Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD

Organ­i­sa­tion for eco­nom­ic Coop­er­a­tion and Devel­op­ment (englis­che Beze­ich­nung; Abkürzung OECD)
Organ­i­sa­tion de Coopéra­tion et de Développe­ment Économiques (franzö­sis­che Beze­ich­nung; Abkürzung OCDE)
Sitz: 2 rue André-Pas­cal, F-75775 Paris Cedex 16, Frankre­ich; Tel.: (00 33) 1 — 45 24 82 00; Fax: — 45 24 85 00

Grün­dung:
Die Organ­i­sa­tion für wirtschaftliche Zusam­me­nar­beit und Entwick­lung wurde 1961 durch die Rat­i­fizierung des “Übereinkom­mens über die Organ­i­sa­tion für wirtschaftliche Zusam­me­nar­beit und Entwick­lung” (unterze­ich­net 1960) gegrün­det. Sie ist aus der “Organ­i­sa­tion für europäis­che wirtschaftliche Zusam­me­nar­beit (OEEC) her­vorge­gan­gen (1948), die geschaf­fen wurde, um die amerikanis­che Wirtschafts- und Finanzhil­fe für den Wieder­auf­bau Europas (Mar­shallplan) durch Zusam­me­nar­beit mit den europäis­chen Empfänger­staat­en opti­mal zu nutzen.

Mit­glieder (30):
Aus­tralien (1971), Bel­gien, Däne­mark, Deutsch­land, Finn­land (1969), Frankre­ich, Griechen­land, Großbri­tan­nien, Irland, Island, Ital­ien, Japan (1964), Kana­da, Repub­lik Korea (1996), Lux­em­burg, Mexiko (1994), Neusee­land (1973), Nieder­lande, Nor­we­gen, Öster­re­ich, Polen (1996), Por­tu­gal, Schwe­den, Schweiz, Slowakei (2000), Spanien, Tschechis­che Repub­lik (1995), Türkei, Ungarn (1996), USA. — Die EU-Kom­mis­sion nimmt an der Arbeit der OECD teil.

Ziele:

Beitrag zur Entwick­lung der Weltwirtschaft durch die Ver­wirk­lichung ein­er opti­malen Wirtschaft­sen­twick­lung und Beschäf­ti­gung sowie eines steigen­den Lebens­stan­dards unter Wahrung der finanziellen Sta­bil­ität der Mit­glied­staat­en.
Förderung des wirtschaftlichen und sozialen Woh­lerge­hens im gesamten OECD-Raum durch Koor­dinierung der Poli­tik der Mit­glied­staat­en.
Förderung und Har­mon­isierung des Ein­satzes der OECD-Mit­glied­staat­en zugun­sten der Entwick­lungslän­der.

Struk­turen:
Der Rat, der aus den Vertretern der Mit­glied­slän­der gebildet wird, ist das ober­ste Organ. Er tagt gewöhn­lich ein­mal jährlich auf Min­is­terebene unter Vor­sitz eines Mit­glied­s­lan­des, an dem im all­ge­meinen die Außen-, Finanz- und Han­dels- bzw. Wirtschaftsmin­is­ter teil­nehmen. Auf der Ebene der Ständi­gen Vertreter (Botschafter­rang) tritt der Rat min­destens zweimal monatlich unter Vor­sitz des Gen­er­alsekretärs zusam­men. Die Entschei­dun­gen des Rates (Beschlüsse, Empfehlun­gen) erge­hen im all­ge­meinen im Kon­sensver­fahren.
Ein Exeku­ti­vauss­chuß aus 14 Mit­glied­staat­en (ständi­ge Mit­glieder: Frankre­ich, Deutsch­land, Ital­ien, Japan, Kana­da, USA, Großbri­tan­nien; sieben jährlich gewählte Mit­glieder) unter­stützt den Rat. Er prüft und koor­diniert die Arbeit der OECD und bere­it­et die Sitzun­gen des Rates vor, der ihn zu Son­der­auf­gaben her­anziehen kann. Der Exeku­ti­vauss­chuß in Beson­der­er Sitzung bietet lei­t­en­den Beamten, die in ihren Haupt­städten für inter­na­tionale Wirtschafts­beziehun­gen zuständig sind, die Möglichkeit, die anste­hen­den Fra­gen inter­diszi­plinär zu behan­deln.
Über 150 Auss­chüsse, Arbeits­grup­pen, Experten­gremien befassen sich mit einem bre­it­en wirtschaftlichen und sozialen The­men­bere­ich: Wirtschaft­spoli­tik; Wirtschafts- und Entwick­lungs­fra­gen; Entwick­lung­shil­fe; Han­del; Kap­i­talverkehr und unsicht­bare Transak­tio­nen; Kap­i­talmärk­te; Ver­sicherun­gen; Steuer­fra­gen; Wet­tbe­werb­srecht und -poli­tik; Ver­braucher­poli­tik; Frem­den­verkehr; Seev­erkehr; Inter­na­tionale Investi­tio­nen und multi­na­tionale Unternehmen; Energiepoli­tik; Indus­trie; Stahl; Wis­senschaft­spoli­tik und Tech­nolo­giepoli­tik; Poli­tik in den Bere­ichen Infor­ma­tion, Com­put­ertech­nik und Kom­mu­nika­tion; Bil­dungs­fra­gen; Arbeit­skräfte und Sozial­fra­gen; Öffentliche Ver­wal­tung; Umwelt; Land­wirtschaft; Fis­cherei; Grund­stoffe.
Dem Auss­chuß für Entwick­lung­shil­fe gehören zur Zeit 21 Mit­glied­staat­en sowie die Europäis­che Kom­mis­sion (Europäis­che Union) an. Beobachter sind die Welt­bank sowie der Inter­na­tionale Währungs­fonds. Der Auss­chuß ist die zen­trale Koor­dinierungsstelle der von den OECD-Län­dern geleis­teten Entwick­lung­shil­fe mit dem Ziel, die Leis­tun­gen an die Entwick­lungslän­der und deren Nutzef­fekt zu erhöhen und die Entwick­lungslän­der durch Förderung eines lebens­fähi­gen Wirtschaftssys­tems an die Weltwirtschaft anzuschließen. 1993 hat der Auss­chuß die Liste der Entwick­lungslän­der neu bes­timmt und dabei die Entwick­lungssi­t­u­a­tion und die Bedeu­tung der mit­tel- und osteu­ropäis­chen Län­der sowie der unab­hängi­gen Staat­en der früheren Sow­je­tu­nion mitein­be­zo­gen.
Das Inter­na­tionale Sekre­tari­at wird von einem Gen­er­alsekretär (fün­fjähriges Man­dat) geleit­et, dem drei Stel­lvertre­tende Gen­er­alsekretäre und ein Beige­ord­neter Gen­er­alsekretär zuge­ord­net sind. Das Sekre­tari­at ist in mehrere Direk­tio­nen gegliedert, deren Sachge­bi­ete im wesentlichen der The­matik der Auss­chüsse entsprechen (Sta­tis­tik; Ernährung; Land­wirtschaft und Fis­cherei; Infor­matik und Kom­mu­nika­tion; Entwick­lungszusam­me­nar­beit; Umwelt; Finanz-, Steuer- und Unternehmensfra­gen; Sozial­fra­gen; Arbeit­skräfte und Bil­dungswe­sen; Wis­senschaft, Tech­nolo­gie und Indus­trie; Erziehung, Beschäf­ti­gung und Sozial­fra­gen).

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