China baut an eigenen Flugzeugträgern


Asien – China baut an eigenen Flugzeugträgern

Written by Erich Sczepanski

 

 

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Liaoing II – oder was auch immer?

China baut eigene Flugzeugträger

 

Vorgeschichte:

Dass sich China für die Technologie von Flugzeugträgern interessiert, ist spätestens seit dem intensiven Studium der HMAS Melbourne bekannt, die von Australien zum Abbruch verkauft – und dann jahrelang von chinesischen Marineingenieuren studiert wurde.

 

Nach dem Kauf der ukrainischen VARJAG – zunächst angeblich als „Casino“ für Macao gedacht – hat China gleichlaufend mit dem jahrelangen Neuaufbau des Schiffes in Brasilien den Trägereinsatz studiert. Inzwischen findet sich die ex-VARJAG unter dem Namen „LIAONING“ im Bestand der chinesischen Marine. Sie ist mit der ersten Zerstörerflotte – der u.a. die beiden Flugabwehrzerstörer von Typ 051 C angehören – im Hafen von Dazu Shan (Guzhenkou) in der Nähe von Quingdao stationiert.

 

Die breite Mole wurde eigens für die LIAONING gebaut.

 

 

Eine ähnliche Mole findet sich auf der Basis an der Südküste der Insel Hainan.

 

Es ist also anzunehmen, dass China mehrere Stützpunkte für Flugzeugträger vorbereitet. Die Absicht, weitere Träger in Betrieb zu nehmen, wird inzwischen auch aus amtlichen Quellen in China bestätigt. 

 

Und das Training von Träger-Piloten schreitet mit dem eigens konstruierten Flugzeug J-15 langsam, aber stetig voran.

 

 

 

 

 

Im Sommer 2013 wurden plötzlich in chinesischen Foren eine Fülle von Bildern gepostet, die den Bau von verschiedenen Modulen dokumentieren – Modulen, die offenbar für einen – oder mehrere – chinesische Trägerbauten gedacht sind.

 

Im Folgenden wollen wir die wesentlichen Bilder dokumentieren und einige Vermutungen dazu wiedergeben:


I. Dalian

Dalian’s Staatswerft war jahrelang mit der Fertigstellung der LIAONING befasst. Wenn es einen „Nachbau“ des Schiffes geben sollte, dann wäre die Werft von Dalian wohl die erste „Anlaufadresse“. Tatsächlich sind aus Dalian inzwischen eine Serie von Bildern aufgetaucht – zuerst eine Zeichnung eines Dockarbeiters, der keine Fotos machen konnte.

 

Danach folgte eine „übermalte“ Fotografie, die das gleiche Objekt in einer farbigen Darstellung zeigt:

 

Ende August hat dann der chinesische Präsident den Besuch des Ausbildungsstützpunktes an Land auch mit einem Besuch der Werft in Dalian verbunden – und zu diesem Besuch hatte die LIAONING eigens für einige Tage die Ausrüstungspier von Dalian angelaufen und dort festgemacht.

Die Fotos, die von einem gegenüberliegenden Standort gemacht wurden, waren eindeutig.

Sie zeigen in eine Halle hinter der LIAONING dieses Bausegment – möglicherweise den Bugteil eines zweiten Schiffs vom Typ LIAONING. Das wurde nochmals bestätigt, als die LIAONING den Hafen wieder verlassen hatte.

 

 

Der Bau eines zweiten Schiffes dieses Typs wäre nicht überraschend. Chinas PLAN stellt von neuen Schiffstypen in der Regel immer erst zwei Schiffe in Dienst, die dann intensiv im Trainingseinsatz getestet werden. Wenn diese Erprobung zufriedenstellend verläuft, dann werden auch weitere Schiffe – ggf. mit Verbesserungen, wie bei der Entwicklung der Flugabwehrzerstörer vom Typ 052 C und dem Nachfolgemodell Typ 052 D ersichtlich – bestellt und in den Flottenbestand aufgenommen.

 


II. Shanghai:

Wesentlich interessanter ist ein anderes Modul, das auf einer neuen Werft auf der Insel Changxingxiang in der Nähe von Shanghai entdeckt wurde. Bereits auf Satellitenaufnahmen von März 2013 war dieses Modul ersichtlich – allerdings ohne große Aufmerksamkeit zu erregen.

 

Erst die Bilder, die vom Wasser aus gemacht wurden, weckten plötzlich das Interesse der Öffentlichkeit.

 

Modul mit Hangar und Flugzeuglift?

 

Katapultbahn auf dem Modul?

 

 

Kombiniert mit Aufnahmen aus Flugzeugen ergab sich ein Feld für weite Spekulationen:

 

Tatsächlich scheint die Werft zumindest ein Demo-Modul für ein Schiff gebaut zu haben, das einen Hangar, einen Flugzeugaufzug und – ein Katapult zeigt.

Aufnahmen, die dann aus der Nähe gefertigt wurden, bestätigen diesen Verdacht.

 

Wobei die Öffnung für das Katapult schon sehr „verdächtig“ ausschaut:

 

Baut China also an zwei Trägern – einer (evtl. geringfügig veränderten) Kopie der LIAONING in Dalian und / oder einem weiteren Schiff mit Katapult in Shanghai?

 

Eine Meldung der South China Morning Post vom 31. August 2013 scheint das zu bestätigen. Diese schreibt: „In February, the PLA’s main ship contractor, the China Shipbuilding Industry Corporation, said the Ministry of Science and Technology had approved funding for two research projects,…” Damit würde die Vermutung, dass China an zwei verschiedenen Projekten arbeitet, nicht verneint. Und Shanghai würde für ein Schiff mit Katapult auch noch einen weiteren Sinn ergeben: in Shanghai wird seit Jahren an einem elektromagnetischen Antrieb geforscht – unter Beiziehung der Technologie, die beim Bau des chinesischen Transrapid (Maglev) erworben wurde.

 

Die Entwicklung ist – und bleibt – spannend.