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Kulturen im Konflikt
Westliche Staaten - das christliche Abendland
Osteuropa - Georgien | Osteuropa - Georgien - Einführung |
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| Geschrieben von Erich Sczepanski | |||||||||||
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Weitere Informationen Interne Links Externe Links Quasistaat - Abchasien - die Heimat der Abchasen - ist ein weiterer Krisenherd auf georgischem Staatsgebiet. Die Abchasen waren noch in historischer Zeit ein eigenes Fürstentum, leb(t)en zuletzt allerdings nur als Minderheit im eigenen Land. Seit der Georgier Stalin 1931 die Küstenprovinz seiner Heimat zuschlug besiedelten immer mehr Georgier die einst als „russisches Cote d’ Azur“ gefeierte Küste. Eine gleichzeitige, lang dauernde Emigrationswelle - vor allem in die Türkei und nach Russland - hat das Volk der Abchasen in seinem eigenen Heimatland sehr geschwächt. Auch die Abchasen sahen beim Zerfall der Sowjetunion die Möglichkeit, staatliche Unabhängigkeit zu erlangen und diese seit 1989 einzufordern, was zu Scharmützeln zwischen bewaffneten Abchasischen und Georgischen Bevölkerungsteilen führte. 1992 erklärte Abchasien seine Souveränität, worauf Georgien im August 1992 mit einem Einmarsch seiner Truppen reagierte. Der Krieg führte zu massiven Zerstörungen und vielen zivilen Opern auf allen Seiten;. Etwa 4.000 Abchasen sollen im Kampf um die Unabhängigkeit gefallen sein. Das abchasische Industriegebiet von Tkwartscheli wurde über ein Jahr lang von georgischen Einheiten belagert und mit seinen Fabriken und dem wichtigen Kraftwerk nahezu vollständig zerstört, und 300.000 Menschen Georgischer Nationalität flohen aus der Provinz. Die Abchasen wurden zur größten Bevölkerungsgruppe - bei einer reduzierten Enwohnerzahl, die 2005 nur noch zwischen 160.000 und 190.000 Personen geschätzt wurde. Etwa 4.000 abchasische und fast eben so viele georgische Soldaten sollen bei diesem Krieg gefallen sein. Der im August 1993 vereinbarte Waffenstillstand wurde bereits kurze Zeit später von den Abchasen gebrochen. Abchasien gewann schließlich in einer Großoffensive, wobei es militärische Unterstützung aus Russland erhielt. 1994 wurde daraufhin unter russischer Vermittlung ein neuer Waffenstillstand vereinbart. Auch heute sorgt die abachasische Regierung unter dem Ministerpräsidenten Raul Chadschimba für beste Beziehungen zu Russland, das die nationale abchasische 4.500 Mann-Armee weiter unterstützen soll. Russische Investoren sichern sich inzwischen die Reste des ehemaligen sowjetischen Touristenparadieses, so hat das Moskauer Atomministerium das Erholungsheim des sowjetischen Litaraturfonds langfristig gepachtet. Russisch ist die abchasische Verkehrssprache, der Rubel das gebräuchlichste Zahlungsmittel – und mehr als die Hälfte der abchasischen Bürger besitzt einen russischen Pass, wiewohl die Provinzregierung immer noch von einer Unabhängigkeit „wie Eritrea oder Osttimor“ träumt und dieser mit der staatlichen Anerkennung durch Russland im August 2008 auch näher gekommen ist. Der russische Pass erweist sich dabei nicht nur als enorme Hilfe bei Reisen ins Ausland. Wer mit seiner abchasischen Rente von 200 Rubel - rund 8 $ - auskommen muss, kann sich kaum das Überleben leisten. Für russische Staatsbürger wird eine zehnfach höhere Rente aus Russland überwiesen. 1994 besetzen Peacekeeping-Truppen der GUS (3.000 Mann) die 12 km breite Demarkationslinie am Inguri-Fluss. Ihre Tätigkeit wird durch eine UN-Mission (UNOMIG) überwacht, was aber weitere heftige Kämpfe 1998 nicht verhinderten konnte. Bis Juli 2003 hatten alleine die russischen Truppen den Verlust von 95 Soldaten und 148 verletzte Kämpfer zu beklagen. Auch heute fordern Scharmützel – insbesondere im nordöstlich gelegenen Kodori-Tal – noch weitere Opfer. Das Kodori-Tal macht ein Drittel des abchasischen Territoriums aus und wird vorwiegend von Swanen, einer ethnischen Gruppe von Georgiern, bevölkert. Dort nahmen Milizen Anfang Juni 2003 eine Gruppe von internationalen Militärbeobachtern – darunter zwei Bundeswehroffiziere – für 5 Tage als Geiseln, und Nachts schießen Partisanentruppen auf russische und abchasische Posten. Im "Schatten des Konflikts um Süd-Ossetien" hat Abchasien am 09. August 2008 ebenfalls begonnen, die georgischen Einheiten im Kodori-Tal mit Artillerie und Luftangriffen zu attackieren. Abchasien kann wirtschaftlich an die "Touristenzeiten" der Sowjetunion anknüpfen. Insbesondere die Hauptstadt Suchumi aber auch die Badorte Gagra und Pizunda zieht immer mehr Gäste aus Russland an. Rund 200.000 Russen haben im Jahr 2007 ihen Urlaub in Abchasien verbracht. Seitdem im benachbarten russischen Sotschi die olympischen Winterspiele abgehalten werden sollen erlebt Abchasien zudem ein enormes Wachsen der Bauindustrie. Gips und Sand, Granit und Dolomit werden für die Zementproduktion verwendet, und so sind schon Investoren gefunden, die in Tkwartscheli, nur knapp 100 km von Sotschie entfernt, eine gewaltige Zementfabrik für 170 Mio. $ aus dem Boden stampfen wollen. Bauarbeiter müssen angeworben und untergebracht - und durch die abchasischen Bauern versorgt werden. Bis zu 600 Mio. $ erwartet sich das Land als "investive Tischbrösel" aus dem Bauboom im künftigen Olympiaort. Klar auch, dass damit die Immobilienpreise im Gebiet steigen. Abchasien entwickelt sich dabei zu einer "Musterdemokratie" im Kaukasus. Bei er Präsidetenwahl 2004/2005 traten fünf Kandidaten gegeneinander an - und nicht etwa der Moskauer Protege sondern Sergej Bagapsch ging aus der allgemein als fair bezeichneten Wahl als Sieger hervor. Die Abchasen haben sich eine gewisse Distanz zu Moskau bewahrt - auch wenn Russland das Gebiet inzwischen als Stützpunkt für seine Luftwaffe nutzt, und Suchumi als Ersatzhafen für die russische Schwarzmeerflotte angeboten wurde: die Mehrheit der Abchasen und - sogar nach russischen Quellen - auch die abchasische Regierung ist gegenüber einer zu engen Umarmung durch den russischen Bären eher skeptisch eingestellt. Abchasien hat sich unmittelbar nach dem Konflikt erneut als "unabhängig" erklärt, der neue Staat wurde umgehend von Russland anerkannt. Inzwischen hat Abchasien mit Russland und Südossetien einen Freundschaftsvertrag abgeschlossen, der allen drei Parteien erlaubt, auf dem Territorium der anderen Beteiligten militärische Stützpunkte zu errichten. Russland, so heißt es, baut die Militärbasis im Bambora wieder auf, die seit 1999 nur noch für "russische Friedenstruppen" genutzt wurde. Abchasien verfügt aber auch noch über einen anderen wichtigen Standort. Im Jahre 2017 wird der Vertrag zwischen Russland und Kiew auslaufen, der der russischen Schwarzmeerflotte die Nutzung des Hafens von Sewastopol auf der Krim ermöglicht. Die Küste Abchasiens bietet scih neben dem russischen Schwarzmeerhafen Sotschi als Ersatz an. In abchasischen Häfen, so in Otschamtschira, und Suchumi, sollen bereits entsprechende Planungen für eine russische Marinebasis bestehen.
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| Letztes Update ( Montag, 29 September 2008 ) | |||||||||||