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Geschrieben von Klaus Mommsen   
Im September ist für die russische Marine regelmäßig die Zeit gekommen, in größeren Übungen den Ausbildungsstand der einzelnen Flotten zu überprüfen.

Foto: russische MarineGut zwei Monate vor Ende des Ausbildungsjahres stehen nach Einzel- und Verbandsausbildung komplexe Übungen im Flottenrahmen auf dem Programm. In anspruchsvollen Szenarien werden dabei sämtliche Aspekte der Seekriegführung geübt.

Die Baltische Flotte begann ihre Übung am 15. September. Mehr als 20 Kampfeinheiten, zehn Hilfsschiffe sowie Hubschrauber und Flugzeuge (auch der Luftwaffe) nehmen an den noch bis zum 22. September andauernden Übungen in der östlichen Ostsee teil. Offizielle Medieninformationen sprechen von „fünf Gefechtsübungen“ mit u.a. scharfem Artillerie- und FK-Schießen gegen Land- und Seeziele.

Höhepunkt der von Flottenbefehlshaber VAdm Viktor Mardusin geleiteten Übung soll eine amphibische Landung werden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion waren solche Übungen in der Regel als rein defensive Küstenverteidigungsübungen gegen einen von See angreifenden Gegner deklariert, stand (zumindest offiziell) die Abwehr einer amphibischen Landung im Vordergrund. In diesem Jahr sollen dagegen in einer realitätsnahen Kampflandung mehr als 400 Marineinfanteristen und Fallschirmjäger von See her einen von einem Gegner verteidigten Strand erobern – sicher auch Ausdruck des sich wandelnden russischen Selbstverständnisses.

Ihre Sommerübung absolviert hat fast zeitgleich auch die Pazifikflotte im Japanischen Meer. Hier waren etwa zehn Kampfschiffe beteiligt. Die beiden UDALOY-Zerstörer ADMIRAL VINOGRADOV und MARSHAL SHAPOSHNIKOV führten See- und Luftzielschießen mit Rohrwaffen und Flugkörpern durch. Der FK-Kreuzer VARYAG (SLAVA-Klasse) schoss Seeziel-FK SS-N-12 gegen ein „entferntes Seeziel“. Als weitere Übungsinhalte werden Minenabwehr und SAR genannt.

MARSHAL SHAPOSHNIKOV (Foto: US-Navy)

Nach Ende der Übung kam es auf dem Zerstörer MARSHAL SHAPOSHNIKOV zu einem Zwischenfall. Auf dem Weg zum Heimathafen platzte im Antriebsraum eine unter Druck stehende Ölleitung und löste ein Feuer aus. Zwei Besatzungsangehörige wurden getötet, zwei weitere erlitten teils schwere Verbrennungen. Der Brand konnte erst nach acht Stunden gelöscht werden. Der Zerstörer wurde nach Wladiwostok eingeschleppt. Nach einer ersten Befundung wird der Schaden mit nur 15 Mio. Rubel (450.000 Euro) beziffert. Angesichts der doch sehr langen Branddauer dürfte diese offizielle Angabe allerdings erst einmal mit Vorsicht zu genießen sein.


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Letztes Update ( Dienstag, 23 September 2008 )
 
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