Karibische Gemeinschaft und Karibischer Gemeinsamer Markt

Karibische Gemeinschaft und Karibischer Gemeinsamer Markt

Caribbean Com­mu­ni­ty and Com­mon Mar­ket (englis­che Beze­ich­nung; Abkürzung CARICOM)
Com­mu­nauté des Caraïbes (franzö­sis­che Beze­ich­nung; Abkürzung CARICOM)
Sitz: Bank of Guyana Build­ing, P.O. Box 10827 George­town, Guyana; Tel.: (00592) 2 — 69 28 19, Fax: — 57 34 1

Grün­dung:
Die Karibis­che Gemein­schaft und der Karibis­che Gemein­same Markt wur­den 1973 durch den Ver­trag von Chaguara­mas (Trinidad und Toba­go) als Nach­fol­ge­or­gan­i­sa­tion von CARIFTA (Caribbean Free Trade Asso­ci­a­tion) gegrün­det. Der Haupt­teil des Ver­trages behan­delt die Karibis­che Gemein­schaft als weit­ge­hen­des Inte­gra­tionskonzept, ein Annex als inte­graler Bestandteil des Ver­trages (Art. 32) die Bes­tim­mungen zum “Karibis­chen Gemein­samen Markt”.
CARICOM hat seit 1973 zu den kün­fti­gen Zie­len und Auf­gaben in pro­gram­ma­tis­chen Erk­lärun­gen wieder­holt Stel­lung bezo­gen: 1984 “The Nas­sau Under­stand­ing” (Struk­turelle Anpas­sun­gen und Ein­satz für eine engere Inte­gra­tion), 1985 der “Bar­ba­dos Con­sen­sus” (Entwick­lung des örtlichen regionalen Unternehmer­tums in den Mit­glied­staat­en), 1989 der “Port of Spain Accord on the Man­age­ment and Con­ser­va­tion of the Caribbean Envi­ron­ment” (Erhal­tung der karibis­chen Umwelt), 1989 die Grand Anse Dec­la­ra­tion” (Arbeit­spro­gramm für die Weit­er­en­twick­lung der Inte­gra­tion), 1991 der “Port of Spain Con­sen­sus” (Absicherung der karibis­chen Entwick­lung bis zum Jahr 2000 und darüber hin­aus) u. a.

Mit­glieder (14):
Antigua und Bar­bu­da, Bahamas, Bar­ba­dos, Belize, Domini­ca, Grena­da, Guyana, Haïti, Jamai­ka, Saint Kitts und Nevis, Saint Lucia, Saint Vin­cent und die Grenadi­nen, Suri­nam, Trinidad und Toba­go

Ziele:
Förderung der wirtschaftlichen Zusam­me­nar­beit durch den Karibis­chen Gemein­samen Markt.
Koor­dinierung der Außen­poli­tik unter den Mit­glied­staat­en.
Gemein­same Ein­rich­tun­gen und Zusam­me­nar­beit in funk­tionellen Bere­icht­en wie Gesund­heit, Erziehung und Kul­tur, Kom­mu­nika­tion und Indus­triebeziehun­gen.

Struk­turen:
Die Kon­ferenz der Regierungschefs, die im all­ge­meinen ein­mal jährlich zusam­men­trifft, ist das höch­ste Organ von CARICOM. Sie ist für die poli­tis­chen und strate­gis­chen Leitlin­ien, für Kon­flik­tregelun­gen, den Karibis­chen Gericht­shof und für den Abschluß von inter­na­tionalen Verträ­gen und die inter­na­tionale Zusam­me­nar­beit ver­ant­wortlich und kann dem Rat für den Gemein­samen Markt Direk­tiv­en erteilen. Ihre Zuständigkeit für finanzielle Fra­gen hat sie auf den Rat delegiert. Die Entschei­dun­gen der Kon­ferenz erge­hen im all­ge­meinen ein­stim­mig; die Mit­glied­staat­en haben ein Vetorecht. Das Büro der Kon­ferenz achtet auf die Durch­führung der Kon­ferenzbeschlüsse, bringt Vorschläge ein, führt die Organ­i­sa­tion zwis­chen den Ple­nar­sitzun­gen und überwacht die 1992 begrün­dete “Task Force”.

Der Rat der Karibis­chen Gemein­schaft, der sich aus den Min­is­tern für CARI­COM-Angele­gen­heit­en zusam­menset­zt, leit­et als zwei­thöch­stes Organ die Gemein­schaft. Er ist für das rei­bungslose Funk­tion­ieren der Gemein­schaft, für die Weit­er­en­twick­lung des Arbeit­spro­gramms der Gemein­schaft unter Beach­tung der von der Kon­ferenz und dem Büro der Kon­ferenz entwick­el­ten Vor­gaben und der Eingaben der übri­gen CARI­COM-Organe zuständig. Er wird von mehreren Auss­chüssen (Recht­sauss­chuß, Ständi­ger Haushalt­sauss­chuß, Auss­chuß für Han­del und Wirtschaftliche Entwick­lung, Auss­chuß für Auswär­tige Angele­gen­heit­en und Fra­gen der Gemein­schaft, Auss­chuß für soziale Fra­gen) berat­en. Die Entschei­dun­gen des Rates erge­hen im all­ge­meinen nach dem Kon­sen­sprinzip.

Das Sekre­tari­at der Karibis­chen Gemein­schaft, geleit­et von einem Gen­er­alsekretär, ist in fünf Abteilun­gen aufgegliedert (Han­del und Land­wirtschaft, Wirtschaft und Indus­trie, Funk­tionelle Zusam­me­nar­beit, Rechts­fra­gen, All­ge­meine Dien­ste und Ver­wal­tung). Neben der ver­wal­tungsmäßi­gen Mitar­beit bei der Durch­führung von Kon­feren­zen und son­sti­gen Tre­f­fen der Organe und Insti­tu­tio­nen übern­immt das Sekre­tari­at den Fort­gang bzw. die Durch­führung der getrof­fe­nen Entschei­dun­gen, ini­ti­iert, organ­isiert und fer­tigt Stu­di­en über Fra­gen der wirtschaftlichen und funk­tionellen Zusam­me­nar­beit im Ver­trags­bere­ich an, hil­ft Mit­glied­staat­en und übern­immt alle ihm von der Kon­ferenz oder anderen Insti­tu­tio­nen über­tra­ge­nen Auf­gaben.

Aktiv­itäten:
CARICOM unter­schei­det zwis­chen Insti­tu­tio­nen (z.B. die Kon­ferenz der Gesund­heitsmin­is­ter, Ständi­ge Kom­mis­sio­nen für ver­schiedene regionale Sachge­bi­ete), die in ihren jew­eili­gen Sachge­bi­eten eigen­ver­ant­wortlich arbeit­en, und assozi­ierten Insti­tu­tio­nen; zu den let­zten zählen nach dem Ver­trag von Chaguara­mas die Karibis­che Entwick­lungs­bank, die Karibis­che Organ­i­sa­tion für Mete­o­rolo­gie, der Rat für All­ge­meine Bil­dung, die Uni­ver­sität von Guyana, die Westindis­che Uni­ver­sität und die Westindis­che Schiff­fahrt­sko­op­er­a­tion.
Die Inte­gra­tionspoli­tik von CARICOM zielt auf eine weit­ge­hende wirtschaftliche Inte­gra­tion, funk­tionale Koop­er­a­tion im Verkehrs-, Kom­mu­nika­tions- und Erziehungswe­sen sowie auf außen­poli­tis­che Zusam­me­nar­beit. Sie ver­sucht, let­zteres durch ver­stärk­te inter­na­tionale Kon­tak­te deut­lich zu machen (Grün­dung von gemis­cht­en Auss­chüssen), im beson­deren mit lateinamerikanis­chen Staat­en durch engere Beziehun­gen zu inter­na­tionalen Organ­i­sa­tio­nen und Grup­pierun­gen.
Ein Auss­chuß der Gou­verneure der Zen­tral­banken bere­it­et Pläne für die Grün­dung ein­er regionalen Währung­sunion und die Har­mon­isierung der regionalen Finanzge­set­zge­bung vor.

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