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Das Plattformsystem
Die Silhouette des Gesamtentwurfs ist geprägt durch die Anwendung eines Zwei-Insel- Prinzips mit Abgasführung über die Inselaufbauten. Dieses Prinzip stellt die erforderliche Redundanz und Degradationsfähigkeit einsatzwichtiger Systeme – Versorgung mit Frischwasser, Kaltwasser und Kraftstoff, Erzeugung und Verteilung von Druckluft und Energie sowie die Anordnung der Sensoren und Effektoren – sicher.
Zwischen den Inselaufbauten befinden sich Stellplätze an Oberdeck für 2x20-Fuß-Container, in denen etwa zusätzliche Ausrüstung untergebracht werden kann. Auf dem Hauptdeck befinden sich Bootsnischen zur Aufnahme von vier Booten mit einer maximalen Länge von 11 Metern. Diese Boote können alternativ als Bereitschaftsboote eingesetzt werden, um Kontroll- und Überwachungsaufgaben im Rahmen von Maritime Interdiction Operations (MIO) wahrnehmen. Darüber hinaus können sie als Boarding- und Verbringungsmittel für Spezialkräfte dienen, indem sie mit modularen Ausstattungen ausgerüstet werden.
Der Heckbereich ist geprägt durch die Realisierung der Flugbetriebseinrichtungen zur Aufnahme und zum Betrieb von zwei Bordhubschraubern (BHS) des Typs MH90 einschließlich der zugehörigen materiellen Verlegepakete (ET/AT-Anteil, Bodenprüf- und Sonderwerkzeuge) und des zugehörigen Flugbetriebs- und Wartungspersonals. Hierzu gehören ein BHS-Briefingraum mit Arbeitsplätzen zur Bedienung einer Einsatzunterstützungsanlage mit Verbindung zum Führungsinformationssystem und Führungs- und Waffeneinsatzsystem des Schiffes.
Der vordere Bereich des Schiffes ist geprägt durch die Aufnahme eines 127-mm-Geschützes von Oto Melara (127 mm/L64), welches die F125 zur taktischen Feuerunterstützung von See an Land über die erforderliche Entfernung im Joint-Einsatz befähigt und ebenfalls zur Seezielbekämpfung eingesetzt werden kann.
Die Radar- und IR-Signaturen sind optimiert auf den Einsatz der Täuschkörperwurfanlagen. Hierzu gehören neben geschlossenen Verholdecks ebenfalls die Realisierung ein- und ausfallender Seitenwände, geschlossener Schanzkleider sowie Vorhänge vor den Bootsnischen zur Reduzierung der Radarrückstrahlfläche und einer Abgaskühlung für Gasturbine und Energieerzeugungsanlagen.
Die F125 erhält Schiffsführungsräume, die über die eigene Schiffsführung hinaus die Führung maritimer Verbände durch Einschiffung eines Commander Task Group (CTG) mit Stab oder den Einsatz von Spezialkräften mit Anbindung an die erforderlichen Führungs- und Kommunikationsmittel erlauben.
Die Besatzungsunterkünfte zeichnen sich durch eine Verbesserung des Unterkunftsstandards aus, dessen Kernelemente aus einer Verringerung der Belegungszahl je Kammer und einer Dezentralisierung der Sanitärbereiche bestehen.
Entwurfsbestimmende Konzepte im Plattformsystem
Im Plattformsystem wurden zahlreiche innovative Konzepte umgesetzt, die Entwurfsbestimmenden Charakter haben und die Intensivnutzbarkeit des Schiffes unterstützen. Herauszuheben ist hier ein Verpflegungskonzept, welches dem Schiffsbetrieb mit reduzierter Besatzungsstärke angepasst ist. Hierzu zählen optimierte Verkehrswege unter Nutzung eines zentralen Aufzugs zur Verbringung der Verpflegungsgüter in Gitterboxpaletten direkt in die Tiefkühllasten. Der Verpflegungsartikelumfang konnte deutlich reduziert werden und stützt sich stark auf Waren mit einem hohen Fertigstellungsgrad (Conveniencegrad) ab, was heutigen Essgewohnheiten entspricht.
Entwurfsbestimmend ist ebenfalls die Realisierung eines hohen Schutzniveaus der Besatzung mit dem Ziel, für die zu erwartenden Bedrohungen die Wahrscheinlichkeit eines Treffers zu verringern, dessen Wirksamkeit zu reduzieren und eine eventuell notwendige Evakuierung sicher durchführen zu können. Dieses auf das Zweibesatzungskonzept F125 abgestimmte Gesamtkonzept zeichnet sich durch einen hohen Automationsgrad aus und umfasst neben den bereits erwähnten Maßnahmen zur Signaturreduzierung und Standkrafterhöhung die Realisierung eines hinreichenden ABC-Schutzes, eines Beschuss- und Splitterschutzes einsatzwichtiger Bereiche, die schocksichere Auslegung einsatzwichtiger Anlagen und Geräte und die Umsetzung eines auf das verfügbare Personal abgestimmten Schadensabwehrkonzepts, welches durch sichere und zuverlässige Sensorik mit Anbindung an die Führungsstände unterstützt wird.
Aufgrund der Personalreduzierung bei der F125 werden zusätzlich zur üblichen Ausrüstung für die Schiffssicherung weitere Anlagen und Geräte eingeplant. Hierzu gehört eine umfangreiche Ausstattung mit Brandmeldern, automatisierten Feuerlöschanlagen und Videokameras in und auf dem Schiff sowie die Realisierung eines Personenortungssystems, welches den Aufenthaltsort von Personen decks- und abteilungsbezogen wiedergibt und somit im Schadensfall eine sichere und schnelle Evakuierung unterstützt.
Als weiteres Entwurfsbestimmendes Konzept ist die Antriebsanlage zu nennen, bei der erstmalig für eine deutsche Fregatte ein elektrischer CODLAG-Antrieb (Combined Diesel Electric and Gasturbine) realisiert wird, der eine elektrisch zu fahrende Marschgeschwindigkeit von 20 Knoten und eine Dauerhöchstgeschwindigkeit von mehr als 26 Knoten gewährleistet. Das Energieerzeugungskonzept fasst die benötigte elektrische Energie für Antrieb und Bordnetze in einem Energiepool zusammen. Die Energie wird durch zwei redundant ausgelegte E-Werke mit je zwei Diesel-E-Erzeugeraggregaten mit einer Leistung von jeweils 3.000 KWmech bereitgestellt und über ein 6,6-kV-Mittelspannungsnetz verteilt.
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