USA — E‑2C Advanced Hawkeye

Außen alt, innen neu
Die Motoren­leis­tung wird im Ver­gle­ich zum Vorgänger­mod­ell weit­er gesteigert. Der Antrieb erfol­gt durch zwei Rolls-Royce T56-A-427A Tur­bo­prop­mo­toren mit acht­blät­tri­gen NP 2000 Pro­pellern. Dank ein­er automa­tisierten Antrieb­ssys­tem­s­teuere­in­heit und einem neuen Unter­set­zungs­getriebe sind die Motoren effizien­ter und leis­tungs­fähiger. Der Spritver­brauch wird um 13 Prozent gesenkt und die Reisegeschwindigkeit um sechs Prozent auf 260 Knoten erhöht. Falls ein Motor aus­fällt, erbringt der verbleibende Motor zusät­zliche Leis­tung, um einen sicheren Weit­er­flug zu gewährleis­ten.

Um den gesteigerten Energiebe­darf der neuen Elek­tron­ik zu deck­en, wur­den die bei­den 60/90-kVA Gen­er­a­toren durch zwei Hamil­ton- Sun­strand 170–225-kVA Gen­er­a­toren erset­zt.

Für die elek­tro­n­is­che Aus­rüs­tung ver­wen­det die offene Sys­temar­chitek­tur der E‑2D wann immer möglich han­del­sübliche Teil­sys­teme. Die mod­u­lare Kon­fig­u­ra­tion erlaubt das schnelle Auswech­seln einzel­ner Kom­po­nen­ten, sowohl zwecks schneller Wartung als auch, um stets die neueste Tech­nolo­gie nachrüsten zu kön­nen.

Wie die E‑2C hat auch das neue Flugzeug eine fün­fköp­fige Besatzung: Pilot und Kopi­lot im Cock­pit sowie drei tak­tis­che Offiziere in dem mit elek­tro­n­is­ch­er Aus­rüs­tung gefüll­ten Com­bat Infor­ma­tion Cen­ter in der Pas­sagierk­abine.

Jed­er tak­tis­che Offizier (TO) hat einen eige­nen Auf­gaben­bere­ich als führen­der Com­bat Infor­ma­tion Cen­ter Offi­cer (CICO), Flu­gleitof­fizier (Air Con­trol Offi­cer – ACO) oder Radarof­fizier (RO). Ihre Kon­solen sind mit 21-Zoll-LCD-Flach­bild­schir­men mit RGB-Farb­sys­tem aus­ges­tat­tet. Zur Bedi­enung ste­hen Key­board, Track­ball und Key­pad zur Ver­fü­gung. Die TO sind miteinan­der und dem Cock­pit per dig­i­talem Glas­fas­er-LAN ver­bun­den, um eine lück­en­lose mündliche Kom­mu­nika­tion auch bei hohem Fluglärm zu gewährleis­ten.

Die Piloten der E‑2D sitzen in ein­er so genan­nten »gläser­nen Pilotenkanzel« mit drei 17-Zoll-Flach­bild­schir­men anstatt der Analo­ganzeigen im gegen­wär­ti­gen Cock­pit. Diese Bild­schirme zeigen nicht nur die Flugzeug- und Flug­dat­en an; auch die Anzeigen und Dat­en der Kon­sole eines beliebi­gen tak­tis­chen Offiziers lassen sich auf einem der Cock­pit­bild­schirme aufrufen, sodass der Kopi­lot im Bedarfs­fall als viert­er TO fungieren kann.

Der Zen­tral­rech­n­er des Advanced Hawk­eye wird wesentlich leis­tungs­fähiger als der Führungscom­put­er früher­er Aus­führun­gen. Er wird bere­its als »Serv­er in der Luft« beze­ich­net, der Schiffe, beman­nte Flugzeuge und auch UAV mit Dat­en ver­sorgt.

Die E‑2D über­mit­telt nicht nur eigens erfasste Lageken­nt­nis an Ein­satzzen­tralen und Flugzeuge weit­er; Advanced Hawk­eye empfängt auch Dat­en, die von den Sen­soren ander­er Flugzeuge, Schiffe oder Boden­trup­pen erfasst wur­den. Der Führungscom­put­er der E‑2D speist auch diese extern gewonnenen Dat­en ein, um ein ein­heitlich­es Lage­bild zu erstellen, das sämtlichen Ein­satzkräften und Führungszen­tralen gle­ichzeit­ig und laufend über­mit­telt wer­den kann. In ein­er wan­nen­för­mi­gen Aus­buch­tung am unteren Rumpf des Flugzeugs wird die CEC-Aus­rüs­tung instal­liert, die den Echtzeit-Aus­tausch von Radar- und IFF-Sen­sor­dat­en ver­schieden­er Flugzeuge und Schiffe bzw. an Land befind­lich­er Sen­soren untere­inan­der ermöglicht.

Die weit­ere Kom­mu­nika­tion erfol­gt über sechs abhör­sichere dig­i­tale ARC 210 Funkgeräte für Sprach- oder Datenüber­tra­gung im Bere­ich 30–941 Mhz. Diese Funkgeräte haben SAT­COM-Anschluss und kön­nen über Link-11 und Link-16 auch Radar- und IFF-Dat­en über­tra­gen.