Deutschland — Nationale Maritime Konferenz 2009

Work­shop VII stellt Forderun­gen

Das im Work­shop VII erar­beit­ete Schlussstate­ment for­muliert einige gemein­sam getra­gene Fest­stel­lun­gen und Forderun­gen. So soll eine effiziente nationale Werften­struk­tur – vor dem Hin­ter­grund der Bil­dung ein­er gemein­samen europäis­chen rüs­tungswirtschaftlichen Basis – entwick­elt wer­den, mit der die Rel­e­vanz und Kom­pe­tenz sowohl der Werften- und Aus­rüs­tungsin­dus­trie als auch der Deutschen Marine und des wehrtech­nis­chen Bere­ichs der Bun­deswehr gesichert wer­den kann. Dabei müssen Kom­po­nen­ten für eine mod­erne Flotte, die auch kün­ftig den Her­aus­forderun­gen weltweit­er Ein­satzer­fordernisse gerecht wer­den kön­nen, frühzeit­ig unter Nutzung der Mit­tel für Forschung, Entwick­lung und Erprobung (FEE) entwick­elt wer­den. Unstrit­tig war, dass der Bedarf der Marine zum Erhalt der Wehrtech­nis­chen Kern­fähigkeit­en beiträgt, ihn jedoch allein nicht garantieren kann. An konkreten Maß­nah­men und Erwartun­gen nen­nt das Abschluss­doku­ment des Work­shops VII unter anderem:

  • Entwick­eln ein­er gemein­samen Strate­gie für den mil­itärischen Son­der­schiff­bau zur Umset­zung der Zielvorstel­lun­gen der Marine 2025+ unter effizien­ter Nutzung der Mit­tel für FEE, mit dem Ziel des Erhalts der Wehrtech­nis­chen Kern­fähigkeit­en;

  • Zeit­na­he Ver­gabe nationaler Beschaf­fungsvorhaben der Deutschen Marine, z.B. durch Vorziehen der Korvet­ten der Klasse K131 sowie die kurzfristig wirk­same Erhöhung des Mit­te­lansatzes für FEE sowie der vertei­di­gungsin­ves­tiv­en Mit­tel im Vertei­di­gung­shaushalt;

  • Entwick­eln tragfähiger Kom­mu­nika­tion­sstruk­turen zwis­chen Marine, wehrtech­nis­chem Bere­ich der Bun­deswehr und Indus­trie;

  • Inten­sivierung des Informations‑, Abstim­mungs- und Unter­stützung­sprozess­es über Export­pro­jek­te zwis­chen Bun­de­sein­rich­tun­gen und Wirtschaft ein­schließlich der Prü­fung ein­er Insti­tu­tion­al­isierung;

  • Zeit­na­he Gewährleis­tung eines flex­i­bel ein­set­zbaren Instru­men­tar­i­ums von Gov­ern­ment-to-Gov­ern­ment Zusagen;

  • Erstellen ein­er Liste export­fördern­der Design­merk­male für Kriegss­chiffe;

  • Gewährleis­tung aus­re­ichen­der Per­son­al­struk­turen und Kapaz­itäten bei der Deutschen Marine zur technisch/taktischen sowie oper­a­tiv­en Aus­bil­dung­sun­ter­stützung aus­ländis­ch­er Mari­nen im Rah­men indus­trieller Export­pro­jek­te;

  • Gewährleis­tung eines prax­is­na­hen, aus­re­ichen­den Bürgschaft­srah­mens zur Aval­ab­sicherung sowie Export­fi­nanzierung von Marine­pro­jek­ten.

Auch unter Berück­sich­ti­gung der unter­schiedlichen per­sön­lichen Ein­drücke der Teil­nehmer war das Faz­it über die Ver­anstal­tung ein­deutig: Die 6.Nationale Mar­itime Kon­ferenz hat gegenüber den bish­eri­gen Nationalen Mar­iti­men Kon­feren­zen einen deut­lichen Fortschritt zur angemesse­nen Berück­sich­ti­gung der The­men Marine und Mari­neschiff­bau erken­nen lassen. Alle Teil­nehmer waren sich in der Bew­er­tung einig, dass jet­zt den wohlge­set­zten Worten auch die entsprechen­den Tat­en fol­gen müssen und das sei, angesichts der Auswirkun­gen der Finanzkrise auch auf den Mari­neschiff­bau in Deutsch­land, ganz beson­ders dringlich.