Algerien — Neue Kriegsschiffe aus Deutschland

Nach langem Hin- und Her soll die algerische Marine nun neue Kriegss­chiffe in Deutsch­land bestellt haben.

Marineforum -
Südafrikanis­che Fre­gat­te MEKO 200 (Foto: B+V)
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Schon seit Jahren ste­hen bis zu vier neue Fre­gat­ten als Ersatz / Ergänzung für vor etwa 30 Jahren in der früheren Sow­je­tu­nion beschaffte Fre­gat­ten KONI und Korvet­ten NANUCHKA auf der Wun­schliste der algerischen Marine. Haup­tansprech­part­ner war zunächst Rus­s­land, das 2005 auch Korvet­ten der damals ger­ade entwick­el­ten STERE­GUSHCHIY-Klasse anbot. Alge­rien selb­st set­zte wohl eher auf einen bere­its in der Prax­is bewährten Schiff­styp. Im Som­mer 2006 war die Rede von einem Vorver­trag zum Bau von zwei Fre­gat­ten der nach Indi­en geliefer­ten TAL­WAR-Klasse, aber Bestel­lun­gen blieben aus. Statt dessen macht­en in den Fol­ge­jahren immer neue Mel­dun­gen die Runde. Im Früh­jahr 2008 inter­essierte man sich für franzö­sis­che Mehrzweck­fre­gat­ten FREMM. Ein Jahr später war dann von vier deutschen Fre­gat­ten TYP 125, wenig später gar von bis zu sechs ital­ienis­chen FREMM die Rede. Es fol­gten Gerüchte über eine Über­nahme von drei bei der britis­chen BAe Sys­tems für Brunei gebaut­en, dort aber nicht abgenommene Korvet­ten und 2011 schließlich die Bestel­lung von zwei rus­sis­chen Korvet­ten der TIGR-Klasse (eine Vari­ante der STERE­GUSHCHIY-Klasse). Reale Verträge gab es nie.

Im Früh­jahr 2011 berichteten Medi­en dann erst­mals über Inter­esse an deutschen Fre­gat­ten MEKO A 200, ähn­lich der von TKMS nach Südafri­ka geliefer­ten VAL­OUR-Klasse; am Rande eines Deutsch­land-Besuch­es von Präsi­dent Boute­fli­ka habe man bere­its „vor­läu­fige Eini­gung“ erzielt. Seit­dem herrschte wieder Schweigen, und man war geneigt, auch diese Mel­dung als weit­eres bloßes Gerücht abzu­tun. Nun aber melden algerische Medi­en die „nach mehr als einem Jahr Ver­hand­lun­gen“ erfol­gte offizielle Bestel­lung, und Detailangaben sprechen dafür, dass dies­mal nicht nur ein neues Gerücht die Runde macht. Dem­nach wurde am 26. März der Ver­trag mit der TKMS (Ver­trag-Nr 674/889) über zwei Fre­gat­ten Typ Meko 200 sowie sechs Bor­d­hub­schrauber AugustaWest­land Super Lynx (Gesam­tum­fang 2,5 Mrd. Euro) unterze­ich­net. Einige Medi­en woll­ten auch schon wis­sen, dass die Schiffe mit u.a. Seeziel-FK RBS 15 Mk III und Umkhon­to Flu­gab­wehr-FK bestückt wür­den. Zu Baube­ginn oder Liefer­ung gab es allerd­ings noch keine Angaben, und die deutsche TKMS hüllt sich – wie bei solchen Pro­jek­ten üblich – vor­erst in Schweigen, demen­tiert aber nicht. Die kom­menden Wochen und Monate wer­den zeigen, was an den Mel­dun­gen dran ist.

Bei einem anderen Vorhaben der algerischen Marine gibt es solche Unklarheit­en nicht. Anfang April wurde mit der rus­sis­chen Nord­w­erft (St. Peters­burg) der erwartete Ver­trag über die Mod­ernisierung auch der jew­eils drit­ten Fre­gat­te KONI und Korvette NANUCHKA unterze­ich­net. Ein erstes Paar KONI/NANUCHKA war nach mehrjähriger Mod­ernisierung bere­its im Feb­ru­ar 2011 aus Rus­s­land nach Alge­rien zurück. Bei einem zweit­en Paar sind die Arbeit­en fast abgeschlossen; die bei­den Schiffe sollen im Juli wieder an die algerische Marine übergeben wer­den. Ziem­lich zeit­gle­ich dürfte dann auch das dritte und let­zte Paar die Fahrt in die Ost­see antreten.

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