Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO)

Unit­ed Nations Indus­tri­al Devel­op­ment Orga­ni­za­tion (englis­che Beze­ich­nung; Abkürzung UNIDO)
Organ­i­sa­tion des Nations Unies Pour le Développe­ment (franzö­sis­che Beze­ich­nung; Abkürzung ONUDI)
Sitz: Vien­na Inter­na­tion­al Cen­tre, Wagramer Str. 5, A-1400 Wien, T (0043) 1–26026, Fax: -2692669

Grün­dung:
Die Organ­i­sa­tion der Vere­in­ten Natio­nen für indus­trielle Entwick­lung wurde 1967 von der Gen­er­alver­samm­lung der Vere­in­ten Natio­nen (GA / RES 2152 (XXI) vom 17.11.1966) gegrün­det. die UNIDO gehört zu den Son­deror­gan­i­sa­tio­nen des Sys­tems der Vere­in­ten Natio­nen.

Ziele:

  • Förderung der indus­triellen Entwick­lung in den Entwick­lungslän­dern als Beitrag zur Schaf­fung ein­er neuen Weltwirtschaft­sor­d­nung.

Struk­turen:
Die Gen­er­alkon­ferenz, die aus den Vertretern der Mit­glied­staat­en beste­ht, bes­timmt die Leitlin­ien und die Poli­tik der Organ­i­sa­tion, prüft die Berichte des Rates, des Gen­eraldirek­tors und der Nebenor­gane. Sie bil­ligt den ordentlichen Haushalt und den Pro­jek­thaushalt. Sie wählt die Ratsmit­glieder und ernen­nt den Gen­eraldirek­tor auf Empfehlung des Rates. Die Kon­ferenz tritt alle zwei Jahre zusam­men.
Der Rat für indus­trielle Entwick­lung (Indus­tri­al Devel­op­ment Board — IDB), das eigentliche Lenkungs- und Auf­sichts­gremi­um, beste­ht aus 53 Mit­gliedern, die für vier Jahre unter Berück­sich­ti­gung geo­graphis­ch­er Gesicht­spunk­te gewählt sind (33 Mit­glieder aus Entwick­lungslän­der, 15 aus den west­lichen, 5 aus den östlichen Indus­trielän­dern). Der Rat überwacht die Durch­führung des Arbeit­spro­grammes, des Haushalts und der Kon­ferenzbeschlüsse. Er kann den Gen­eraldirek­tor zu bes­timmten Maß­nah­men ermächti­gen. Der Rat trifft min­destens ein­mal pro Jahr zusam­men.
Der Gen­eraldirek­tor (vier­jähriges Man­dat, ein­ma­lige Wieder­ernen­nung) leit­et das Sekre­tari­at. Er ist der höch­ste Ver­wal­tungs­beamte. Vor­be­haltlich ander­er Weisun­gen (Kon­ferenz, Rat) trägt er die Gesamtver­ant­wor­tung und hat die Befug­nis, die Organ­i­sa­tion zu leit­en. Das Sekre­tari­at gliedert sich in das „Gen­er­al Man­age­ment“ (Büro des Gen­eraldirek­tors und „Auswär­tige Angele­gen­heit­en“) und in acht von ver­ant­wortlichen Direk­toren geleit­ete Abteilun­gen (Human Resources and Enter­prise Devel­op­ment, Oper­a­tional Sup­port, Funds Mobi­liza­tion, Coun­try Strat­e­gy and Pro­gramme Devel­op­ment, Infor­ma­tion and Research, Indus­tri­al Sec­tors and Envi­ron­ment, Invest­ment and Tech­nol­o­gy Pro­mo­tion, Admin­is­tra­tion).
Die Außen­stellen in New York und in Genf sind Liaison­büros; sie unter­hal­ten Kon­tak­te zu den Orga­nen und Organ­i­sa­tio­nen des Sys­tems der Vere­in­ten Natio­nen (Koor­dinierung der Pro­jek­te).
Der Pro­gramm- und Haushalt­sauss­chuß (Pro­gramme and Bud­get Com­mit­tee — PBC) beste­ht aus 27 Mit­gliedern, die nach Vor­gabe ein­er fes­ten Sitzverteilung für zwei Jahre gewählt wer­den (15 Mit­glieder aus den Entwick­lungslän­dern, 9 aus den west­lichen, 3 aus den östlichen Indus­trielän­dern). Der Auss­chuß unter­stützt den Rat bei der Vor­bere­itung und Prü­fung der Vorschläge des Gen­eraldirek­tors zum Arbeit­spro­gramm, zum ordentlichen Haushalt und zum Pro­jek­thaushalt und for­muliert Empfehlun­gen. Der Auss­chuß tagt min­destens ein­mal pro Jahr.
Die Kon­ferenz und der Rat kön­nen andere Nebenor­gane, ins­beson­dere Fachauss­chüsse, unter Berück­sich­ti­gung ein­er aus­ge­wo­ge­nen geo­graphis­chen Vertre­tung ein­set­zen.

Aktiv­itäten:
Die UNIDO arbeit­et mit Regierun­gen, Insti­tu­tio­nen und dem Pri­vat­sek­tor zusam­men, bietet beson­dere Dien­ste an (Beratung, Stu­di­en und Forschungsar­beit­en, son­stige Unter­suchun­gen etc.) und führt Son­der­pro­gramme durch (Pro­gramme u.a. für die Zweite Indus­trieen­twick­lungs­dekade für Afri­ka (1993 — 2002) — Indus­tri­al Devel­op­ment Decade for Africa, IDDA-, Son­der­pro­gramme für die indus­trielle Entwick­lung in ara­bis­chen Län­dern, Asien und dem Paz­i­fik, ein regionales Pro­gramm der Zusam­me­nar­beit für den indus­triellen Auf­bau in Lateinameri­ka und Karibik).
Zur Stim­ulierung von Investi­tio­nen organ­isiert die UNIDO nationale und regionale Foren.
Investi­tions­förderungs­büros in Athen, Köln, Mai­land, Paris, Seoul, Tokyo, Warschau, Wash­ing­ton (D.C.), Wien und Zürich ermöglichen Kon­tak­tauf­nah­men und Beratung zwis­chen Indus­tri­es­taat­en und Entwick­lungslän­dern im Bere­ich der Investi­tions­förderung.
Die Zen­tren der inter­na­tionalen indus­triellen Zusam­me­nar­beit in Moskau und Peking sollen dazu beitra­gen, die Beteili­gung aus­ländis­ch­er Unternehmen an „Joint Ven­tures“ zu fördern.
Rund 40 Berater sind in ver­schiede­nen Län­dern zur Beratung der Entwick­lungslän­der im Ein­satz; sie arbeit­en mit den örtlichen Vertretern des UN-Entwick­lung­spro­gramms (UNDP) zusam­men.
Das von der UNIDO geförderte Inter­na­tionale Zen­trum für Genetik und Biotech­nolo­gie (Inter­na­tion­al Cen­tre for Genet­ic Engi­neer­ing and Biotech­nol­o­gy — ICGEB), seit 1994 eine zwis­chen­staatliche Organ­i­sa­tion, will den Trans­fer entwick­el­ter Tech­niken in die Entwick­lungslän­der beschle­u­ni­gen. Das Lab­o­ra­to­ri­um in Neudel­hi befaßt sich mit diesen Fra­gen für den Bere­ich der Land­wirtschaft und der Gesund­heit von Men­sch und Tier, das in Tri­est mit der Wiedergewin­nung von Energie aus der Bio­masse.
Die tech­nis­chen Dien­ste der UNIDO, die den Mit­gliedsstaat­en zur Ver­fü­gung ste­hen, bear­beit­en Pro­jek­te der tech­nis­chen Zusam­me­nar­beit, Aus­bil­dungs­fra­gen, Hil­fen für kleine und mit­tlere Unternehmen, Umweltschutz, Fra­gen der ana­lytis­chen, the­men­spez­i­fis­chen Forschung, Indus­triepoli­tik, Auf­bau von Insti­tu­tio­nen u.a. und ver­fassen Stu­di­en (glob­al, region­al, län­der­be­zo­gen).

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