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Lateinamerika - Mexiko (Mexico) - Einführung E-Mail
Geschrieben von Erich Sczepanski   
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Einführung
Wirtschaft
Flagge Mexiko Mexico



Wirtschaft:
Mexico ist der sechstgrößte Erdölproduzent der Erde. Die nachgewiesenen Reserven von derzeit 15 Milliarden Barrel (jeweils 159 Liter - Stand 2008) können beim derzeitigen Stand der Förderung noch knapp 10 Jahre lang ausgebeutet werden. Weitere 28 Mrd. Fass werden in schwerer zugänglichen Lagerstätten vermutet. Ein großer Teil davon liegt unter dem Meeresboden. Über 80 % des nationalen Energieverbrauches können aus fossilen Rohstoffen (Öl, Gas, Kohle) gedeckt werden. Die restlichen 20 % werden überwiegend (18 %) aus Wasserkraft gedeckt, gefoglt von Geothermik (1,8 %) und Windkraft. Der Erdölexport ist die größte Deviseneinnahme des Landes.

Die Energiewirtschaft ist - gesetzlich, sogar verfassungsrechtlich (Art. 27 und 28 der Verfassung) geschützt - durch staatliche Monopole organisiert. Seit 1938 die ausländischen Firmen verstaatlicht wurden, regelt der nationale Konzern Petróleos Mexicanos (Pemex) die Erdölindustrie - und seit 1960 sind auch die beiden größten Stromproduzenten des Landes unter staatlicher Kontrolle. Privatunternehmen dürfen - etwa zur Eigenversorgung - nur in Ausnahmefällen Strom produzieren. Im Jahr 2005 wurden alleine durch den Ölexport in die USA rund 40 Milliarden Dollar verdient - bei steigenden Preisen müsste also die Erschließung weiterer Ölvorkommen und die Modernisierung von Transport und Verarbeitung problemlos finanzierbar sein.

Allerdings: Knapp 80 % der Einnahmen der Pemex (im Jahr 2006 rund 100 Milliarden Dollar) werden als Steuer an den Staat abgeführt, der damit rund 40 % des Staatshaushalts trägt. Der Rest der Einnahmen des Konzerns reicht nicht aus, die Pensionen der Beschäftigten zu tragen oder notwendige Investitionen in Raffinerien, eine moderne Tankerflotte oder gar die Erschließung neuer Ölfelder zu tätigen. Etwa 40 % des nationalen Kraftstoffbedarfs müssen von ausländischen Raffinierien erworben werden. Um den steigenden Benzinverbrauch des Landes zu decken (im Jahr 2006 wurde für 11 Mrd. $ Benzin in den USA gekauft) müssen neue Raffineriekapazitäten geschaffen werden. Die Pemex bemüht sich daher, im Rahmen der "PLAN-Puebla-Panama"-Vereinbarung eine mittelamerikanische Großraffinerie zu erstellen, die den Bedarf für neun mittelamerikanischen Staaten von Kolumbien bis Mexico decken soll.

Vor allem erneuerbare Energien (die im Jahr 2006 insgesamt 14 % zur Stromversorgung beitrugen) sollen künftig ausgebaut werden. Der Focus des mexikanischen Interesses liegt dabei auf der Windenergie. Seit Ende 2005 ist im Istmo de Tehuantepec - der Landenge südlich des Bundesstaates Oaxaca - eine Großwindanlage in Betrieb, das mit seiner Gesamtkapazität von über 85 Megawatt knapp 50.000 Haushalte mit Strom versorgen kann.

Seit Jahren wächst die Binnennachfrage des Landes kräftig. Die meisten mexikanischen Aktiengesellschaften weisen solide Bilanzen auf. Mexiko wird dabei immer unabhängiger von den Einflüssen der US-Konjunktur. Seine Rohstoffe wie Öl, Kupfer und Silber werden auf dem Weltmarkt - auch dank der Nachfrage aus Ost- und Südasien - immer mehr nachgefragt. Dazu kommt die zunehmende Nachfrage nach landwirtschaftlichen und industriellen Erzeugnissen Mexikos in den anderen lateinamerikanischen Ländern. Der mexikanischen Zentralbank ist es dazu bisher gelungen, die Inflation mit einem Zielwert von 3 % unter Kontrolle zu halten. Zudem ist es möglich, durch administrative Maßnahmen (Steuersenkung) kurzfristig Mittel für die dringenden Investitionen im Erdölsektor bereit zu stellen.

Ähnlich wie in Honduras bilden die Überweisungen der mexicanischen Gastarbeiter insbesondere aus den USA einen bedutenden Devisenzulauf für die Volkswirtschaft. Über  24 Mrd. $ waren das 2007 und gut 11,5 Mrd. Dollar sind schon im ersten Halbjahr 2008 nach Mexico geflossen - was  zu fast 3 % des mexikanischen BIPs beitrug und die zweitwichtigste Devisenquelle Mexicos darstellt.

Die Möglichkeit einer guten Wirtschaftsentwicklung wird also - trotz bestehender Schwächen - als durchaus positiv eingeschätzt. Dementsprechend haben mexikanische Aktien insbesondere im Baubereich (Promotora y Operadora), im Bereich der Rohstoffe (Grupo Mexiko) und im Handel (Grupo Elektra) in den ersten Monaten des Jahres 2007 große Kurssteigerungen verbuchen können.

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Letztes Update ( Dienstag, 02 September 2008 )
 
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