Australien – Interesse an britischem amphibischem Transportschiff LARGS BAY


Die Ankündigung der britischen Royal Navy, ihr weniger als fünf Jahre altes amphibisches Transportschiff LARGS BAY auszumustern, hat das Interesse der australischen Marine geweckt.
Nach einem Treffen mit seinem britischen Amtskollegen erklärte Verteidigungsminister Smith, er habe offiziell den Auftrag erteilt, die Möglichkeit eines Kaufes oder Leasings der LARGS BAY zu prüfen. Das Schiff könne möglicherweise helfen, Fähigkeitslücken (u.a. im strategischen Seetransport) bis zum Zulauf der beiden in Spanien gebauten Hubschrauberträger der CANBERRA-Klasse zu füllen. Für diese beiden amphibischen Großschiffe werden übrigens mehrere an Bord mitzuführende Landungsfahrzeuge beschafft. Eine entsprechende internationale Ausschreibung wurde am 19. Januar mit einem Request for Information gestartet.

Die unter Sparzwängen Ende April von der Royal Navy auszumusternde LARGS BAY wurde erst im Januar 2007 in Dienst gestellt – und ist damit praktisch neu. Sie ist eines von vier erst seit wenigen Jahren bei der britischen Marine dienenden Schiffen der BAY-Klasse. Offiziell als „Landing Ship Dock Auxiliary“ (LSDA) bezeichnet, kommen die voll beladen 16.000 ts verdrängenden Docklandungsschiffe nicht unmittelbar bei amphibischen Kampflandungen zum Einsatz, sondern leisten nachfolgende logistische Unterstützung.

Marineforum - LARGS BAY (Foto: Deutsche Marine)
LARGS BAY
Bildquelle: Deutsche Marine

Sie bieten 350 eingeschifften Truppen Platz und verfügen über ein Hubschrauberlandedeck sowie mehrere Be- und Entlademöglichkeiten, darunter auch so genannte Mexeflotes: Pontons mit eigenem Antrieb, die seitlich am Schiff befestigt werden können. Besonderheit ist ihre Ruderanlage. Die Schiffe werden nicht mehr über Ruderblätter gesteuert, sondern haben frei schwenkbare, elektrisch getriebene Propeller. Dieses die Manövrierfähigkeit deutlich erhöhende, ruderlose Steuersystem hat sich bei zivilen Handelsschiffen und Kreuzfahrtschiffen bereits bestens bewährt, fand aber bei Fahrzeugen der Royal Navy bisher keine Berücksichtigung.

In Kooperation mit „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen

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