Deutschland — Marine — Wir sorgen für Stabilität und Sicherheit im Libanon

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Dieser Artikel wird mit fre­undlich­er Genehmi­gung der “Marine­Fo­rum — Zeitschrift für mar­itime Fra­gen” veröf­fentlicht.

Marineforum

»Wir sor­gen für Sta­bil­ität und Sicher­heit im Libanon«

Inter­view mit dem Kom­man­deur des UNIFIL-Ver­ban­des
Marineforum Seit knapp über einem Jahr führt Deutsch­land den Marin­e­ver­band der Vere­in­ten Natio­nen (UN) vor dem Libanon. Ende Sep­tem­ber 2007 hat Flot­til­lenad­mi­ral Chris­t­ian Luther (52) das Kom­man­do über den inter­na­tionalen Marin­e­ver­band über­nom­men, der im Rah­men der UNIFIL-Mis­sion den Waf­fen­schmuggel von See her nach dem Libanon unterbinden soll. Zu sein­er Mar­itime Task Force (MTF) gehören neben sechs deutschen Booten und Schif­f­en auch Schiffe aus Griechen­land, der Türkei und den Nieder­lan­den. Die MTF ist einzi­gar­tig: Noch nie zuvor in ihrer Geschichte haben die Vere­in­ten Natio­nen einen eigen­ständi­gen UN-Marin­e­ver­band aufgestellt.

Das Inter­view führte Arne Krüger

Herr Admi­ral, seit über einem Jahr führt Deutsch­land nun schon den Marin­e­ver­band der Vere­in­ten Natio­nen im Rah­men von UNIFIL vor der Küste des Libanons. Kön­nen Sie eine erste Bilanz ziehen?
Ich glaube, wir kön­nen stolz auf das Geleis­tete sein. Sowohl aus Sicht der inter­na­tionalen Gemein­schaft als auch aus Sicht der UNIFIL Mar­itime Task Force. Wir haben einen sig­nifikan­ten Beitrag zur Sta­bil­isierung des Libanons und der gesamten Region geleis­tet. Schon allein die Anwe­sen­heit der UNIFIL-Ein­heit­en sendet ein wichtiges, Regio­nen über­greifend­es Sig­nal aus. Seit­dem der inter­na­tionale Marin­e­ver­band nach dem Juli-Krieg im let­zten Jahr vor der libane­sis­chen Küste operiert, haben die Israelis ihre See­block­ade aufge­hoben. Ich denke auch, das bleibt so, denn die Akzep­tanz von UNIFIL- MTF seit­ens Israels ist groß. Deshalb kon­nte seit dem ver­gan­genen Jahr der Han­del und Seev­erkehr in und aus dem Libanon wieder deut­lich zunehmen. Das wiederum bedeutet: Waren­fluss führt zu ver­mehrten Ein­nah­men. Und steigende Ein­nah­men führen zu ein­er Verbesserung der Leben­squal­ität der libane­sis­chen Bevölkerung. Und ein guter Lebens­stan­dard und damit »zufriedene Ruhe« bedeutet Sta­bil­ität und Sicher­heit für das Land und die ganze Region.

Was war in einem Jahr UNIFIL-MTF bish­er das her­aus­ra­gend­ste Ereig­nis?
Ich möchte gar nicht nur auf ein einziges Ereig­nis einge­hen. Wie schon gesagt: Die UNIFIL-Oper­a­tion hier ist in ihrer Gesamtheit ein Erfolg. Den­noch möchte ich ins­beson­dere auf die gute Zusam­me­nar­beit mit der libane­sis­chen Marine hin­weisen. Wir haben im zurück­liegen­den Jahr zum Befehlshaber der libane­sis­chen Marine, Admi­ral Boutros Abi Nasr, ein sehr enges und pro­fes­sionelles Ver­hält­nis aufge­baut. Dadurch kon­nten wir die libane­sis­chen Kam­er­aden kon­se­quent aus­bilden und unsere oper­a­tive Zusam­me­nar­beit verbessern. Die UNIFIL-Mis­sion ist auf die Unter­stützung der libane­sis­chen Behör­den aus­gerichtet. Ziel ist es, den Libanon in die Lage zu ver­set­zen, seine hoheitlichen Auf­gaben eigen­ver­ant­wortlich wahrzunehmen. Real­is­tis­cher­weise wird es noch einige Zeit dauern. Aber ich bin opti­mistisch, dass die libane­sis­che Marine diese Her­aus­forderung meis­tern wird.

Team GlobDef

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