Deutschland — SUBCON 2007

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Dieser Artikel wird mit fre­undlich­er Genehmi­gung der “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen” veröf­fentlicht.

Marineforum

SUBCON 2007
U‑Boot-Tech­nolo­gien für neue Einsatzszenarien

Von Hans Karr

(Hans Karr ist in der Redak­tion des Marine­Fo­rum zuständig für den The­men­bere­ich Marinerüstung) 

Marineforum - SUBCON 2007

Mit über 400 Teil­nehmern aus dem In- und Aus­land, darunter Delegierte aus 26 Mari­nen, fand in Kiel vom 4. bis 7. Sep­tem­ber die inter­na­tionale U‑Boot- Fachkon­ferenz SUBCON 2007 (Sub­ma­rine Con­fer­ence) statt. Nach 1995, 1999 und 2003 war die schleswig-hol­steinis­che Lan­deshaupt­stadt nun zum vierten Male Aus­tra­gung­sort dieser erfol­gre­ichen Kon­feren­zserie. Ver­anstal­ter der renom­mierten Tagung waren die Sub­ma­rine Divi­sion von ThyssenK­rupp Marine Sys­tems (TKMS), MAN Fer­rostaal und Marine­Force Inter­na­tion­al. Zur Sub­ma­rine Divi­sion von TKMS gehören die Werften Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) in Kiel, Nord­seew­erke (NSWE) in Emden, Kock­ums in Malmö, Karl­skro­na (Schwe­den) und Hel­lenic Ship­yards in Skara­man­ga bei Athen (Griechen­land). Die Ver­anstal­ter der SUBCON 2007 arbeit­en seit vie­len Jahrzehn­ten auf dem Gebi­et nicht-nuk­lear­er U‑Boote zusam­men und sind hier weltweit­er Mark­t­führer. In den ver­gan­genen 45 Jahren kon­nten die Werften der Sub­ma­rine Divi­sion von TKMS 169 U‑Boote für 22 Mari­nen in ihren Auf­trags­büch­ern aufnehmen.

Zen­trales Anliegen der SUBCON 2007 war der Gedanken- und Erfahrungsaus­tausch zwis­chen Indus­trie und U‑Boot fahren­den Mari­nen beziehungsweise solchen, die U‑Boote in ihren Flot­ten ein­führen möcht­en. Auf der Basis der Ein­satzer­fahrun­gen der Mari­nen und der neuesten tech­nis­chen Entwick­lun­gen wur­den während der Kon­ferenz Per­spek­tiv­en für die weit­ere Zusam­me­nar­beit aufgezeigt und disku­tiert. Im tech­nis­chen Bere­ich standen über 40 Vorträge zu neuen U‑Boot-Entwür­fen, Schiffs- und Antrieb­stech­nik, Waffen‑, Ortungs- und Kom­mu­nika­tion­ssys­te­men sowie Ret­tungsmit­tel auf dem Pro­gramm. Besuche bei U‑Boot-Ein­rich­tun­gen der Deutschen Marine in Eck­ern­förde sowie eine Besich­ti­gung der U‑Boot-Pro­duk­tion­san­la­gen bei HDW mit angeschlossen­er Ausstel­lung der mar­iti­men Zulieferindus­trie run­de­ten das Ver­anstal­tung­spro­gramm ab. Die Tagung stand unter dem Mot­to: »Sub­marines in a New World Order«.

Wal­ter Fre­itag, Mit­glied des Vor­stands von TKMS, hieß zu Beginn der Ver­anstal­tung die Teil­nehmer der SUBCON 2007, die »steadi­ly grow­ing num­ber of mem­bers of our sub­ma­rine-fam­i­ly«, im Kiel­er Mar­itim Hotel willkom­men. In sein­er Rede machte er darauf aufmerk­sam, dass »Force struc­tures at the begin­ning of the 21st cen­tu­ry have shift­ed from the pre­vi­ous­ly dom­i­nant heavy land forces towards light, mobile inter­ven­tion forces and towards flex­i­ble air and sea pow­er. Ver­sa­tile mar­itime assets will play a key role in almost any cri­sis man­age­ment oper­a­tion. The seas are no longer a self-con­tained bat­tle­field. Today they are the medi­um from which major joint oper­a­tions are being con­duct­ed. In this respect sub­marines play a deci­sive role. They serve their clan­des­tine pres­ence in the lit­torals in com­bi­na­tion with covert intel­li­gence, sur­veil­lance and recon­nais­sance roles. Their pow­er of bring­ing a wide range of weapons to bear will be the ulti­mate and unbeat­able option.« Unter Bezug­nahme auf das Tagungsmot­to betonte er: »Due to rapid changes of polit­i­cal and strate­gic con­di­tions, for a smart oper­a­tional use of sub­marines we must take on new chal­lenges and we have to respond adequately.«

Schirmherr der SUBCON 2007 war der Bun­desmin­is­ter der Vertei­di­gung, Dr. Franz-Josef Jung, in dessen Namen der Par­la­men­tarische Staatssekretär Thomas Kossendey die Fachkon­ferenz eröffnete. In sein­er Ansprache ging dieser eben­falls ein auf die sich verän­dern­den welt­poli­tis­chen Gegeben­heit­en. »Ger­many and its part­ners are today con­front­ed with secu­ri­ty chal­lenges that dif­fer great­ly from those of the days dur­ing the East-West- Con­flict. The major chal­lenge undoubt­ed­ly is inter­na­tion­al ter­ror­ism which is aimed at destroy­ing our com­mu­ni­ties and our val­ue sys­tems.« Weit­er­hin führte Kossendey aus: »In the long term we are also faced with unre­solved region­al con­flicts and, to an increas­ing extent, with the dis­in­te­gra­tion of states. The side effects such as peo­ple being forced to leave their homes, refugees, ille­gal migra­tion and organ­ised crime.« Fern­er machte er darauf aufmerk­sam: »these devel­op­ments make us aware of the vul­ner­a­bil­i­ty not only of our infra­struc­ture but our soci­eties as a whole«.

Im Hin­blick auf Seestre­itkräfte betonte Staatssekretär Kossendey: »Their con­sid­er­able endurance in the mis­sion area, their robust­ness and their oper­a­tional ver­sa­til­i­ty make the naval forces a vital com­po­nent of multi­na­tion­al oper­a­tions. Joint oper­a­tions ashore can also be com­mand­ed from the sea. Fur­ther­more, they can enforce embar­go mea­sures from the sea and sup­port human­i­tar­i­an relief and evac­u­a­tion oper­a­tions. This is how naval forces con­tribute to the con­tain­ment of crises and con­flicts where they arise and, if this is polit­i­cal­ly required, to their man­age­ment.« »Sur­face ships and sub­marines must be opti­mised for the new roles and tasks« und »The mar­itime indus­try as a whole is very impor­tant in the field of secu­ri­ty pol­i­cy and plays a strate­gic key role in main­tain­ing this tech­no­log­i­cal lead in ship and sub­ma­rine con­struc­tion for future chal­lenges«, sagte Staat­sekretär Kossendey an ander­er Stelle in sein­er Rede. Mit dem Wun­sch für »inter­est­ing and fruit­ful dis­cus­sions« schloss er seine Ansprache vor den Teil­nehmern der SUBCON 2007.

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