Großbritannien – Deutliche Grenzen für Stealth-Technologie


Wirklich unsichtbare Schiffe und Panzer gibt es bisher nur in der Science-Fiction Literatur; in der Realität sind der Stealth-Technologie doch immer noch deutliche Grenzen gesetzt.

Die britische BAe Systems scheint jedoch auf bestem Wege, die technologischen Hürden zu überwinden. Gemeinsam mit dem Materialkommando (FMV) der schwedischen Streitkräfte – und von diesem auch teil-finanziert – wurde in den letzten Jahren das System „Adaptiv“ entwickelt.

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Adaptiv-Paneele an einem Kampfpanzer (Foto: BAe-System)

Kernkomponente sind sechseckige, etwa hand-große Metallflächen (Paneele), mit denen ein Fahrzeug rundum beschichtet wird. Sensoren (Kameras) registrieren die Umgebung auf der einen Seite eines Fahrzeuges und projizieren das Ergebnis verzugslos auf die an der genau gegenüber liegenden, anderen Seite angebrachten kleinen Paneele. Statt das Fahrzeug selbst sieht ein Beobachter so nur in einem „Film“ die auf die ihm zugewandte Seite projizierte, hinter dem Fahrzeug liegende Umgebung, das damit vor seinem Hintergrund „verschwindet“. Der Energieverbrauch von „Adaptiv“ ist so gering, dass er problemlos aus einem Fahrzeug selbst gedeckt werden kann. Bei Bedarf können die kleinen Paneele auch baulich so verstärkt werden, dass sie zusätzliche Panzerung bieten. Beschädigte Paneele können einzeln und schnell ausgetauscht werden.

Zur Zeit funktioniert „Adaptiv“ nur im Infrarotbereich, das heißt, nur das von einem Fahrzeug erzeugte Wärmebild wird durch das des Hintergrundes ersetzt (wobei die kleinen Paneele unter Verwendung handelsüblicher Halbleiter-Technologie ihren Wärmezustand sehr schnell ändern können). Bei BAe Systems hat man aber bereits begonnen, die Paneele mit anderen Technologien zu kombinieren und ist zuversichtlich, dass die neue „Tarnkappe“ auch in anderen Bereichen des elektromagnetischen/optischen Spektrums funktioniert. Schon in einigen Jahren sollte es möglich sein, auch optische Bilder des Hintergrundes über die Paneele nach vorne zu projizieren und damit dann wirkliche Unsichtbarkeit zu erreichen – oder aber auch ein Fahrzeug durch Projektion von Fremdbildern als etwas völlig anderes erscheinen zu lassen.

„Adaptiv“ wurde bisher nur als Beschichtung von Landfahrzeugen vorgestellt; grundsätzlich sehen die Entwickler aber kein Problem, auch größere Flächen wie z.B. die Bordwände eines Kriegsschiffes mit den hexagonalen Paneelen zu beschichten. Eine Anwendungsmöglichkeit wäre sicher die Beschichtung kleinerer Boote (Insertion Craft) für verdeckte Aufklärung und Kommandounternehmen.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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