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Geschrieben von Klaus Mommsen   
Die Erneuerung ihrer U-Bootflottille steht bei der türkischen Marine schon seit etwa zehn Jahren auf der Agenda.

2006 waren dann offenbar die finanziellen Voraussetzungen geschaffen. Man forderte bei mehreren U-Bootherstellern Vorschläge zum Bau von vier diesel-elektrisch angetriebenen U-Booten an und plante überdies eine Modernisierung der sechs zwischen 1975 und 1989 beschafften U-Boote der ATILAY-Klasse.

Marineforum - Type 209/1200 (Atılay class)
A Type 209/1200 (Atılay class) submarine of the Turkish Navy leaving the Bosporus and entering the Sea of Marmara near the historic peninsula of Istanbul
Bildquelle: Wikipedia

Anfang 2007 wurde diese Planung plötzlich revidiert - wahrscheinlich auch mit Blick auf die von der griechischen Marine bestellten U-Boote mit außenluftunabhängigem Antrieb (AIP) vom deutschen TYP 214. Nun sollten sechs neue, ebenfalls mit AIP ausgerüstete U-Boote die ATILAY-Boote ersetzen, deren beabsichtigte Modernisierung denn auch prompt gestrichen wurde. Erneut wurden internationale U-Boothersteller zur Abgabe von Angeboten aufgefordert. Nach „Shortlisting“ blieben im November 2007 die zu ThyssenKrupp Marine Systems gehörende deutsche HDW (in Konsortium mit der britischen Marine Force International MFI), Frankreichs DCNS und die spanische Navantia im Wettbewerb. Beobachter räumten von Beginn an dem deutschen Angebot die größten Chancen ein. Zum einen gilt der auf Brennstoffzellen basierende deutsche AIP als technologisch überlegen (und hier möchte man wohl kaum hinter den Griechen zurück bleiben). Zum anderen entstanden aber auch bereits sämtliche heutigen türkischen U-Boote der ATILAY-Klasse (TYP 209-1200) und der PREVEZE-Klasse (Typ 209-1400) nach deutschen Designs, wurden in der Mehrzahl mit HDW-Werfthilfe im türkischen Gölcük am Marmarameer gebaut.

So waren Experten denn auch nicht wirklich überrascht, als Verteidigungsminister Vecdi Gonul am 22. Juli vor der Presse verkündete, man habe sich für das Angebot von HDW/MFI entschieden. Die sechs U-Boote vom Typ 214 (wie sie auch die griechische und die südkoreanische Marine erhalten) sollen in der Türkei gebaut werden, wo das erste Boot 2015 fertig gestellt sein soll. Wie bei den früheren U-Booten soll HDW mit Technologietransfer, tatkräftiger Hilfe vor Ort und vorgefertigten Komponenten (u.a. Bugsektion und Rumpfsegment mit der AIP-Antriebsanlage) zum Bau beitragen. Die nun getroffene Entscheidung bedeutet noch keine definitive Auftragsvergabe. Vor dieser sind nun erst einmal detaillierte Bauverträge auszuhandeln. Natürlich wird die türkische Seite dabei auch versuchen, die derzeit mit insgesamt 2,5 Mrd. Euro bezifferten Vorhabenskosten noch zu drücken.


In Kooperation mit "MarineForum - Zeitschrift für maritime Fragen"

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Letztes Update ( Montag, 01 September 2008 )
 
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