Frankeich – Enthüllung des Mehrzweckfregattentyps FREMM


In Anwesenheit von Präsident Sarkozy wurde am 4. Mai bei der DCNS Werft in Lorient das Typschiff neuer Mehrzweckfregatten FREMM „enthüllt“.

Das Ausschwimmen aus der Bauhalle war aus Zeitgründen bereits vorher erfolgt. Da der Präsident wegen einer Auslandsreise an diesem Tag aber nicht verfügbar war, nahm kurzerhand eine „Enthüllungszeremonie“ (ein großes Tuch verdeckte den Bug) den Platz des sonst üblichen Stapellaufs ein. Die AQUITAINE (Seitennummer D-650) soll nun zügig ausgerüstet werden. Ihr Bau befindet sich ein paar Monate hinter dem Zeitplan, aber die Übergabe an die französische Marine ist unverändert für 2012 geplant.

Marineforum - AQUITAINE verlässt die Bauhalle (Foto: DCNS)
AQUITAINE verlässt die Bauhalle
Bildquelle: DCNS

Das Beschaffungsvorhaben FREMM (frégate européenne multi-missions) wird gemeinsam mit Italien (z.Zt. sechs Schiffe) betrieben. Bei der französischen Marine sollen neun für U-Jagdaufgaben optimierte Mehrzweckfregatten ältere Schiffe der GEORGES LEYGUES- und TOURVILLE-Klasse ersetzen. Derzeit entwickelte, weit reichende Marschflugkörper sollen ihnen überdies ausgeprägte Fähigkeiten zur Bekämpfung von Landzielen weit hinter einer feindlichen Küste geben. Zwei zusätzlich zu bauende FREMM (als FREDA bezeichnet, Ersatz für gestrichene Zerstörer HORIZON) werden für Flugabwehraufgaben optimiert und sollen die alten Flugabwehrzerstörer CASSARD und JEAN BART ablösen. Die zusammen elf Neubauten (noch 2005 sollten 17 Schiffe für die französische Marine gebaut werden) erfüllen dann die Vorgaben des Weißbuches 2008, das für 2020 insgesamt nur noch 18 Zerstörer/Fregatten vorsieht. Die elf FREMM werden dann ergänzt durch die fünf Fregatten der LA FAYETTE-Klasse sowie die zwei Neubauzerstörer FORBIN und CHEVALIER PAUL der HORIZON-Klasse.

Während die AQUITAINE ausgerüstet wird, sind in Lorient schon weitere Schiffe des Typs FREMM im Bau. Die zweite von DCNS gebaute FREMM ist allerdings nicht für die französische Marine bestimmt, sondern wird nach Marokko exportiert (Lieferung 2013). Baunummer drei NORMANDIE setzt dann aber das Programm für die französische Marine fort. Erste Module für sie werden schon vorgefertigt; im September ist die offizielle Kiellegung geplant (Lieferung in 2014). Ihr folgen in etwa Jahresabstand die weiteren Schiffe, die sämtlich nach französischen Provinzen benannt werden sollen.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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