auss­chließlich bei der heimis­chen Indus­trie „bedi­enen“. Ziel sei denn auch ein weitest­ge­hen­der Verzicht auf im Aus­land gebaute Kampf- und Hil­f­ss­chiffe. Kon­tak­te zu aus­ländis­chen Schiff- und U-Boot­bauern wür­den sich auf Tech­nolo­gi­etrans­fer und Lizen­zen für Baut­en auf heimis­chen Werften beschränken.

In Koop­er­a­tion mit “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen

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