Indien — Fregatte der TALWAR-Klasse in Dienst gestellt

Mit gehöriger Ver­spä­tung kon­nte die indis­che Marine am 27. April endlich die erste von drei in Rus­s­land gebaut­en Fre­gat­ten eines zweit­en Los­es der TAL­WAR-Klasse in Dienst stellen.

Zur feier­lichen Über­nahme der TEG von der rus­sis­chen Yan­tar-Werft war der Befehlshaber des Marinekom­man­dos Süd, VAdm Sushil, nach Kalin­ingrad angereist. 2003/2004 hat­te die indis­che Marine bere­its drei Fre­gat­ten der TAL­WAR-Klasse (auch als KRIVAK-IV beze­ich­net) aus Rus­s­land erhal­ten. Diese Schiffe waren noch bei der Baltischen Werft in St. Peters­burg gebaut wor­den. Erste Erfahrun­gen waren offen­bar so gut, dass man sich rel­a­tiv schnell entschloss, ein zweites Los von noch ein­mal drei Ein­heit­en zu bestellen, dies­mal aber (auf poli­tis­chen Druck aus Moskau) bei Yan­tar in Kalin­ingrad zu bauen. Sie soll­ten gegenüber dem ersten Los leicht mod­i­fiziert sein, über verbesserte Stealth-Eigen­schaften ver­fü­gen und als Haupt­waf­fen­sys­tem den gemein­sam mit Rus­s­land entwick­el­ten. über­schallschnellen Seeziel-FK Brah­mos tra­gen (Los 1 noch SS-N-27).

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TEG (Foto: offz.)

Im Juni 2007 begann der Bau der ersten TAL­WAR-mod; schon 2009 sollte die TEG fer­tig sein. Nur sechs Monate nach Baube­ginn sorgten Berichte über tech­nis­che Prob­leme, unzure­ichende Werft­in­fra­struk­tur bei Yan­tar, Kostenüber­schre­itun­gen und abse­hbare erhe­bliche Bau­verzögerun­gen in Indi­en für Alarm­stim­mung. Medi­en melde­ten überdies, die Werft fordere „wegen Ver­falls des US Dol­lars“ mehr Geld. Nach ein­er Serie von Ver­hand­lun­gen ver­meldete man einen „rev­i­dierten Zeit­plan“. Die TEG könne nun im April 2011 in Dienst gestellt wer­den. Experten blieben skep­tisch und sahen sich bestätigt. Erst im März 2011 fan­den erste Stand­proben an der Pier statt. Im August 2011 informierte die rus­sis­che Rüs­tung­sex­port­be­hörde Rosoboronex­port das indis­che Vertei­di­gungsmin­is­teri­um offiziell über die erneute Nichtein­hal­tung der vere­in­barten Liefer­t­er­mine. Zur Begrün­dung hieß es dies­mal, bei Yan­tar fehle es an aus­re­ichend qual­i­fiziertem Fach­per­son­al, und rus­sis­che Sub­un­ternehmer wür­den nicht zeit­gerecht liefern.

Der jet­zt für die TEG genan­nte Ter­min – April 2012 — wurde nun auch einge­hal­ten. Auch bezüglich der bei­den anderen Fre­gat­ten macht sich Zuver­sicht bre­it. TARKASH soll im Sep­tem­ber dieses Jahres, TRIKAND dann Mitte 2013 fol­gen.

Die TEG wird sich nun schnell auf den Weg in die kün­ftige Heimat machen. Schon in der zweit­en Juni­hälfte soll sie dort ein­tr­e­f­fen. Auf der Ver­lege­fahrt sind mehrere Hafenbe­suche geplant, u.a. übri­gens auch in Ham­burg.

In Koop­er­a­tion mit “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen

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