Großbritannien — Grundüberholung und Modernisierung des Royal Fleet Auxiliary Vessel ARGUS abgeschlossen

Nach ein­er erst vor eini­gen Jahren durchge­führten umfan­gre­ichen Grundüber­hol­ung und Mod­ernisierung hat das Roy­al Fleet Aux­il­iary Ves­sel ARGUS eine Anfang 2009 angekündigte weit­ere Mod­ernisierung abgeschlossen, bei der vor allem medi­zinis­che Ein­rich­tun­gen erweit­ert und auf den neuesten Stand gebracht wur­den.

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ARGUS
Bildquelle: Deutsche Marine

Das 28.000 ts große Schiff war 1981 als zivil­er Ro-/Ro Auto­trans­porter gebaut wor­den. Im Mai 1982 char­terte das britis­che Vertei­di­gungsmin­is­teri­um das Schiff, um damit im Falk­land-Krieg Kampf­flugzeuge zum Kriegss­chau­platz zu trans­portieren. 1984 kaufte die Roy­al Navy das Schiff, benan­nte es um in ARGUS, ließ die Autostell­flächen unter Deck in Flugzeughangars umbauen und Flugzeug­fahrstüh­le instal­lieren, und nutzte es for­t­an als Avi­a­tion Train­ing Ship in der Aus­bil­dung von Piloten für Senkrecht­starter Har­ri­er und Hub­schrauber. In Krise und Krieg sollte das Schiff allerd­ings eine völ­lig andere Auf­gabe wahrnehmen; die Idee dazu ent­stand im Falk­land-Krieg.

Die Gen­fer Kon­ven­tion schreibt vor, dass ein­mal auf ein Hos­pi­talschiff gebrachte Ver­wun­dete nicht direkt zu ihren Ein­heit­en zurück kehren dür­fen, son­dern zunächst in ihr Heimat­land zurück­ge­führt wer­den müssen. Erst von dort kön­nen sie dann ggf. wieder an die Front entsandt wer­den. Dieses Ver­fahren erwies sich im Falk­land­krieg auf­grund der großen Ent­fer­nun­gen als prob­lema­tisch. Ausweg bot die Idee eines so genan­nten „Pri­ma­ry Casu­al­ty Receiv­ing Ship“ (PCRS), auf dem zwar ambu­lante Behand­lung und Erstver­sorgung von Ver­wun­de­ten vorgenom­men wer­den, das aber nicht als Hos­pi­talschiff desig­niert ist. Während Schw­erver­let­zte danach zur Weit­er­be­hand­lung ins Heimat­land oder auf ein richtiges Hos­pi­talschiff evakuiert wer­den, kön­nen leichter Ver­let­zte nach (ambu­lanter) Behand­lung auf dem PCRS direkt wieder zu ihren Ein­heit­en zurück kehren.

In erst­ma­liger prak­tis­ch­er Umset­zung dieses Konzeptes wurde die ARGUS im Golfkrieg 1991 mit ein­er 40-Bet­ten Kranken­sta­tion im Hangar aus­gerüstet und in den Per­sis­chen Golf entsandt. Am PCRS-Konzept will die Roy­al Navy auch kün­ftig fest hal­ten und mit der ARGUS über Krise und Krieg hin­aus ihre Optio­nen erweit­ern, bei zivilen human­itären Not­la­gen (weltweit) kurzfristig reagieren zu kön­nen. Nach der nun erfol­gten Mod­ernisierung und Erweiterung ihrer medi­zinis­chen Ein­rich­tun­gen ist die Ver­wen­dung als PCRS nun auch in Frieden­szeit­en Hauptein­satzrolle der ARGUS. Sie soll noch bis etwa 2020 in Dienst gehal­ten wer­den.

In Koop­er­a­tion mit “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen

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