Indien

Vor gut einem Jahr hat die indis­che Marine das ehe­ma­lige Dock­lan­dungss­chiff (LPD) TRENTON von der US-Navy über­nom­men und als JALASHWA in Dienst gestellt.

Marineforum - von STM für die Marine Singapurs gebautes Docklandungsschiff (Foto: STM)
Von STM für die Marine Sin­ga­purs gebautes Dock­lan­dungss­chiff
Bildquelle: STM
Da immer wieder die Notwendigkeit zum Aus­bau der amphibis­chen Kapaz­ität betont wird, gibt es seit­dem per­ma­nent Speku­la­tio­nen über Pläne zur Beschaf­fung min­destens eines weit­eren LPD. Berichte über einen beab­sichtigten Trans­fer der NASHVILLE (Schwest­er­schiff der TRENTON) erwiesen sich als ver­früht. Im Gegen­teil: wegen des des­o­lat­en Zus­tandes der früheren TRENTON wird die Sinnhaftigkeit ihrer Über­nahme zunehmend kri­tisch hin­ter­fragt. Nun soll nach Infor­ma­tio­nen aus dem indis­chen Vertei­di­gungsmin­is­teri­um entsch­ieden wor­den sein, selb­st neue Dock­lan­dungss­chiffe zu bauen.

Werfthil­fe soll dabei von der ST Marine aus Sin­ga­pur kom­men, die wohl auch das Design entwick­eln soll. STM hat bere­its vier 8.500ts große LPD der ENDURANCE-Klasse für die Marine Sin­ga­purs gebaut, die sich auch in mehreren Ein­sätzen gut bewährt haben. Dass ENDURANCE allerd­ings unmit­tel­bare Design­vor­lage für das indis­che Vorhaben wer­den kön­nte, ist zweifel­haft. Die von der indis­chen Marine geforderten Trans­portka­paz­itäten (1.500 Mann, 100 leichte Panz­er und zahlre­iche Fahrzeuge) und Platz für 12 (!) Hub­schrauber deuten auf ein erhe­blich größeres (über 10.000 ts) Schiff, vielle­icht sog­ar einen Hub­schrauberträger. Bauw­erft soll die indis­che Cochin Ship­yards wer­den.

Nach den Vorstel­lun­gen der indis­chen Marine soll es nicht bei einem Einzelschiff bleiben. Eine 2004 erstellte Studie nen­nt als langfristiges Ziel eine amphibis­che Trans­portka­paz­ität von ins­ge­samt 10.000 Mann. Ob dieses doch sehr ehrgeizige Ziel real­isiert wer­den kann, scheint angesichts ein­er „Tra­di­tion“ zahlre­ich­er, immer wieder mod­i­fiziert­er und/oder ver­wor­fen­er indis­ch­er Rüs­tung­spro­jek­te sehr fraglich.

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