ETA — Euskadi ta Askatasuna (übersetzt: Freiheit für die baskische Heimat)

Die Sep­a­ratis­tenor­gan­i­sa­tion ETA (links-sozial­is­tisch ori­en­tiert) wurde 1959 während der Fran­co-Dik­tatur in Spanien von ein­er Hand­voll bask­isch­er Stu­den­ten gegrün­det. 

Ab Mitte der 1960er Jahre gliederte sich die ETA in vier Sek­tio­nen auf:

  • Mil­itär (Aktio­nen ab 1967, die erste tödliche Aktion der ETA war 1968 ein Mord an einem spanis­chen Polizis­ten José Par­dines)

  • Kul­tur (bis 1975)

  • Wirtschaft 

  • Arbeit (bis 1975)

1970 fand ein Schauprozeß des Fran­co-Regimes statt, indem Auf­säs­sige als Lan­desver­räter angeklagt wur­den. Die ETA nutzte den Prozeß zu ein­er Anklage gegen die Dik­tatur und machte die Belange der ETA öffentlich. Zahlre­iche Demon­stran­ten und Gen­er­al­streiks ent­standen.

Nach dem Über­gang Spaniens zur Demokratie 1975 wurde der mil­itärische Appa­rat der ETA weit­er aus­ge­baut. Anfang der 1980er Jahre war die ETA eine schlagkräftige Organ­i­sa­tion gewor­den.

Nach dem die neuer­schaf­fene Monar­chie in Spanien nur zöger­lich die unter Fran­co inhaftierten Basken frei ließ, ver­stärk­te die  ETA ihre Atten­tate. Bre­ite Bevölkerungss­chicht­en dis­tanzierten sich infolge der bluti­gen Anschläge inzwis­chen von der ETA, nicht zulet­zt dadurch das 1979 ver­fas­sungsrechtlich der Autonomi­es­ta­tus des Basken­lan­des anerkan­nt wurde.

Ab 1979 wurde es für die ETA auch schwieriger, da Frankre­ich den Sta­tus eines poli­tis­chen Flüchtlings für die Basken abschaffte. Die ETA hat­te auch Basen in Süd­frankre­ich.

1981 war die ETA pro­fes­sionell dur­chor­gan­isiert, und wie fol­gt gegliedert:

  • Poli­tis­che Abteilung (u.a. Presse)

  • Nachrich­t­en­di­en­stliche Abteilung

  • Pro­pa­gan­daabteilung

  • Legale Kom­man­dos

  • Inter­na­tionale Ein­sätze

  • und Ille­gale Kom­man­dos 

Zu den ille­galen Kom­man­dos zählten die Ein­satzkom­man­dos, Gren­zein­sätze und die Aus­bil­dung und Logis­tik sowie deren Finanzierung

  • 1968  — Ermor­dung des Polizis­ten der Guardia Civ­il,  José Par­dines.

  • Dezem­ber 1973 — Der spanis­che Regierungschef und desig­nierte Nach­fol­ger Gen­er­al Fran­cos, Luís Car­rero Blan­co fällt einem Bombe­nat­ten­tat der ETA zum Opfer. Der Admi­ral war in Madrid auf dem Weg von der Kirche zu seinem Auto, als die Bombe explodierte. Der Fahrer und ein Sicher­heits­beamter star­ben mit Car­rero. Der Tatort glich nach dem Atten­tat einem Schlacht­feld. Die ETA war die einzige Befreiungs­be­we­gung während des Fran­co-Regimes und leit­ete durch die Ermor­dung des desig­nierten Nach­fol­ger Fran­cos das Ende des Regimes ein.

  • Mai 1979 — Bombe­nan­schlag auf ein häu­fig von Recht­sex­trem­is­ten besucht­es Café-Bar in Madrid. Dabei ster­ben 8 Per­so­n­en. Zuvor wurde ein Gen­er­al und zwei Sol­dat­en im Rang eines Oberst der spanis­chen Stre­itkräfte in Madrid erschossen.

  • Juni 1979 — Die ETA verübt im Touris­mus­ge­bi­et an der Cos­ta del Sol eine Serie von Sprengstof­fan­schlä­gen u.a. in den Ortschaften Mar­bel­la, Benidorm und Tor­re­moli­nos.

  • 1980 tötet die ETA 118 Per­so­n­en.

  • Feb­ru­ar 1986 — Ermor­dung des spanis­chen Vizead­mi­rals Cristóbal Colón und seinen Fahrer in Madrid.

  • April und Juli 1986 — Bei Bombe­nan­schlä­gen wer­den 14 Polizis­ten der spanis­chen Guardia Civ­il getötet.

  • 1987 — Auto­bombe­nan­schlag in Barcelona: Im Einkauf­szen­trum Hiper­cor ster­ben bei der Explo­sion 21 Men­schen und 45 weit­ere wer­den ver­let­zt. 

  • April 1994 - Das Mil­itärg­ericht in Barcelona wird durch eine Granate zer­stört. Eine Per­son wird getötet, 10 weit­ere ver­let­zt.

  • Juni 1994 — Ermor­dung des Brigade­gen­er­al Juan José Hernán­dez.

  • 1995 — Die ETA plante ein Atten­tat auf den spanis­chen König Juan Car­los in Major­ca.  Franzö­sis­che und spanis­che Sicher­heit­skräfte vere­it­eln den Plan.

  • 1995 — Auto­bombe­nan­schlag auf den Oppo­si­tions­führer und späteren Min­is­ter­präsi­den­ten Jose Maria Aznar, der den Anschlag über­lebt.

  • Juli 1997 — Ermor­dung des Kom­mu­nalpoli­tik­ers Miguel Angel Blan­co nach zweitägiger Geißel­haft. Gegen Blan­cos Ermor­dung demon­stri­erten in bish­er beispiel­los­er Sol­i­dar­ität über 6 Mil­lio­nen Spanier im ganzen Land. Sie sind gegen den Ter­ror der ETA und gegen die bask­ische Parteienkoali­tion HB — Her­ri Bata­suna (Volk­sunion), den poli­tis­chen Arm der ETA.

  • Okto­ber 1997 — Ver­hin­derung eines Bombe­nan­schlags der ETA auf das neu eröffnete Guggen­heim-Muse­um in Bil­bao.

  • Okto­ber 1997 — In Spanien begin­nt ein Prozeß gegen die gesamte Führungsspitze der Parteienkoali­tion HB — Her­ri Bata­suna (Volk­sunion), die der Unter­stützung des ETA-Ter­rors beschuldigt wird.

  • Juni 1998 — Ermor­dung des Kom­mu­nalpoli­tik­ers Manuel Zamar­reno durch eine Auto­bombe.

  • Juni 2003 — Bombe­nan­schläge auf die Touris­ten­ho­tels in Benidorm und Ali­cante mit 13 Ver­let­zten