Ägypten — Vier neue FK-Korvetten vom Typ AMBASSADOR Mk III

Am 20. Okto­ber wurde die erste von vier neuen FK-Korvet­ten vom Typ AMBASSADOR Mk III bei der US-Werft VT Hal­ter Marine in Pascagoula (Mis­sis­sip­pi) zu Wass­er gelassen.

Nur fünf Tage später gab es eine „Ded­i­ca­tion Cer­e­mo­ny“ für die ägyp­tis­che Marine, in der auch der Name des Bootes fest­gelegt wurde. Die kün­ftige S. EZZAT soll an den früheren ägyp­tis­chen Marine, Vizead­mi­ral Soli­man Ezzat erin­nern, der als Begrün­der der mod­er­nen ägyp­tis­chen Marine (in den 1950-er Jahren) gilt. Schon 1999 hat­te die ägyp­tis­che Marine in den USA um die Liefer­ung von sechs bis acht mod­er­nen größeren FK-Booten gebeten – mit Finanzierung aus US Mil­itärhil­fe. Die USA schlu­gen zunächst eine Vari­ante ihrer Schnell­boote der CYCLONE-Klasse vor, die von den Ägyptern aber abgelehnt wurde. Mehrere andere Designs, darunter eine „amerikanisierte“ Vari­ante des von der deutschen Lürssen gebaut­en FPB-62 wur­den eben­falls ver­wor­fen.

Marineforum - Neuere Grafik von AMBASSADOR Mk III (Grafik: Thales)
Neuere Grafik von AMBASSADOR Mk III (Grafik: Thales)

2001 entsch­ied man sich schließlich für das AMBASSADOR Mk-III Design der US-Werft Hal­ter. Mit Blick auf die hohen Kosten wurde die Bestel­lung auf vier Ein­heit­en begren­zt, die zwis­chen 2005 und 2008 in Dienst gestellt wer­den soll­ten. Pleite der US Werft, Hur­rikan Kat­ri­na und restrik­ti­vere US-Poli­tik nach 9/11 verzögerten den Beginn des Vorhabens, das zwis­chen­zeitlich sog­ar als „begraben“ galt. Erst 2005 (nach­dem Hal­ter einen neuen Eigen­tümer gefun­den hat­te) wurde es wieder­belebt, und im Dezem­ber 2009 gab der US Kongress dem Pro­jekt seinen abschließen­den Segen. Mit eini­gen Design­mod­i­fizierun­gen begann nun in Pascagoula der Bau der Boote (zunächst nur drei, dann doch wieder vier). Nach zwei Jahren ist das erste Boot nun fast fer­tig. Die 63‑m (750 ts) Korvette erre­icht Geschwindigkeit­en von mehr als 34 kn und soll mit Sta­bil­isatoren bis zu See­gang 4 uneingeschränkt ein­set­zbar sein. Ihre Bewaffnung mit Seeziel-FK Har­poon, einem RAM-Flu­gab­wehrsys­tem, einem 76‑m Geschütz sowie einem Nah­bere­ichs-Flu­gab­wehrgeschütz Pha­lanx Block 1B erfüllt punk­t­ge­nau die ursprünglichen Forderun­gen der ägyp­tis­chen Marine.

Die S. EZZAT wird noch mehrere Monate in Pascagoula bleiben, wo unter Führung des Pro­gram Exec­u­tive Office (PEO) der US Navy die Endaus­rüs­tung und Erprobung sowie die Aus­bil­dung ein­er ersten Besatzung erfol­gt. Im Laufe des Jahres soll der Neubau offiziell an die ägyp­tis­che Marine übergeben und von dieser in Dienst gestellt wer­den und dann in die kün­ftige Heimat ver­legen, die anderen drei Boote dann nacheinan­der fol­gen. Ein­er Medi­en­in­for­ma­tion zufolge will die ägyp­tis­che Marine mit ihren neuen FK-Korvet­ten sehr pfleglich umge­hen. Sie sollen jährlich ins­ge­samt nur 95 See­tage „pro­duzieren“. Dabei soll jew­eils nur ein Boot voll ein­satzbere­it sein und zwei andere „kurzfristig aktivier­bar in Reserve“ gehal­ten wer­den, während ein viertes Boot Wartung/Instandsetzung durch­führt. Größere Werftüber­hol­un­gen sind alle zwei Jahre vorge­se­hen.

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