|
|
Kulturen im Konflikt
Westliche Staaten - das christliche Abendland
Osteuropa - Russland | Osteuropa - Russland - Einführung |
|
| Geschrieben von Erich Sczepanski | ||||||||||
Seite 4 von 7
Weitere Informationen
Interne Links
Externe Links
RUSSLANDS WIRTSCHAFT: Aufgrund der steigenden Öl- und Gaspreise konnte Russlands Wirtschaft seit 2001 bis 2006 im Schnitt jährlich zwischen 5 und 7 Prozent wachsen. Vom Jahr 2000 bis zum Ende 2007 hat sich das Pro-Kopf-Einkomen der Russen mehr als verdoppelt - im Schnitt. Dabei ist eine große Kluft zwischen den boomenden Zentren und dem vernachlässigten Land fest zu stellen. Die Vervierfachung der Ölpreise von 1998 bis 2006 hat Russland steigende Deviseneinnahmen und Reserven gebracht. Zum Jahresende 2006 sollte der "Spartopf" Russlands bereits ein Volumen von fast 300 Mrd. US-$ - (http://de.rian.ru) erreicht haben (ein Ziel, das erreicht worden ist), und die Förderung der Öl- und Gasressourcen wird kontinuierlich erhöht. Im März 2008 waren es bereits über 500 Mrd. $. Russland hatte damit nach China und Japan die drittgrößten Devisenreserven der Welt - und zusätzlich ein "Sicherheitspolster" von 150 Mrd. $ Forderungen aus Erdölverkäufen. 2005 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 755 Mrd. $, wovon 58 % aus Dienstleistungen, 37 % aus der Industrie und nur 5 % aus dem Agrarsektor erwirtschaftet wurden. Das BIP weist seit 2002 stabile, steigende Wachstumsraten von über 6 % jährlich auf. Im ersten Halbjahr 2006 wuchs das BIP gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,7 %. Im ersten Halbjahr 2007 ist das BIP gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,8 Prozent gestiegen. Für 2007 wird (Stand Oktober) ein Wirtschaftswachstum von insgesamt 7,3 % erwartet. Bis zum Jahr 2020 will Russland zu den fünf größten Wirtschaften der Welt hinzustoßen. Nach einer in der FAZ vom 23. März 2008 veröffentlichten Prognose des finnischen ETLA-Institutes wird sogar damit gerechnet, dass Russland bis zum Jahr 2050 ein BIP je Einwohner erreichen wird, das über 90 % der EU-15 Staaten entsprechen wird. Im Jahre 2000 hatte das russische BIP pro Einwohner nur 27 % des BIP pro Enwohner der EU-15 Gruppe erreicht. Während Russland im Jahre 2006 nur 10 % des gesamten BIP Europas produzierte - die EU-15 Länder kamen auf 73 % - wird danach der russische Anteil am geamten europäischen BIP im Jahr 2050 schon 30 % betragen, während der Anteil der EU-15 Länder auf 56 % fallen wird. Dieser Anstieg ist zwei Faktoren zuzuschreiben: Steigenden Investitionen und einem erhöhten Konsum Steigende Investitionen: Erhöhter Konsum: Ein Beispiel dafür ist der Kraftfahrzeugmarkt. Die Straßen von Wladiwostok nach Westen sind Schauplatz häufiger Fahrzeugtransporte, wo mit abenteuerlicher Verstauungstechnik gebrauchte Fahrzeuge aus Japan und Korea ins Landesinnere transportiert werden. Ein Ameisenheer von Privatleuten verdient sich mit diesem Geschäft den Lebensunterhalt. Dank der steigenden Einkommen ist der Absatzmarkt für PKWs von 2005 auf 2006 um knapp 20 % auf fast 2 Mio. Fahrzeuge gestiegen. 2008 waren es schon 3,8 Mio. Neuzulassungen - und das obwohl die "3-Millionen-Schwelle" erst 2010 "geknackt" werden sollte. Die meisten davon (60 % Antei) sind ausländische, also westliche Produktionen. Die "Weltmarken" haben inzwischen auch den russischen Markt entdeckt. Ford, Renault und Hyundai haben inzwischen mit der Montage im Land begonnen. Fiat, Nissan, PSA, Skoda, Toyota und VW werden demnächst folgen. VW ist in Kaluga mit einer Milliarde Euro dabei. Rund 4.500 deutsche Unternehmen in Russland bilden mit anderen westlichen Unternehmenr das Gegengewicht zur den russischen Beteiligungen in Europa. Dabei verfügt Russland durchaus über eine eigene Fahrzeugindustrie. In Togliatti läuft seit Jahren - mit Fiat-Kooperation - der legendäre Lada (ein Derivat des Fiat 124) vom Band des russischen Automobilherstellers Avtovaz (einer Tochter des russischen Rüstungskonzerns Rosoboronexport), mit einer Produktionsrate von 70.000 Fahrzeugen im Monat, davon rund 60.000 für den heimischen Markt. Der zweitgrößte russische Hersteller (Gaz) verfügt ebenfalls über "westliche Kontakte". Rund 15 % der kanadischen Zulieferfirma Magna und 5 % des US-Herstellers General Motors befinden sich im Portfolio des Gaz-Eigentümers. Russland ist mit Handys (knapp 120 Geräte auf 100 Einwohner) besser ausgestattet als manche EU-Staaten und der größte Mobilfunkmarkt Europas. BRIC-Staaten: Wirtschaftsprobleme: Nach dem Ende des Sowjet-Systems sind auch die plötzlich dem Wettbewerb ausgesetzten Konzerne ohne betriebs- und marktwirtschaftliche Grundkenntnisse reihenweise zusammen gebrochen, und mit diesen das gesamte Wirtschaftssystem des Landes. Rechtsunsicherheit und die grassierende Korruption - allen voran der "Familie" unter Präsident Jelzin - taten ein Übriges: "Glasnost" und "Perestroika" - zwei Schlagworte des vor allem im Westen beliebten Umbruchpolitikers Gorbatschow - sind aufgrund der Wirtschaftsentwicklung diskreditiert. Dabei hat Russland in weiten Teilen immer noch die Infrastruktur eines Entwicklungslandes. Hunderte entlegener Dörfer verfügen über keinen Stromanschluss, die Überlandstraßen erweisen sich außerhalb der Städte als Schlaglochpisten, und nur etwa drei Viertel aller Russen verfügen über ein eigenes Konto (Stand 2007). Dennoch wurde auch eine gute Ausgangslage für eine weitere wirtschaftliche Entwicklung geschaffen. Das Eisenbahnnetz umfasst 154.000 km, das Straßennetz wird mit 950.000 km Länge angegeben, wobei über 400.000 km ausschließlich für militärische oder industrielle Zwecke bestimmt sind. 630 Flughäfen und ein Netz von 100.00 km Wasserstraßen sowie ein relativ gut ausgebautes Schulsystem mit Universitäten, die in einzelnen Bereichen an den Spitzen der wissenschaftlichen Erkenntnisse stehen, vervollständigen den Nachlass der Sowjetzeit. Daher ist es den Russen in relativ kurzer Zeit gelungen, einen Teil der Industrien - manchmal unter der Leitung von etwas suspekt wirkenden Oligarchen - zu Wirtschaftskonzernen zu entwickeln, die inzwischen auch im Westen zunehmend als Wirtschaftsfaktoren erkannt werden. Hierbei handelt es sich vor allem um Konzerne, die in Schlüsselbereichen der russischen Wirtschaft aufgestellt sind - im Rohstoff- und Rüstungsbereich. Der mit den steigenden Rohstoffpreisen einhergehende Wirtschaftsaufschwung Russlands zeigt die Lücken, die durch die jahrelange Untätigkeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entstanden. Beispielhaft ist die Energieversorgung zu nennen. Das Boomland Russland braucht für die neu anlaufende Produktion Strom. Alleine Moskaus Energieversorger Mosenergo beziffert den Strombedarf zum Jahreswechsel 2007/2008 auf 18.400 Megawatt. Tatsächlich können die Kraftwerke in Moskau und Umgebung aber nicht einmal 18.000 Megawatt erzeugen. Damit bleibt eine Lücke von fast 500 Megawatt – die Leistung eines kleinen Kernkraftwerks. So brach dann auch im Winnter 2005/2006 die Stromversorgung zusammen. Privatkunden mussten durchgehend beliefert werden, um Todesfälle in den sonst eiskalten Wohnungen zu vermeiden - weshalb viele Industrieunternehmen die Produktion einstellen und die Mitarbeiter in Zwangsurlaub schicken mussten. Externer Link: Russland bemüht sich, in den strategisch wichtigen Industrien - Chiffriertechnik, Energieerzeugung, Flugzeugbau, Rohstoffproduktion, Rüstungs- und Weltraumtechnologie - die Staatskontrolle zu erhalten; ausländische Firmen dürfen Minderheitsbeteiligungen (unter 50 %) übernehmen, um auch Technologietransfer zu ermöglichen. Staatlich kontrollierte ausländische Unternehmen können in diesen Branchen sogar nur 25 % des Kapitals erwerben.
|
||||||||||
| Letztes Update ( Freitag, 29 August 2008 ) | ||||||||||