China/Russland – „Maritime Zusammenarbeit 2012“


Mit „Maritime Zusammenarbeit 2012“ haben die chinesische Marine und die russische Pazifikflotte ihre bisher größte gemeinsame Übung abgehalten.

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Russischer FK-Kreuzer VARYAG (Foto: US Navy)

Gastgeber war die chinesische Marine, die für die Übung in ihrem Nordflottenstützpunkt Qingdao einen gemeinsamen Führungsstab eingerichtet hatte. Am 15. April setzte die russische Pazifikflotte mit ihrem Flaggschiff, dem Kreuzer VARYAG (SLAVA-Klasse), den Zerstörern MARSHAL SHAPOSHNIKOV und ADMIRAL VINOGRADOV sowie dem Hochseebergeschlepper GORYN SB-522 vier Schiffe in Richtung Qingdao in Marsch.

Um es vorwegzunehmen: nicht wenige Medien verwechselten den russischen Kreuzer prompt mit dem von der chinesischen Marine erworbenen und derzeit erprobten, früheren sowjetischen Flugzeugträger VARAYG; dieser war an den Übungen aber in keiner Weise beteiligt.

Am 19. April traf sich der russische Verband im Gelben Meer mit drei weiteren Schiffen der Pazifikflotte. Zerstörer ADMIRAL TRIBUTS, Tanker PECHENGA und Bergeschlepper SORUM MB-37 waren auf dem Rückmarsch von einem Anti-Piraterieeinsatz im Golf von Aden, aber vor Einlaufen in den Heimathafen Wladiwostok stand noch „Maritime Zusammenarbeit 2012“ mit der chinesischen Marine auf dem Programm. Nach kurzen gemeinsamen Übungen liefen die sieben russischen Schiffe in Qingdao ein.

Dort begann am 22. April die erste Phase der gemeinsamen Übung. In Seminaren und Planspielen an Land, aber auch bereits in kurzen gemeinsamen Übungsabschnitten in See (mit Personalaustausch) stand zunächst das gegenseitige Kennenlernen auf der Agenda. Fahr- und Fernmeldeübungen legten den Grundstein für die geplante „aktive Phase“.

Diese begann am 25. April mit dem Auslaufen aller Teilnehmer aus Qingdao. Die chinesische Marine brachte vier Zerstörer (HARBIN, FUZHOU, TAIZHOU und NINGBO), fünf Fregatten (LUOYANG, MIANYANG, ZHOUSHAN, SUZHOU, JIN’AN), zwei konventionelle diesel-elektrische U-Boote, FK-Schnellboote und Hilfsschiffe in die Übung ein.

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Chinesischer Zerstörer TAIZHOU (Foto: Deutsche Marine)

Das Teilnehmerfeld ließ bereits auf eine große Bandbreite bei den Übungsinhalten schließen, und tatsächlich standen dann auch fast alle Aspekte moderner Seekriegführung auf dem Programm. Man führte U-Jagd (Durchqueren eines U-Bootgefährdeten Gebietes), Flugabwehr und Überwasser-Seekrieg durch, widmete sich der Sicherung eines Konvois gegen Angriffe von See und aus der Luft und führte natürlich auch gemeinsame Seenotrettungsübungen (Hilfeleistung für ein havariertes Kriegsschiff) durch. Zentrales Ereignis war die „Befreiung eines gekaperten Schiffes“ durch Kommandoeinheiten. Die russische Marine hatte dazu Marineinfanteristen mit nach Qingdao gebracht. Den abschließenden Höhepunkt bildeten gemeinsame Schießabschnitte mit Rohrwaffen, U-Jagdraketen und schließlich auch Flugabwehr-FK. Am Abend des 26. April kehrten die Schiffe nach Qingdao zurück, wo „Maritime Zusammenarbeit 2012“ mit einer Übungsnachbesprechung am 27. April zu Ende ging.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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