IMDEX ASIA 2007 – Maritime Sicherheit stand im Fokus


Dieser Artikel wird mit freundlicher Genehmigung der „MarineForum – Zeitschrift für maritime Fragen“ veröffentlicht.

Marineforum

IMDEX ASIA 2007
Maritime Sicherheit stand im Fokus

Marineforum indischer Zerstörer MYSORE in Changi (Foto: Karr) Die seit 1997 zum sechsten Male durchgeführte viertägige Veranstaltung ist die größte ihrer Art in Süd-Ost-Asien. Sie ist nur angemeldetem Fachpublikum zugänglich. In diesem Jahr nahmen ca. 135 Firmen aus 21 Ländern teil, die auf ca. 10.000 m2 Ausstellungsfläche ihre Entwicklungen präsentierten. Unter den 7.000 Fachbesuchern aus Militär, Industrie, Wirtschaft und Verwaltung waren 65 offizielle Delegationen aus 35 Ländern. Parallel zur Ausstellung wurde eine zweitägige Fachkonferenz zum Thema »New Environment, New Technologies, New Capabilities « abgehalten. Zudem lagen im Marinestützpunkt Changi Naval Base 22 Kriegsschiffe aus 14 Nationen, die zeitweise besichtigt werden konnten.

Dr. Ng Eng Hen, Minister for Manpower and Second Minister for Defence of the Republic of Singapore, eröffnete am 15. Mai auf dem Gelände von Singapore Expo die internationale Marinerüstungsmesse IMDEX ASIA 2007 (International Maritime Defence Exhibition).

In seiner Eröffnungsrede ging Dr. Hen auf die wirtschaftliche Bedeutung des weltweiten Seehandels ein, wovon allein 30 Prozent durch die Straße von Malakka und die Straße von Singapur führen. Die Hälfte der gesamten Erdöltransporte gehe ebenfalls durch diese Seegebiete. Sorge mache daher die Bedrohung der Seewege durch nichtstaatliche Akteure wie Terroristen, Piraten und organisierte Kriminalität. Nicht auszudenken seien die wirtschaftlichen Folgen für Asien und Europa bei einer hierdurch verursachten Unterbrechung des Seeverkehrs.

»Maritime security enforcement agencies therefore have a key role in protecting our vital sea lanes to prevent disruption to the global supply chains«, betonte der Minister. Weiterhin sagte er: »Security within the marime domain increasingly requires comprehensive and cohesive cross-border collaboration at the bilateral and multilateral levels. Therefore, we need to pool our knowledge, perspectives and experiences and exchange intelligence continously.«

Als erfolgreiche Beispiele einer solchen Zusammenarbeit nannte er die im Sommer 2004 begonnenen und durch die Marinen von Singapur, Malaysia und Indonesien gemeinsam durchgeführten Malacca Strait Sea Patrols (MSSP). Seit kurzem werde MSSP auch unter der Bezeichnung Eyes in the Sky (EiS) durch Überwachungsflüge ergänzt. »There have been positive results from these two initiatives. The number of piracy attacks has come down and Lloyd´s has removed the Malacca Straits from its list of war-risk areas in August 2006« führte der Minister weiter aus. »The MSSP and the EiS are useful models of how navies can work together for mutual benefit« so sein Resümee.

Der jüngste Bericht des International Maritime Bureau Piracy Reporting Center für das erste Quartal 2007 bestätigt den Minister. So wird dort ausgeführt: »The increase in co-operation between governments and local law enforcement agencies has proved to be succesful in curbing the enthusiasm of the pirates. The Malacca Straits and the Singapore Straits are a prime example as the total attacks dropped to only two in the first quarter of 2007 compared with five in the last quarter of 2006.«

Damit wird auch deutlich, dass den Marinen in Asien zunehmend eine immer größere Rolle und Bedeutung zugeordnet wird. Entsprechend ist die auf der Pressekonferenz des Messeveranstalters bekannt gegebene Prognose für den zu erwartenden Marineschiffbau in der Region. 108 Milliarden US-Dollar werden für die nächsten zehn Jahre zur Beschaffung von über 840 Marineschiffen veranschlagt. Damit ist Asien diesbezüglich der größte Markt.

Auf Schiffstypen verteilt ergibt sich folgendes Bild:

  • über 430 Fregatten, Korvetten und Patrouillenfahrzeuge

  • über 80 U-Boote

  • über 120 Schnellboote

  • weiterhin Minenabwehr- und amphibische Fahrzeuge sowie schnelle Wachboote.

Das auf der IMDEX ASIA 2007 offerierte Spektrum an Plattformen, Waffen- und Elektroniksystemen spiegelt die oben genannten Aussagen und Tatsachen wider. Patrouillenfahrzeuge, Drohnen und Systeme zum Eigenschutz nahmen unter den Exponaten einen hohen Stellenwert auf der Messe ein.