Universal Postal Union (UPU)

Uni­ver­sal Postal Union (englis­che Beze­ich­nung; Abkürzung UPU)
Union postale uni­verselle (franzö­sis­che Beze­ich­nung; Abkürzung UPU)
Sitz: Welt­post­straße 4, CH-3000 Bern, Schweiz; Tel.: (0041) 31–3503111; Fax: (0041) 31–3503110

Ziele:

  • Förderung der Verbindun­gen zwis­chen den Völk­ern durch eine wirkungsvolle Arbeitsweise der Post­di­en­ste.

  • Ver­tiefung der inter­na­tionalen Zusam­me­nar­beit.

  • Beteili­gung an tech­nis­chen Hil­feleis­tun­gen im Post­we­sen auf Antrag von Mit­glied­staat­en.

Struk­turen:
Der Kon­greß, der sich aus den Vertretern aller Mit­glied­slän­der zusam­menset­zt, ist das ober­ste Organ des Vere­ins. Er tritt alle fünf Jahre zusam­men; außeror­dentliche Kon­gresse kön­nen unter bes­timmten Voraus­set­zun­gen ein­berufen wer­den. Der Kon­greß über­prüft und rev­i­diert das Ver­tragswerk des Welt­postvere­ins, legt das all­ge­meine Arbeit­spro­gramm sowie den Höch­st­be­trag der Aus­gaben für dessen Tätigkeit während der jew­eils näch­sten Fün­f­jahres-Peri­ode fest und wählt den Gen­eraldirek­tor.
Der Vol­lzugsrat beste­ht aus 40, nach geo­graphis­chen Gesicht­spunk­ten vom Kon­greß gewählten Mit­gliedern. Er tritt jährlich zusam­men. In der Zeit zwis­chen den Kon­gressen gewährleis­tet er die Fort­führung der Arbeit­en des Vere­ins. Der Rat koor­diniert, überwacht und übt eine gewisse Kon­trolle über die Tätigkeit­en des Inter­na­tionalen Büros aus, studiert die den Welt­postvere­in und den Post­di­enst betr­e­f­fend­en Fra­gen admin­is­tra­tiv­er, leg­isla­tiv­er und rechtlich­er Art und for­muliert Vorschläge und Empfehlun­gen für den Kon­greß. Er ist befugt, Rechtsvorschriften im Zusam­men­hang mit den Vol­lzug­sor­d­nun­gen zu erlassen sowie alle For­men der tech­nis­chen Hil­feleis­tung (ein­schließlich Beruf­saus­bil­dung) auf dem Gebi­et des Post­we­sens im Rah­men der inter­na­tionalen tech­nis­chen Zusam­me­nar­beit voranzutreiben und zu koor­dinieren. Kom­mis­sio­nen befassen sich mit ver­schiede­nen The­men (All­ge­meine Angele­gen­heit­en und Struk­tur des Vere­ins, Brief­postvorschriften, Brief­post (Gebühren und Vergü­tun­gen), Flug­be­förderung und Qual­ität­skon­trolle, Post­pakete, Post­bank­en­di­en­ste / Geld­post, Entwick­lung­shil­fe, All­ge­meines Aktion­spro­gramm von Wash­ing­ton).
Die Bera­tende Kom­mis­sion für Post­stu­di­en, die aus 35 vom Kon­greß für eine Funk­tion­spe­ri­ode (zwis­chen zwei Kon­gressen) gewählten Mit­gliedern beste­ht, unter­sucht die tech­nis­chen, betrieblichen und wirtschaftlichen Prob­leme, Fra­gen der tech­nis­chen Zusam­me­nar­beit, Entwick­lungslän­dern inter­essierende Prob­leme der beru­flichen Aus- und Fort­bil­dung und fer­tigt darüber Berichte und Gutacht­en an. Im Rah­men ihrer Kom­pe­tenz arbeit­et sie Nor­men aus. Der CCPS hat Kom­mis­sio­nen zu ver­schiede­nen The­men (die Post und ihre Märk­te, die Entwick­lung der Schnell­dien­ste, Betrieb und Qual­ität des Dien­stes, Mod­ernisierung, Entwick­lung des Post­we­sens und All­ge­meines Aktion­spro­gramm, Man­age­ment und Ver­wal­tung u.a.) aufgestellt.
Das Inter­na­tionale Büro, das von einem Gen­eraldirek­tor geleit­et wird, dient den Postver­wal­tun­gen als Verbindungs-, Auskun­fts- und Beratung­sor­gan. Es nimmt Anträge zur Abän­derung des Ver­tragswerkes des Welt­postvere­ins ent­ge­gen, gibt Änderun­gen bekan­nt, bere­it­et den Kon­greß vor und nimmt das Sekre­tari­at der Vere­in­sor­gane wahr u. a. Auf Antrag der beteiligten Parteien erstellt es Gutacht­en über strit­tige Fra­gen.

Aktiv­itäten:
Die Durch­führung und der Ablauf des inter­na­tionalen Postverkehrs sind durch die Vere­in­heitlichung der Vorschriften für den Postver­sand und durch ein weltweit gewach­senes Netz und der über­all beste­hen­den Ein­rich­tun­gen an jedem Ort garantiert. Es gibt rund 670000 Postämter, die jährlich rund 430 Mrd. Sendun­gen bear­beit­en. Post­di­en­stliche Leis­tun­gen wer­den durch Finanz­di­en­ste (Postan­weisungs-, Postscheck-, Sparkassen­di­enst) ergänzt.
Das vom Kon­greß von Wash­ing­ton 1989 beschlossene All­ge­meine Aktion­spro­gramm von Wash­ing­ton ist eine Maß­nahme des Welt­postvere­ins, die Post­di­en­ste der Mit­glied­staat­en konkur­ren­zfähig zu hal­ten. Es umfaßt Maß­nah­men und Ziele für die Sek­toren Mark­t­forschung, Han­del­spoli­tik, Dien­stqual­ität und Betrieb­spoli­tik, admin­is­tra­tive Autonomie sowie Per­son­al­fra­gen. Der Kon­greß beschloß gle­ichzeit­ig die Durch­führung eines Per­ma­nen­zpro­jek­tes zur Wahrung und Steigerung der Dien­st­güte des inter­na­tionalen Post­di­en­stes und zu dessen Mod­ernisierung.
Verkauf und Ver­mark­tung von Brief­marken sind grund­sät­zlich eine innere Angele­gen­heit der Mit­glied­staat­en. In der Erken­nt­nis der kul­turellen, geschichtlichen, kün­st­lerischen Bedeu­tung der Phi­lat­e­lie als Medi­um hat der Kon­greß von Wash­ing­ton (1989) in ein­er Art Phi­lat­e­lis­tis­chen Ehrenkodex zum Gebrauch der Mit­glied­slän­der des WPV die Beach­tung gewiss­er Grund­sätze bei der Auswahl der Marken­bilder emp­fohlen.
Die tech­nis­che Hil­feleis­tung auf dem Gebi­et des Post­we­sens soll dazu beitra­gen, die Post­di­en­ste aufzubauen (Pla­nung, Organ­i­sa­tion, Ver­wal­tung, Betrieb, Aus­bil­dung, Finanz­di­en­ste) und sie arbeits- und konkur­ren­zfähig zu machen. Die Hil­feleis­tung beste­ht in der Rekru­tierung und Entsendung von Experten / Beratern, durch Aus­bil­dung durch Stipen­di­en sowie in der Über­las­sung von Aus­rüs­tungs-, Aus­bil­dungs- und Anschau­ungs­ma­te­r­i­al.
Der Welt­postvere­in arbeit­et eng mit den Organ­i­sa­tio­nen und Orga­nen des Sys­tems der Vere­in­ten Natio­nen zusam­men.
Der Welt­postvere­in ges­tat­tet den Mit­gliedern, „Engere Postvere­ine“ zur Verbesserung der gegen­seit­i­gen Beziehun­gen und zur Lösung spez­i­fis­ch­er Prob­leme auf kon­ti­nen­taler, regionaler oder unter­re­gionaler Ebene zu grün­den. Diese sind vom Welt­postvere­in unab­hängig. Sie gewähren sich gegen­seit­ig den Beobachter­sta­tus.
Die offizielle Sprache ist Franzö­sisch.

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