Großbritannien – USA


Sowohl die britische Royal Navy als auch die amerikanische US-Navy sind bei der Neugestaltung ihrer Minenabwehrfähigkeiten einen Schritt voran gekommen.

Marineforum - Remus (Foto: Royal Navy) Beide Marinen stehen bei ihren außerheimischen Einsätzen der letzten Jahre zunehmend vor dem Dilemma, dass Minenabwehrfähigkeit im Einsatzgebiet unverzichtbar ist, die für diese Rolle ausgerüsteten, kleineren Minenjagdboote aber nur sehr begrenzt zur Verlegung über globale Distanzen geeignet sind.

So werden Minenabwehrfahrzeuge entweder von Transportschiffen in ein Operationsgebiet gebracht, oder verlegen in aufwändigen, teils mehrwöchigen Transits auf eigenem Kiel. Bei kurzfristig notwendig werdenden Einsätzen muss ein Einsatzverband meist sogar zunächst einmal gänzlich auf eine organische Minenabwehrkomponente verzichten. Einmal in einem Einsatzgebiet angekommen, zwingen dann nicht zuletzt Gründe der Kostenersparnis die verlegten Boote zu teils mehrjährigen Stationierungen fernab der Heimatbasen, mit Instandsetzungen auf ausländischen Werften und zwischenzeitlichen Besatzungswechseln.

Eine Lösung dieses Problems sehen beide Marinen in der Entwicklung von kurzfristig einrüstbaren Minenabwehrmodulen, die grundsätzlich jedes in einen Einsatz entsandte Schiff auch zur effektiven Minenabwehr befähigen. Für die Royal Navy soll dies die in den USA beim Woods Hole Oceanographic Institute entwickelte Minenabwehrdrohne Remus 600 werden.

Das 2009 einzuführende, ferngelenkte Gerät, von dem jetzt zwei Prototypen bestellt wurden, kann von jedem Schiff ausgesetzt werden, das über einen 1-t Kran bzw. Davit verfügt. Es kann an Bord mitgeführt werden, aber auch auf dem Land- oder Luftweg in ein Einsatzgebiet transportiert werden. Remus 600 soll Minen insbesondere in Wassertiefen zwischen 30m und 200m entdecken und klassifizieren können (die maximale Einsatztiefe liegt sogar bei 600m).

Marineforum - RMS (Grafik: US-Navy)) Bei einer ähnlichen Entwicklung in den USA hat Lockheed Martin im April und September zwei Subsysteme RMMV zum für Zerstörer ARLEIGH BURKE und die neuen Littoral Combat Ships vorgesehenen Remote Minehunting System (RMS) an die US Navy geliefert.

RMMV (Remote Multi-Mission Vehicle) ist eine unbemannte Drohne, die dicht unter der Wasseroberfläche fahrend mit einem von ihr geschleppten tiefenvariablen Sonar Unterwasserbedrohungen erfasst.

Die erste Anlage wurde auf dem Zerstörer BAINBRIDGE (ARLEIGH BURKE-III) installiert und wird von dem derzeit dem NATO-Einsatzverband SNMG-1 als Flaggschiff zugeteilten Schiff unter Einsatzbedingungen erprobt. Das zweite RMMV ist für die FREEDOM vorgesehen, den ersten Prototypen des Littoral Combat Ships.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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Alle Informationen entstammen frei zugänglichen Quellen. Bildquelle: Royal Navy