Deutschland — Kommando Spezialkräfte (KSK)

Flagge Deutschland

KSK 

All­ge­meines

Wozu KSK?
Die Entschei­dung eine Bun­deswehrson­dere­in­heit zur Befreiung von Geiseln und Ret­tung von Per­so­n­en unter Bedro­hungslage zu bilden, fiel 1994 als bel­gis­che Sol­dat­en Mitar­beit­er der Deutschen Welle in Ruan­da ret­ten mussten. Auch zuvor war Deutsch­land bei solchen Ein­sätzen auf die Hil­fe befre­un­de­ter Natio­nen angewiesen, bspw. 1990/91 als Deutsche aus dem Irak, Sau­di-Ara­bi­en und Israel evakuiert wur­den.

Ein­satzbere­iche Kom­man­do Spezial Kräfte (Quelle: www.deutschesheer.de) :
Aber das Kom­man­do Spezial Kräfte (KSK) hat als mil­itärische Ein­heit noch andere Auf­gaben, die so beispiel­sweise auch von der US-amerikanis­chen Delta Force und der britis­chen SAS durchge­führt wer­den.

Im Mil­itär­jar­gon sind dies:

1. Der Schutz deutsch­er Ein­rich­tun­gen und Kräfte im Aus­land sowie von Per­so­n­en in beson­deren Lagen. Dazu gehören:

  • Das Aufk­lären und Überwachen von oper­a­tionswichti­gen Punk­ten, Räu­men und Verbindungslin­ien auf Dis­tanz, also weit ent­fer­nt zu den zu schützen­den Ein­rich­tun­gen und Kräften
  • Die reak­tion­ss­chnelle Abwehr feindlich­er Kräfte und verdeckt operieren­der Geg­n­er, bevor sie eigene Ein­rich­tun­gen oder Kräfte erre­icht haben, d. h. zeitlich und räum­lich weit vorher und damit präven­tiv
  • Direk­ter Schutz gefährde­ter Per­so­n­en in oder bis zum Ver­lassen ein­er Gefahren­zone 

2. Das Ret­ten, Befreien und Evakuieren von Per­so­n­en aus ter­ror­is­tis­ch­er bzw. kriegs­be­d­ingter Bedro­hung

  • Evakuieren und Ret­ten deutsch­er Staats­bürg­er und ander­er Per­so­n­en aus Kriegs -und Bürg­erkriegs­ge­bi­eten; dabei auch Befreien aus Geisel­si­t­u­a­tio­nen
  • Auf­spüren und Befreien deutsch­er Sol­dat­en, die bei Aus­land­sein­sätzen der Bun­deswehr in Gefan­gen­schaft oder eine Geisel­si­t­u­a­tion ger­at­en sind, und Rück­führung zum eige­nen Trup­pen­teil 

3. Mil­itärische Aufk­lärung zur Schaf­fung eigen­er Infor­ma­tion­süber­legen­heit

  • Gewin­nen von Schlüs­selin­for­ma­tio­nen für die poli­tis­che und mil­itärische Führung über die Lage in Ein­satzge­bi­eten, geg­ner­ische Ein­rich­tun­gen, Trup­pen­be­we­gun­gen, Stel­lun­gen, Per­so­n­en, etc.
  • Aufk­lären und Überwachen von Zie­len mit hoher mil­itärisch­er Bedeu­tung

4. Kampf gegen Ziele hoher Pri­or­ität auf geg­ner­ischem oder feindbe­set­ztem Gebi­et

  • Gebi­et Wegnahme/Zerstörung/Lähmung von für die geg­ner­ische Oper­a­tions­führung wichti­gen Objek­ten, Ein­rich­tun­gen, Waf­fen und Anla­gen
  • Abwehr von Ter­ror

Das KSK sollte eigentlich schon im let­zten Jahr (2001) die volle Stärke von ca. 1.100 Sol­dat­en erre­icht haben. Durch die harten Anforderun­gen und weil auf Qual­ität der Aus­bil­dung Wert gelegt wird, ist dieses Ziel erst später zu erre­ichen.

Struk­tur
Die Struk­tur der Ein­heit stellt sich wie fol­gt dar:

  • Stab
  • Gruppe Weit­er­en­twick­lung
  • Unter­stützungs­bere­ich:
    • Stabs- und Ver­sorgungskom­panie
    • Unter­stützungskom­panie
    • Fer­n­meldekom­panie
  • Ein­satzkräfte:
    • 4 x Kom­man­dokom­panie
    • Fern­spähkom­panie
    • Aus­bil­dungs- und Ver­such­szen­trum

Die Kom­man­dokom­panien sind unter­gliedert in Züge, welche unter­schiedliche Auf­gaben wahrnehmen.

  • 1. Zug Ein­drin­gen zu Land
  • 2. Zug Ein­drin­gen aus der Luft
  • 3. Zug Amphibis­che Oper­a­tio­nen
  • 4. Zug Oper­a­tio­nen unter extremen geo­graphis­chen und mete­o­rol­o­gis­chen Bedin­gun­gen

Die Kom­man­dokom­panien bilden sich aus Zeit- und Beruf­sol­dat­en in den Rän­gen der Unterof­fiziere und Offiziere. Zur Bewer­bung wer­den nur Offiziere bis zu einem Alter von 30 Jahren, Unterof­fiziere mit Porte­pee bis 32 Jahren und Unterof­fiziere ohne Porte­pee bis 28 Jahren zuge­lassen. In den weit­eren Ein­heit­en ( Stab, Unter­stützungskom­panie,…) sind auch Wehrpflichtige im Ein­satz. Von den 1.000 Sol­dat­en wer­den in den 4 Kampfkom­panien je 80 Sol­dat­en und in der Fern­spähkom­panie 100 Sol­dat­en bere­it­ste­hen. (Danke für den Hin­weis: Das Ganze nen­nt sich also Porte­pee)

Das KSK ist bere­its auf dem Balkan im Ein­satz und hat mit ver­bün­de­ten Son­dere­in­satzteams Kriegsver­brech­er festgenom­men. Bei einem dieser Ein­sätze sind drei Mit­glieder des KSK durch eine Hand­granaten­ex­plo­sion z.T. schw­er ver­wun­det wor­den. Auch in Afghanistan wer­den Kamp­faufträge durchge­führt.

Geplante Trup­pen­stärke (in der End­stufe)

Ein­heit Anzahl
Kom­man­dokom­panien je ca. 80
Fern­spähkom­man­dokom­panie ca. 100
3 Unter­stützungskom­panien ca. 580

Gesamt:

ca. 1.100

Bish­erige Ein­sätze

  • Kriegsver­brecher­jagd auf dem Balkan ca. 1998–2000
  • ab 2001 Ein­satz in Afghanistan im Kampf gegen die Tal­iban und Ter­ror­ris­ten
  • 2005 Ein­satz an der afghanisch-pak­istanis­chen Gren­ze

Eig­nung­stest und Voraus­set­zun­gen
Detail­lierte Infor­ma­tio­nen find­en sich auf den Seit­en des Deutschen Heeres: Beruf / Auswahl und Aus­bil­dung / Kon­tak­tadresse / Bewer­bung

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