Deutschland – Fregatte „Karlsruhe“ auf dem Weg nach Kanada


Fregatte „Karlsruhe“ auf dem Weg nach Kanada

Wilhelmshaven – Wenn es auf der „Karlsruhe“ am Montagmorgen um 9.30 Uhr „Leinen los!“ heißt, geht es für die Fregatte mit ihrer rund 200-köpfigen Besatzung auf große Reise. Das zum 4. Fregattengeschwader gehörende Schiff nimmt unter dem Kommando von Fregattenkapitän Matthias Schmidt (46) am Manöver „Brilliant Mariner 2010“ in der Nordsee sowie an der „Operation Active Endeavour“ im Mittelmeer teil. Anschließend stößt die „Karlsruhe“ in Kanada auf die übrigen Schiffe des ständigen maritimen Einsatzverbandes 1 der NATO („Standing NATO Maritime Group 1“, SNMG 1).

Luftbild der Fregatte KARLSRUHE während des Einsatzes im Mittelmeer
Luftbild der Fregatte KARLSRUHE während des Einsatzes im Mittelmeer
Bildquelle: Deutsche Marine
Fregatte F 212 Karlsruhe
Die Fregatte F 212 Karlsruhe während des Einlaufens mit einem der beiden eingeschifften Bordhubschrauber des Typs Sea Lynx MK 88A. Nach sechsmonatiger teilnahme an der EU Anti-Pirateriemission Atalanta kehrt die Karlsruhe in ihren Heimatstützpunkt Wilhelmshaven zurück.
Bildquelle: Deutsche Marine

Brilliant Mariner 2010

Bevor es über den „großen Teich“ geht, nimmt die Fregatte der Klasse 122 noch an einem NATO-Manöver teil. Die „Schnelle Eingreiftruppe“ der NATO (NATO Response Force, NRF) führt vom 12. bis 22. April 2010 die maritime Übung „Brilliant Mariner 2010“ in der Nord- und Ostsee durch. Ziel ist es, sicher zu stellen, dass die NRF für operative Maßnahmen oder Krisensituationen in der Welt gut vorbereitet und reaktionsfähig ist – wann und wo auch immer diese Fähigkeit gefordert wird.

Unter dem Kommando der französischen Marine werden 6500 Soldaten aus elf NATO-Staaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Norwegen, Polen, Spanien und USA) sowie Schweden als Mitglied der Organisation „Partnerschaft für den Frieden“ an diesem Manöver teilnehmen. 40 Schiffe (einschließlich eines Flugzeug- und eines Hubschrauberträgers sowie mehrerer Fregatten und Versorger), vier U-Boote und 30 Flugzeuge bilden den Kern der Übungsteilnehmer.

Flottenparade im Beisein der Queen

Nach einem Hafenaufenthalt in Kopenhagen wird die „Karlsruhe“ im Mittelmeer an der „Operation Active Endeavour“ (OAE) teilnehmen. Wesentliche Aufgabe dieser Operation ist die Seeraumüberwachung des zivilen Seeverkehrs.

Ende Mai wird die Fregatte „Karlsruhe“ in St. Johns an der Ostküste Kanadas festmachen. Gemeinsam mit den Einheiten der SNMG 1 werden die Häfen Quèbec und Halifax angelaufen. Eine besondere Ehre wird der „Karlsruhe“ am 2. Juli zuteil: Sie wird an der Hundertjahrfeier der Kanadischen Marine teilnehmen. Im Rahmen der Feierlichkeiten wird es eine Flottenparade im Beisein des kanadischen Staatsoberhaupts, Queen Elizabeth II., geben. Im Juni begibt sich die Fregatte „Karlsruhe“ wieder auf den Heimweg und wird Mitte Juli in Wilhelmshaven zurückerwartet.

Hintergründe zur „Standing NATO Maritime Group 1“

Der Verband besteht in der Regel aus mehreren Schiffen der Seestreitkräfte nahezu aller NATO-Mitgliedsstaaten. Er wurde 1967 unter dem Namen „Standing Naval Force Atlantic“ gegründet. Im Januar 2005 erhielt er seine jetzige Bezeichnung. Aufgaben des Verbands sind die Kontrolle und der Schutz strategisch wichtiger Seewege. Dazu operiert er im Nordatlantik sowie in der Nordsee und kann bei Bedarf sofort in andere Krisengebiete verlegt und dort eingesetzt werden. Darüber entscheidet der NATO-Rat bei Bedarf. Deutschland ist permanent mit mindestens einem Schiff an dem Verband beteiligt.

Hintergründe zur „Operation Active Endeavour“

Die „Operation Active Endeavour“ hat seit dem 26. Oktober 2001 das Ziel, NATO-Solidarität und Entschlossenheit zu demonstrieren und zur Entdeckung und Abschreckung terroristischer Aktivitäten im Mittelmeer beizutragen. Im Wesentlichen findet dabei eine Seeraumüberwachung zur Erfassung und Dokumentation des zivilen Seeverkehrs und der daran teil-nehmenden Handelsschiffe statt. Die erfassten Daten sind Grundlage für präventive Maß-nahmen gegen terroristische Aktivitäten und werden auch für andere Marineeinsätze im Mittelmeerraum – wie zum Beispiel dem UNIFIL-Einsatz der Deutschen Marine vor dem Libanon – genutzt.

Pressemitteilung/Pressekontakt:
Presse- und Informationszentrum Marine, Außenstelle Wilhelmshaven
Fregattenkapitän Uwe Rossmeisl
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