Großbritannien — Rückkehr des nukleargetriebenen U-Boot SCEPTRE

Am 28. Mai kehrte das nuk­lear­getriebene U-Boot SCEPTRE von einem acht­monati­gen Ein­satz nach Großbri­tan­nien zurück.

Das Boot lief allerd­ings nicht im schot­tis­chen Heimath­afen Faslane ein, son­dern wurde im südenglis­chen Devon­port begrüßt, und der beim Ein­laufen bis ans Heck reichende, lange Wim­pel sig­nal­isierte nicht nur als „Heimatwim­pel“ eine lange Reise (ins­ge­samt 31.000 sm), son­dern als „Decom­mis­sion­ing Pen­nant“ zugle­ich auch das Ende der 32-jähri­gen Dien­stzeit des let­zten noch aktiv­en britis­chen U-Bootes der SWIFT­SURE-Klasse.

Marineforum - SCEPTRE mit 'Decommissioning Pennant' (Foto: Royal Navy)
SCEPTRE mit ‘Decom­mis­sion­ing Pen­nant’
Bildquelle: Roy­al Navy

Sechs U-Boote dieser Klasse hat­te die Roy­al Navy zwis­chen 1973 und 1981 in Dienst gestellt. Auf dem Höhep­unkt des Kalten Krieges lagen mit Blick auf die sow­jetis­che Nord­flotte ihre Oper­a­tions­ge­bi­ete vornehm­lich im Nor­dat­lantik und in der Nor­we­gensee; sie kamen bei Bedarf aber auch weltweit zum Ein­satz. So führte auch die let­zte Fahrt die SCEPTRE fern von der Heimat in den Indik und rund um Südafri­ka in den Südat­lantik. Im Feb­ru­ar sorgte das U-Boot kurz für Aufre­gung im britis­chen „Blät­ter­wald“, als Medi­en über einen Ein­satz bei den Falk­land Inseln berichteten, wo die SCEPTRE ange­blich die Explo­rations­bohrung ein­er britis­chen Ölge­sellschaft gegen argen­tinis­che Dro­hun­gen schützen sollte. Ob das U-Boot tat­säch­lich bei den Falk­lands einge­set­zt wurde, ist nicht bekan­nt.

Der Zer­fall der Sow­je­tu­nion war auch für die U-Boote der SWIFT­SURE-Klasse Zäsur. Nach nur 19 Dien­st­jahren wurde Typ­boot SWIFTSURE schon 1992 aus­ge­mustert. Einige Schwest­er­boote wur­den zur Erweiterung ihres Ein­satzspek­trums noch zum Ver­schuss von Landziel-Marschflugkör­pern Tom­a­hawk umgerüstet, aber auch ihre Aus­musterung war nur noch eine Frage der Zeit. Zwis­chen 1983 und 1991 hat­te die Roy­al Navy bere­its neue U-Boote der TRAFAL­GAR-Klasse in Dienst gestellt, und Zulauf der noch neueren ASTUTE-Klasse sollte das Schick­sal der alten SWIFTSURE besiegeln. Zwar erhiel­ten einige Boote wegen Bau­verzögerung bei der ASTUTE-Klasse noch eine Gnaden­frist, inzwis­chen sind aber mit Aus­nahme der SCEPTRE alle SWIFTSURE außer Dienst. Die SCEPTRE wird die kom­menden etwa sechs Monate noch in „extend­ed readi­ness“ (eine Art Reser­ves­ta­tus) in Devon­port neben anderen aus­ge­musterten Schif­f­en an der Pier ver­brin­gen. Im Dezem­ber soll dann ihre formelle Außer­di­en­st­stel­lung erfol­gen. Das wird dann auch das offizielle Ende für die SWIFT­SURE-Klasse.

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