|
|
Kulturen im Konflikt
Westliche Staaten - das christliche Abendland
Osteuropa - Russland | Osteuropa - Russland - Einführung |
|
| Geschrieben von Erich Sczepanski | ||||||||||
Seite 7 von 7 Weitere Informationen Interne Links Externe Links RÜSTUNGSINDUSTRIE: Russland hat sich ein ehrgeiziges Programm vorgenommen und will nach den USA und der EU weltweit zum drittgrößten Flugzeugbauer der Welt werden und hat sich dafür ein ehrgeiziges Investitionsprogramm von über 250 Mrd. $ vorgenommen. Alleine von 2008 bis 2016 sollen Rüstungsgüter im Wert von rund 145 Mrd. € beschafft werden. Die Produktion von Militärflugzeugen - bis 2006 rund 88 % des russischen Flugzeugbaues - soll um das Viereinhalbfache, der Ausstoß von Zivilflugzeugen sogar um das 27-fache steigen, so daß bis 2025 der Militärflugzeugbau einen Anteil von einem Drittel der russischen Flugzeugproduktion erreichen soll. Im Jahr 2025 soll die russische Flugzeugindustrie jährlich 300 Passagier- und je 100 Transport- und Militärflugzeuge herstellen und gut 10 % des zivilen Weltmarktes abdecken. Auch hier findet eine vom Staat gesteuerte Konzernbildung statt. So wurden die größten russischen Kampf- und Zivilflugzeugbauer (Irkut, Mig, Suchoi, Iljuschin und Tupulew) 2006 in der staatlich kontrollierten OAK-Holding zusammengeführt, die von Alexej Fjodorow, einem Absolventen einer amerikanischen Wirtschaftsakademie geführt wird. Die derzeit hergestellten zivilen Flugzeuge - Iljuschin-96, Tupolew 204 und 214 und Suchois Superjet 100 (ein Regionalflugzeug mit maximal knapp 100 Plätzen) - stehen aber zur Zeit noch nicht in einer bevorzugten Wettbewerbsposition. OAK - der neue russische Flugzeugbaukonzern - will mit der Modernisierung der Iljuschin IL-96 und der Tupolew Tu-204 zwei bewährte Muster aufmöbeln. Dies wird sicher für die russischen Luftfahrtlinien von Interesse, die einmal mit diesen Mustern Erfahrung haben - und die zum anderen auch noch aus politischen Gründen gehalten sind, russische Produkte zu erwerben. Es bleibt abzuwarten, ob Russland darüber hinaus auch auf dem heiß umkämpften internationalen Markt "punkten" kann. Von Russlands neuem Regionalflugzeug, der Superjet 100 sind im April 2007 erst 71 Maschinen bestellt (800 Bestellungen sollen bis zum Jahr 2024 folgen) - Brasilien mit seinem Konkurrenzprodukt Embraer 190 kann dagegen über 360 Bestellungen aufweisen, und auch der kanadische Hersteller Bombardier (38 Bestellungen der CRJ 1000) sowie Chinas auf den Markt drängender ACAC ARJ 21-700 (35 Bestellungen) machen den Russen den Markt streitig. Dabei rechnet sich Russland vor allem auf dem europäischen Markt Chancen aus. Das französisch russische Joint-Venture zur Triebwerkspoduktion und eine Beteiligung von Alenia Aeronautica (Italien) sollen dazu den Weg ebnen. Auch das neueste Projekt der Russen - der "MS-21" (ein Kurz- und Mittelstreckenflugzeug für 150 +/- 20 Plätze) würde in Konkurrenz zum Airbus A 320 und Boeings 737 treten. International wettbewerbsfähig sind dagegen die Militärflugzeuge von Suchoi und MiG. Vor allem China und Indien, aber auch andere Staaten in Asien und Afrika gehören zu den Dauerkunden russischer Technik, und mit südamerikanischen Ländern dringt die russische Flugzeugindustrie auch in den "Hinterhof" der USA vor. Koordiniert wird Russlands Militärindustrie - die neben dem Fugzeugbauer OAK auch dem Raketenbauer Almas-Antei, den Hubschrauberlieferanten Oboroprom, die Stahlschmiede Russbetsstal, die Panzerschmiede Uralwagonsawod, den Fahrzeughersteller Avtovaz und diverse Werften umfasst - vom staatlichen Rüstungsexporteuer Rosoboronexport. Rosoboronexport koordiniert nicht nur die Arbeit der verschiedenen Rüstungsfirmen, sondern schließt diese über Beteiligungen zu einem gewaltigen Rüstungskonzern zusammen. So hat Rosoboronexport die entscheidende Mehrheit beim Titan-Hersteller VSMPO Avisma am Ural. Dabei sind auch westliche Hersteller im Boot: EADS ist mit 10 % am Suchoi-Lieferanten Irkut beteiligt und Alenia (Italien) will bei Russlands zivilen Flugzeugbauern einsteigen. Sagem und Thales (Frankreich) bestücken Indiens Suchoi-Kampfflugzeuge mit Steuerungselektronik. Oboroprom will ebenfalls mit EADS kooperieren und von der europäischen Rotortechnologie profitieren - während im Gegenzug das know how der Russen für den geplanten europäischen Schwerlast-Hubschrauber eingebracht würde. Auch bei Titan-Legierungen sind die Russen unschlagbar - und inzwischen Lieferanten für Airbus und Boeing. Mit ehrgeizigen Rüstungsprojekten hat das Land am Ende der Amtszeit von Präsident Putin erneut den Anspruch erhoben, als Großmacht im internationalen Konzern mit zu spielen. Manöver der Marine und Flugpatroullien über Atlantik, Arktis und Pazifik sollen Russlands "Eingreifmöglichkeit" in einem weit vorgeschobenen Bereich vor Russlands Grenzen demonstrieren - und Russlands Armee soll für Einsätze in der Arktis "fit gemacht" werden. Mehr als symbolische Aktivitäten - wie etwa das "hissen" der russischen Flagge auf dem Grund des Polarmeeres - wurden aber bisher selten erreicht. Als Zeichen für die neue Stärke kann das im Februar 2008 neu in Dienst gestellte Atom-U-Boot Jurij Dolgorukij dienen. Das Boot der neu geschaffenen Boreij-Klasse kann 100 Tage getaucht bleiben und mit 16 Atomraketen bestückt werden - hat aber den militärischen Wert eines Vergnügungsdampfers. Die Atomraketen vom Typ Bulawa-M sind nämlich nicht einsatzbereit - und werden dies wohl erst lange nach Indienststellung des U-Bootes werden. Der eigene russische Militäretat erreicht aber auch nur einen Bruchteil der Aufwändungen der USA, die sich aber auch mit ihren globalen Aktivitäten "zu verschlucken" scheinen.
Externe Links: Länder Analysen Russland: www.laender-analysen.de/russland |
||||||||||
| Letztes Update ( Samstag, 13 September 2008 ) | ||||||||||