Belgien


Am 29. März hat die Belgische Marine (BeN) die erste von zwei niederländischen Fregatten übernommen und feierlich in Dienst gestellt.

Marineforum Fregatte ALMIRANTE LATORREIm Marinehauptstützpunkt Zeebrügge taufte Königin Fabiola die ehemalige KAREL DOORMAN, die nun die Seitennummer F-930 trägt, um in LEOPOLD I. Als zweites Schiff soll im März 2008 die im Sommer 2006 von der Niederländischen Marine (RNeN) ebenfalls bereits ausgemusterte WILLEM VAN DER ZAAN folgen. Sie soll LOUISE-MARIE heißen. Die beiden ex-niederländischen Fregatten erhalten damit die Namen des ersten belgischen Königs und seiner Frau, die vor 175 Jahren die Dynastie des belgischen Königshauses begründeten. Unter LEOPOLD I entstand 1831 auch die erste Belgische Marine (Marine Royale).

Die Übernahme der zwei Fregatten der KAREL DOORMAN-Klasse war im Dezember 2005 vereinbart worden. Während die Schiffe bei der RNeN nach einer „Anpassung der Verteidigungsplanung“ nicht mehr benötigt werden, ermöglicht ihre Übernahme der BeN die überfällige Trennung von den veralteten Fregatten der WIELINGEN-Klasse, ohne zugleich zu kostspieligen Neubauten gezwungen zu sein. Die nur 16 Jahre alten und damit vergleichsweise modernen 3.300-ts-Schiffe sind als Mehrzweckfregatten u.a. mit Seeziel-FK Harpoon, Flugabwehr-FK Sea Sparrow (Vertikalstartsystem) sowie Nahbereichs-Flugabwehrsystem Goal Keeper ausgerüstet. Erstmals bieten sie der BeN auch die Möglichkeit einer permanenten Einschiffung von Bordhubschraubern (angekündigt ist NH-90).

Beide Schiffe wurden bzw. werden vor ihrer Übergabe noch grundinstandgesetzt und in Teilen auch modernisiert. Grundsätzlich sollen sie in Konfiguration und Ausrüstung aber identisch mit den von der RNeN noch in Dienst zu haltenden (zwei) typgleichen Fregatten bleiben, so dass maximale Kompatibilität gewährleistet wird. BeN und RNeN wollen alle vier Schiffe – integriert in eine Belgium-Netherlands Task Group – gemeinsam betreiben und operativ einsetzen.

Haupteinsatzaufgaben für ihre Neuzugänge sieht die BeN in einem nationalen Beitrag zur NATO Response Force, bei friedenserhaltenden Operationen und multinationalen Kriseneinsätzen, im Verbund mit Ständigen Einsatzverbänden der NATO, im Krieg gegen den Terror und – last but not least – in der Rolle des Botschafters in Blau in der „Verteidigungsdiplomatie“.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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