Europa — Finnland — Finnische Flotte lässt den Kalten Krieg hinter sich

Flagge Finnland

Dieser Artikel wird mit fre­undlich­er Genehmi­gung der “Marine­fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen” veröf­fentlicht.

Foto: finnische Marine

Finnis­che Flotte lässt den Kalten Krieg hin­ter sich

Bau- und Mod­ernisierungspläne zie­len auf offen­siv­en Schutz der eige­nen Küste

von Andreas Knud­sen

Als eine der Ver­lier­ermächte des Zweit­en Weltkrieges musste Finn­land im Frieden von Paris 1947 eine Rei­he Ein­schränkun­gen in dem Umfang und der Aus­rüs­tung sein­er Stre­itkräfte akzep­tieren. Für die Marine bedeutete dies, den Kurs in den engen Fahrwassern zwis­chen glaub­würdi­ger Abschreck­ung und Abwehr amphibis­ch­er Oper­a­tio­nen an den zer­faserten Küsten­lin­ien des Lan­des sowie der Ein­hal­tung der Friedens­be­din­gun­gen zu hal­ten. Diese ver­boten u.a. den Besitz von U-Booten und Tor­pe­do­booten sowie Minen und Raketen. Die Mannschaftsstärke durfte 4.500 nicht über­steigen und die Ton­nage war auf max­i­mal 10.000 Ton­nen beschränkt. Ein Ergeb­nis der poli­tisch umstrit­te­nen Finn­lan­disierungspoli­tik war die sow­jetis­che Akzep­tanz in den 60er Jahren, schwedis­che und sow­jetis­che Schiff-Schiff-Raketen­sys­teme zu instal­lieren sowie erneut Minen einzuführen.

In den 80er Jahren lag die Mannschaftsstärke der Marine bei etwa 2.700 Mann, davon rund 50 Prozent Wehrpflichtige. Dadurch kon­nte nur etwa die Hälfte der Schiffe beman­nt und im oper­a­tiv­en Dienst gehal­ten wer­den. Als Folge des schwieri­gen Bal­anceak­ts zwis­chen den Blöck­en wur­den die größeren Schiff­sein­heit­en teils in Großbri­tan­nien, teils in der Sow­je­tu­nion bestellt, während die kleineren Ein­heit­en in Finn­land pro­duziert wur­den.

Das poli­tis­che Ziel Finn­lands in dieser Peri­ode bestand darin, der Sow­je­tu­nion beweisen zu kön­nen, dass Finn­land kein­er­lei offen­sive Absicht­en ihr gegenüber hat­te, aber gle­ichzeit­ig sich­er­stellen kon­nte, dass der Finnis­che Meer­busen in sicheren Hän­den war und die Zufahrten zu Leningrad, heute wieder St. Peters­burg, nicht ungeschützt blieben. Der finnisch-sow­jetis­che Ver­trag von 1948 verpflichtete Finn­land, zur Vertei­di­gung der Sow­je­tu­nion beizu­tra­gen. Die präzise Form ein­er mar­iti­men Bedro­hung wurde in dieser Zeit nicht definiert, da eine sow­jetis­che Inva­sion Finn­lands von der See­seite her genau­so unwahrschein­lich war wie eine von west­lich­er Seite.